• Ich finde, es ist Ausdruck davon, dass etwas im emotionalen Leben sehr misslungen ist.
    Also Ausdruck einer Störung.


    Es ist aber falsch, was man fast überall hört: Pädophilie sei nicht heilbar. Das ist falsch.
    Auch hier gilt, was auch für Borderline und sehr viele andere psychische Krankheiten gilt: Nicht jeder wird geheilt werden können, aber viele.
    Vorausgesetzt man findet einen geeigneten Therapeuten; was eben auch für fast alle psychische Krankheiten gilt.


    Wie man mit Pädophilen umgehen soll. Erstens soll man sehr deutlich sagen, dass das nicht geht. Ohne wenn und aber.
    Wenn man das so klar und deutlich gesagt hat, dann kann man sich den Anderen als einen Menschen ansehen, der ein Problem hat und sich ihm entsprechend annähern.
    Man darf eben nur beides nicht vermischen: Das Nein muss absolut kompromisslos sein und es auch so verstanden werden.
    Man muss dafür sorgen, dass beim Pädophilen keine Zweifel darüber aufkommen können, was die eigene Haltung dazu betrifft.
    Dann kann man auch versuchen, wenn man will, zu ergründen, was den Anderen veranlasst, so vorzugehen, was dahinter steckt.


    Man muss halt nur immer dafür sorgen, dass es auch beim Pädophilen so ankommt: Dass man seine Tat absolut und vollkommen missbilligt, nicht akzeptiert, nicht im mindesten zu tolerieren bereit ist.
    Sonst könnte er meinen, dass der Versuch, seine Beweggründe zu verstehen, eine partielle Billigung darstellen könnte.
    Schafft man es nicht, dies klar zu machen, dann ist es besser, Abstand zu halten.

  • Hey,


    also ich vertrete da eine ganz krasse Meinung, das ist mir auch klar. Aber ich steh hinter ihr. Ich bin der Meinung das solche Leute einfach weg gesperrt gehören und nie mir auf freien Fuß gesetzt werden sollen. Und das ist noch milde. Denn, wenn es so läuft wie bei einer Bekannten dann ist es noch unmenschlicher.


    Ein sehr naher Verwandter von ihr hat sie über Jahre hinweg als Kind missbraucht. Hat Videos davon gemacht und alles. Irgendwann kam es dann durch einen dummen Zufall raus. Der Typ wurde angezeigt und verklagt. Hätte eigentlich anschließend in Sicherungsverwarung sollen. Durch einen Formfehler musste er es aber nicht und kam raus. Jetzt ist es aber so, dass solche "Menschen" dann, wenn sie nach der Haftstrafe rauskommen, wieder in einen bgestimmten Umkreis um ihren alten Wohnort ziehen, denn die Polizei darf ja niemandem sagen, was war. Und so ist halt gewährleistet, dass in den ersten paar Jahren, nach der Haftentlassung alle geschützt sind. Denn im allgemeinen wissen Nachbarn was so ein "Mensch" gemacht hat.


    Und so war es bei dem Menschen, dass er da halt alleine saß, die ersten paar Monate war noch eine Sozialarbeiterin da und hat mit ihm gesprochen und alles. Aber irgendwann war der Job für sie erledigt und von da an war er ganz alleine. Eines Tages kam der Anruf, dass der sehr nahe Verwandte tot sei. Daraufhin ist die Familie in die Wohnung von dem Typen. Es war alles voller Blut (der Mensch war Alkoholiker), das Weinglas war voller Blut, der Wein-Tetra-Pack war voller Blut und alles. Nur das Handy, mit dem er hätte Hilfe holen können, war ohne Blut.


    Da finde ich es noch menschlicher sie einfach wegzusperren, wo sie wenigstens mit anderen zusammen sind und jemanden zum reden haben.


    Zum anderen finde ich, dass alle anderen Menschen und vorallem die Kinder vor solchen Leuten geschützt werden müssen. Es mag schon sein, dass das "heilbar" ist, aber ich glaub nicht dran.




    ajnos

  • Ich hab da auch eine ganz krasse Meinung zu und stehe auch dahinter.
    Pädophilie geht gar nicht. Da ist es mir auch egal, ob der Mensch krank ist oder nicht.
    Am Besten kastrieren. Dann kann auch nichts mehr passieren.
    Wenn ich den Spruch schon höre: Wir lieben die Kinder doch nur. Nee geht gar nicht.
    Von mir aus kann jeder mit seiner sexuellen Ausrichtung glücklich werden, solange es Erwachsene betrifft und sie wissen was sie tun.

