"Ich hab dich betrogen" - Ein Grund zur Trennung?

  • Der Mensch als Wesen, welches ohne soziale Kontakte nicht überleben kann. Als Einzelgänger würden wir auf Dauer nicht überleben.


    Was also, wenn ich endlich eine/n Partner/in gefunden habe und dann aber der berühmte Satz kommt:
    "Schatz, es tut mir leid, ich habe dich betrogen". ......... ??


    Wäre das für euch ein Trennungsgrund? In diesem Zusammenhang könnte man auch über Polygamie diskutieren.


    Los geht´s!

  • Also für mich ist Treue und Liebe das Wichtigste. Wenn man betrügt, dann kann etwas in der Beziehung nicht stimmen.


    Für mich ist Betrug auf jeden Fall ein Grund zur Trennung und ich wurde auch schon öfter betrogen.


    Polygamie ist gar nix, ich finde wenn man einen Menschen liebt, dann soll man monogam sein. Sonsz kann man ja ONS haben, aber keine Beziehung.

  • Also es ist ein Unterschied ob man polygam lebt (also mit mehreren Partnern), oder polyamor(man liebt mehrere Partner). Und wo zieht man die Grenze zu Liebe, wer kann das schon so genau definieren was Liebe überhaupt ist? Was ist daran "falsch" oder "verwerflich" mehr als einen Menschen zu lieben? ich gehe davon aus, das auch "monogame" Menschen mehr als nur ihren Partner lieben, z.b. ihre Kinder/Eltern/Tiere/Freunde... ich denke die Grenzen sind fließend und jeder sollte sein persönliches Glück finden können. Solange niemand in mitleidenschaft gezogen wird.


    Make Love, not war:)

  • Ich bin der Meinung, die ganze Sache ist eine Frage der Absprache und inwieweit die Partner damit klar kommen.


    Ich kann mir persönlich in meiner aktuellen Beziehung nicht vorstellen einen Betruf verzeihen zu können. Dafür sind meine Gefühle zu stark, meine Wertvorstellungen zu gefestigt.
    Außerdem hat er mir das immer versprochen, und unabhängig davon wie weh der Betrug tut, würde es mir so unendlich zusetzen, dass er ein Versprechen gebrochen hat, dass mir wichtig ist, dass er von mir auch möchte, und um das ich ihn nie gebeten habe (es kam also von ihm aus).


    Eine polyarmore Beziehung zu führen kommt für mich generell nicht in Frage. Ich finde aber auch, dass die Beziehung zwischen Kind und Eltern oder Geschwistern eine andere ist als die, die zwei Partner füreinander empfinden, also muss ich leider Jan_G widersprechen. Ich liebe zwar meinen Freund und z.B. meinen Vater sehr, trotzdem würde ich stark behaupten, dass sich diese beiden "Lieben" voneinander stark unterscheiden... Ich bin auch der Meinung, dass eine Person, die man so liebt wie in einer Partnerschaft nur exklusiv sein kann. Ich finde es ist die besondere Bindung zwischen zwei Menschen, und nicht mehreren Menschen.

  • :unknown2:


    Theoretisch weiß ich, dass das vorkommen kann, und das ein one-night-stand nicht gleich heißen muss, das mich der Partner nicht mehr liebt.
    Andererseits würde meine Verlustangst nicht damit klarkommen.


    Ganz ehrlich, ich würde das am liebsten nicht wissen. Wenn das eben "nur" eine einmalige Sache war, würde ich mich umsonst beunruhigen.
    Umgekehrt täte ich das auch nicht erwähnen.

  • Nun, ich finde ja, dass man Betrug und Polygamie nicht zusammen bringen sollte.
    Betrug ist Betrug. Unabgesprochen und in aller Regel vorsätzlich.
    Polygamie ist abgesprochen - da weiß man, worauf man sich einlässt, wenn man sich einlässt. Genau wie offene Beziehungen oder Affären.


    Für mich wäre Betrug ein Trennungsgrund, ja. Wenn ich eine Beziehung eingehe, dann lass ich den Partner wissen, dass ich eine monogame Beziehung möchte. Und das stieß bisher auf volle Einigkeit und ja - so sollte es bleiben.


    Betrug ist Mist. So oder so.
    Aber alles, was unter "gemeinsame Vereinbarung" fällt, ist okay - da beide es so möchten und so eine Beziehungsform leben möchten. Damit schaden sie ja niemanden dann. :)

  • und genau das ist der Punkt bei jeglicher Art von Beziehung egal welcher Natur. Zu sich und seinen Bedürfnissen stehen und damit offen umgehen und dementsprechend auch kommunizieren.

