vor 4 Monaten wurde meine Nachbarin von einem guten Freund meiner Familie umgebracht. Er war schon fast so was wie ein zweiter Bruder für mich, der beste Kumpel meines Bruders, den ich schon seit 20 Jahren kenne.
Über die genauen Hintergründe wissen wir immer noch nix.
Ich dachte eigentlich ich komme ganz gut damit zurecht, aber in der letzten Nacht habe ich wieder Alpträume gehabt. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, aber ich hatte Angst ich würde ermordet werden.
Meine Haustür ist aus Glas und ich habe echt Angst!
Klar, die Wahrscheinlichkeit ist gering das mir so was passiert, aber man denkt ja auch immer von vielen anderen schrecklichen Sachen: das wird mir schon nicht passieren, nicht wahr?
Ich nehme schon seit Tagen meinen Bedarf. Und wenn ich diese Alpträume habe, dann ist es so real! Ich habe Angst es steht gleich wirklich jemand hier und will mich umbringen. Und ich mache die Augen auf um zu gucken, aber sie fallen mir immer wieder zu weil ich so müde bin. Ich versuche dagegen an zu kämpfen weil ich so nen Schiss hab, aber irgendwann schlafe ich vor erschöpfung immer wieder ein.
Ich weiß nicht was ich tun soll um diese Angst vor dem Schlafen wieder los zu werden.
Weiß Einer einen Rat oder Tipp?
Erstmal - das ist echt heftig, was du erlebt hast. Kein Wunder, dass du da richtig Ängste hast.
Leider kann ich dir auch keinen richtig guten Rat geben, ich kann dir nur sagen, wie es bei mir ist / war, auch wenn es einen anderen Grund hatte:
Im Sommer 2005 habe ich einen Brand mitten in der Nacht er-/überlebt. Die erste Zeit konnte ich nur komplett angezogen mit Beruhigungsmitteln schlafen, den Fluchtweg genau im Kopf. Bloß nirgendswo ein Hindernis. Bis heute schrecke ich, vor allem, wenn ich allein bin, mitten in der Nacht hoch, weil irgendwas knackt oder so und ich Angst habe, dass es brennt.
Du hast Recht, man denkt nicht drüber nach, dass einem Selbst so schreckliche Dinge passieren könnten. Und wenn sie dann einmal geschehen sind, dann hat man panische Angst, es könnte sich wiederholen und diesmal sehr sehr viel schlimmer ausgehen. Und ich denke, da haben wir, auch wenn wir zwei völlig unterschiedliche Geschichten haben, doch was gemeinsam.
Bei mir ist es heute so, dass ich, egal, wo ich bin, schaue, wo die Fluchtwege sind. Das beruhigt mich schonmal. Okay, ist natürlich im Falle bei dir ein wenig schwieriger. Aber vielleicht würde es dir ja schon helfen, wenn du einen Selbstverteidungskurs machst und so im Falle eines Falles wüsstest, wie du dich wehren kannst. Vielleicht beruhigt das ja schon? Keine Ahnung...
Wenn ich gar nicht schlafen kann und zu viel Angst habe, versuche ich nochmal aufzustehen und mich abzulenken, bis ich das wieder einigermaßen im Griff habe. Spiele am PC, lese etwas oder sowas. Oder ich schaue Fernsehen zum Einschlafen (mit Timer), irgendwas Positives, um die Gedanken dort zu haben und nicht bei dem Feuer.
Wichtig ist, dass man irgendwie auf andere Gedanken kommt. Solche Erlebnisse prägen - man wird immer ein Stück weit Angst haben.
Fühl dich ganz doll gedrückt, ich hoffe, du kommst bald besser damit klar!!
Danke für deine Antwort.
Ist ja auch heftig was dir passiert ist. Einen Selbstverteidigungskurs habe ich schon einmal gemacht, ich habe früher auch Kapfsport gemaxcht, aber das gibt mir kein wirkliches Gefühl von Sicherheit, weil ich es in Notsituationen nicht anwenden konnte.
Am 25. Juni ist die erste Verhandlung. Da muss ich arbeiten, aber ich möchte mit meinen Kollegen sprechen ob ich da nicht ferei bekommen könnte, weil es mir bei der Verarbeitung bestimmt helfen könnte, denke ich. Es wäre gut für mich wenn ich die ganze Situation besser verstehen könnte.
Mal sehen. Ich hoffe ich kann das durch kriegen.
LG
Tinkerbell
Hi.
Wollte euch mal auf dem Laufenden halten was aus der Verhandlung meines Bekannten geworden ist, der unsere Nachbarin umgebracht hat.
Gestern war die Hauptverhandlung.
Es war schrecklich. P., der Angeklagte, kam rein udn konnte sich nicht mal im Gericht umsehen. er hat es nicht geschafft uns an zu gucken.
Es wurden sehr viele Leute verhört. Unsere Nachbarn, mein Bruder (sein bester Freund), und seine Mutter.
Es war Alles so schlimm.
Ich weiß nicht wie ich mich fühlen soll. Bin total zwiegespalten, denn einerseits ist es schrecklich udn unverzeichbar was er getan hat, aber andereseits ist es so, das er mir unendlich Leid tut. er bedeutet mir viel, ich kenne ihn ja auch schon seit über 20 Jahren.
Naja, es ist so, dass die Verhandlung morgen weiter geführt wird, und dann noch zwei weitere Tage nächsten Monat.
Er hat gestanden und Alles aus seiner Sicht dargestellt. er kann sich an Vieles nicht erinnern. Es kommt mir so vor als wenn er in einer Art Dissoziation war. Vielleicht hat er auch eine psychische Störung.
Morgen soll der Gutachter, ein Psychiater, verhört werden.
Ich weiß noch nicht genau ob ich hin gehen werde. Ich denke nicht. Das ist doch Alles sehr hart und mir gehts eh schon nicht gut. Also werde ich es vielleicht nicht schaffen es durch zu halten.
Werd euch aber auf dem Laufenden halten, denn meine Familie spricht eh darüber.
Tinkerbell