  • Guck mal bei YouTube "Menschen hautnah Wölfe im Schafspelz". Das ist echt hart.
    Gibt auch was über die andere Seite: "we are not monster-wir sind keine Monster. Vom Umgang mit SexualTätern. Es gab noch eine andere gute. Da muss ich aber erstmal suchen.

  • Aber an sich ist das für mich auch eine sache, die man stark bestrafen muss und da sofort eingreifen sollte. Es gibt eine Hohe Prozentzahl an Personen, die solche Gedanken haben, sie aber nicht ausleben. Selbst da muss man schon eingreifen und diese sexueller Neigung therapeutisch ändern. Das sind Schutzbefohlene und viele wissen ja gar nicht was da mit ihnen passiert, wenn da ein Erwachsener kommt und sie anfängt etc. Viele glauben da ja wirklich, die Kinder wollen das. Für mich ist das auch echt krankhaft. Man sollte sich da selber bei den ersten Gedanken daran in Therapie begeben denn man sollte doch dieses Unrechtsbewusstsein soweit noch haben, bevor man anfängt sich einzureden, die Kinder wollen das auch

  • Die Vorstellung jemand könnte seine Neigung an Kindern befriedigen, ist absolut beängstigend, abstoßend und befremdlich.

    Das macht dieses Krankheitsbild auch so überaus gefährlich, weil die Betroffenen nicht darüber sprechen können, ohne ernsthafte, dauerhafte Konsequenzen und gesellschaftliche Ächtung zu befürchten.

    Selbst wenn sie ihre Neigung nicht ausleben, in Therapie sind und sich davon distanzieren, werden Menschen sie mit Isolation und Ausgrenzung behandeln.


    In vielen Ländern ist Pädophilie scheinbar vollkommen salonfähig, wenn man bedenkt, wieviel Kinderehen gestiftet und akzeptiert werden. Dort hinterfragt keiner, warum ein erwachsener Mann, ein Kind heiratet und sich an ihr vergeht. Somit ist der Schutz des Kindes kaum gegeben, auch wenn viele Männer die Kinderehen eingehen behaupten, sie würden noch warten, bis das Kind ein bestimmtes Alter erreicht hätte, bevor sich sexuelle Handlungen an ihnen vornehmen.

    In Deutschland kann man aber nicht behaupten, dass Kinder sicherer aufwachsen, wenn man bedenkt, dass die meisten Fälle von Kindesmissbrauch in der eigenen Familie stattfinden.

  • Hey :)


    Ich denke ein erheblicher Großteil sowie auch ich stimmt darin überein das der Gedanke, dass jemand sexuell Handlungen an Kindern vollzieht vollkommen befremdlich ist und abstoßend wie auch unvorstellbar ist.

    Ich persönlich kann nicht sagen ob es eine Neigung ist oder eher eine Störung. Ich würde dazu tendieren das es beides ist. Es kommt auch immer auf den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext an. Sara hat da ja das ideale Beispiel mit den Kinderehen gegeben. Es gibt Gesellschaften da wird es keineswegs als Krankheit angesehen, sondern als Neigung die teilweise der gängigen sozialen und gesellschaftlichen Norm entspricht. Damit ist es natürlich keineswegs gerechtfertigt! Schließlich hat ein Kind eigentlich keinen Wunsch nach sexueller Zuneigung und will das solche Handlungen an ihm vorgenommen werden.

    Der Störungsaspekt kommt ins Spiel, weil viele Pädophile ihre Neigung nicht kontrollieren können. Ein "gesunder" Mensch ist durchaus in der Lage auf Sex zu verzichten. Da es ein Tabu ist sprechen viele Betroffene auch nicht darüber oder suchen sich Hilfe. Deswegen find ich das die Begriffe sexuelle Neigung und Störung hier nicht getrennt voneinander zu nutzen sind.

    Das Thema Heilung ist sehr kontrovers. Das gilt für mich nicht nur für Pädophilie, sondern für psychische Erkrankungen im Allgemeinen. Grade bei Persönlichkeitsstörungen sollte man eher von stabilen Phasen sprechen als von Heilung. Die allermeisten Betroffenen haben die Erkrankungen ihr Leben lang. Die meisten Persönlichkeitsstörungen sind durch wechselnde Phasen gekennzeichnet. Ich denke das das Ziel keiner Therapie wirkliche Heilung ist, sondern einen stabilen Zustand zu erreichen der über längeren Zeitraum bestand hat, sprich zu lernen adäquat mit seiner Erkrankung umzugehen.

    Ich persönlich muss sagen, dass ich glaube das es sehr schwer ist bei Pädophilie (insbesondere bei Straffälligkeit) einen wirklich stabilen Zustand zu erreichen. Da sind innere Triebe im Spiel die man nicht einfach ausstellen kann oder bei denen Skills und co. helfen. Man sieht es auch bei den Rückfallquoten von bereits Straffällig geworden. Gerade solche Betroffenen sollte man in Sicherheitsverwahrung nehmen, damit sie anderen nicht Schaden können.


    Liebe Grüße,


    Matthias :)

  • Ich denke das das Ziel keiner Therapie wirkliche Heilung ist,



    Bedauerlicherweise verbreitet sich diese Meinung und auch Haltung immer mehr.

    Sie ist vollkommen falsch.


    Aus dem Umstand, dass es immer öfter vorkommt, dass man keine Heilung anstrebt, zu schließen, dass sie nicht möglich wäre, ist ebenso falsch.

    Sie zeigt nur an, dass nicht angestrebt wird, was potentiell möglich wäre.


    Um dies aber möglich zu machen bedarf es - u.a. - Therapeuten und Therapeutinnen, die gewisse Fähigkeiten besitzen und derer gibt es nicht sehr viele.


    Es ist wie bei vielen anderen Sachen auch: Etwas anderes wäre möglich, aber mangels .... versucht man es nicht einmal.

    Und die paar Leute, die das Glück hatten, an entsprechende Therapeuten zu gelangen, machen oft ganz andere Erfahrungen.

    Der Rest schafft es manchmal auch ohne oder "trotz" eines nicht so fähigen Therapeuten oder muss sich mit Wenigerem abfinden.


    Verheerend und dazu vollkommen unnötig finde ich den Irrglauben, dass irgendeine psychische Krankheit per se nicht heilbar sei.

    Sie ist einfach falsch.

    Das gilt für Borderline und das gilt auch für die Pädophilie.


    Aber viele, sehr viele Menschen glauben daran.

    Schade eigentlich, denn mit dem Wissen, dass Heilung potentiell möglich ist, könnte man vielleicht andere Wege gehen.

  • uzumapa ich finde das hast du gut ausgeführt. Hinzufügen möchte ich gern: das Problem ist ja, dass beide Seiten gescheit daherreden können (1. "Heilung ist nicht das Ziel", 2. "Heilung sollte angestrebt werden."), denn, und das ist der Kern: die -Messung- ist das Problem - ein Ziel, das man nicht auf Erfolg messen kann, kann/darf/sollte/was auch immer, keines sein. Aber auch ich schlage eher in die gleiche Kerbe wie du.


    Mein Vater war pädophil.

  • Hey :)


    uzumapa : Es tut mir Leid. Ich habe mich etwas unpräzise ausgedrückt. Bei einem Thema wie diesem ist es auch sehr schwer sich klar auszudrücken und jeder hat natürlich seine Meinung dazu.

    Ich glaube nicht daran das es keine Heilung gibt. Ich glaube nur das bei bestimmten Erkrankungen schwer ist von "Heilung" zu sprechen.

    Es kommt dabei nämlich auch immer auf die Sichtweise des Psychologen an. Die Psychologie ist ein so vielfältiges Fach mit verschiedenen Paradigmen.

    In der Verhaltenstherapie z.B. geht es eher darum die Symptome zu lindern bzw. mit diesen Umzugehen. Der Auslöser bzw. wieso die Erkrankung entstanden ist steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund. Anders ist es in der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse. Da will man herausfinden woher das Problem kommt und es dadurch lösen. Die therapeutischen Ansätze sind wie man sieht total verschieden. Hinzu kommt dann welche Position man in Bezug auf Anlage und Umwelt einnimmt. Was löst die Krankheit aus? Sind es die Gene oder doch äußere Faktoren? Vielleicht beides? Sind es biochemische Prozesse im Gehirn, die man wie eine normale Krankheit behandeln kann? Oder reicht das allein nicht und es sind Gespräche erforderlich um das ganze zu bearbeiten.

    Das sind Dinge die schwierig zu beantworten sind und an denen die Forschung auch dran ist. Das ist alles sehr kontrovers. Ich akzeptiere jede Meinung, aber pauschal nur zu sagen:

    Verheerend und dazu vollkommen unnötig finde ich den Irrglauben, dass irgendeine psychische Krankheit per se nicht heilbar sei.

    Sie ist einfach falsch.

    Finde ich dann auch nicht richtig. Gerade im Bereich der Persönlichkeit gibt es Variable und feste Faktoren die nicht unbedingt veränderlich sind. Ich glaube grade wegen der genannten Punkte fällt es vielen Leuten schwer zu sagen das es so etwas wie "absolute Heilung gibt".

    Jeder Mensch reagiert anders und hat andere Prioritäten und Bedürfnisse.