  • Schwieriges Thema... Kommt immer darauf an und zwar auf so vieles, dass es den Rahmen sprengen würde alles zu benennen. Ich wurde betrogen und habe verziehen, wurde betrogen und habe nicht verziehen. Habe selbst betrogen. Hatte offene Beziehungen. War Polyamor. War absolut treu, über Jahre hinweg.
    Jede Beziehung hat eine so starke Eigendynamik, dass ich nie mit Sicherheit sagen könnte "das würde ich niemals verzeihen..." oder gar selbst machen.

  • Hallo Leute!


    Die Frage ist doch, wo beginnt der Betrug und was wird von den Beteiligten als solcher wahrgenommen?
    Betrug heißt ja, dass ich wissentlich jemanden täusche, um einen eigenen Vorteil zu erzielen und Täuschung bedeutet, dazu falsche Tatsachen vorzuspielen.


    Wenn in der Partnerschaft das gemeinsame Einstehen füreinander und die ungeteilte Liebe zueinander zentral ist, heißt das dann, dass man monogam leben muss? Muss Liebe sich denn zwangsläufig "aufteilen",nur weil man einen anderen Sexualpartner hat als den Beziehungspartner?
    Wenn das dauerhafte Einstehen für einen anderen Menschen und ihn aufrichtig zu lieben (Treue) möglich wird, wenn Sexualität auch außerhalb der Partnerschaft gelebt werden kann, ist das dann Betrug oder Täuschung?


    Für mich fängt der Betrug erst mit dem Verlust von Treue und Loyalität an, den man dem Partner gegenüber verschweigt.
    Ich halte nichts von einer Selbstverpflichtung, Sexualität nur in der Beziehung mit einem Partner zu leben und bereits von Anfang an zu wissen, dass man das nicht garantieren kann. Ein Versprechen zu geben, von dem ich nicht weiß, ob ich es halten kann, das ist für mich Täuschung...


    Sollte man den Betrug gestehen, wenn er so stattfindet, wie ich es oben beschrieben habe? Ja, denn tue ich das nicht, wird aus dem Betrug eine Lebenslüge. Und die trifft dich am Ende schwerer als die Täuschung den Partner treffen könnte.


    LG
    Lotte

  • Es ist doch relativ einfach, ich erwarte von meinem Partner das er so mit mir umgeht, wie ich es mit ihm tue.

    Das heißt für mich bedingungslose Treue! Nicht mehr und auch nicht weniger.


    Wenn ich mich auf eine Partnerschaft einlasse, dann habe ich Gottverdammt auch dafür zu sorgen, das ich klare Grenzen ziehe und ich selber unter jedem Umstand verhindere, mich in jemand anderen, solange die Beziehung besteht,(neu) zu verlieben oder verlieben zu können!!! (Oder gar irgendwelche dumm dämlichen One-Night Stands zu haben)

    Muss Liebe sich denn zwangsläufig "aufteilen",nur weil man einen anderen Sexualpartner hat als den Beziehungspartner?

    Absolutes No Go!:thumbdown:


    Zitat

    Ich halte nichts von einer Selbstverpflichtung, Sexualität nur in der Beziehung mit einem Partner zu leben und bereits von Anfang an zu wissen, dass man das nicht garantieren kann. Ein Versprechen zu geben, von dem ich nicht weiß, ob ich es halten kann, das ist für mich Täuschung...

    Und das ist bei dir so? - Das du es von Anfang an nicht weißt, ob du Treu sein kannst? - Verstehe ich dich richtig? 8|

    Also ich kann es versprechen und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber! Mein ganzes Leben lang hatte ich nur dann Sex, wenn dabei

    Ehrliche und aufrichtige Liebe im Spiel war und ich fest mit jemanden zusammen war. Alles andere würde mich nicht erfüllen. Und ich finde es nicht schlimm das ich mit meinen 28 Jahren "nur" 2 Sexualpartner bislang hatte, aber es war immer bedingungslose Liebe im Spiel! - Ich bin bestimmt nicht Prüde, doch kann ich es mit Stolz sagen!



    Verrückte Welt :/

  • Alle reden ach so vernünftig daher... "wenn man jemanden wirklich liebt, dann betrügt man ihn nicht!"blablablaba...


    Newsflash: wenn man jemanden wirklich liebt, dann betreibt man auch kein SSV, dann droht man auch nicht mit Suizid, dann stößt man seinen Partner auch nicht weg wenn er nahe sein möchte.


    Es ist eine Frage wie impulsiv etwas passiert, oder wie 500 andere Rahmenparameter aussehen. Pauschal ist dumm.

  • Mich kotzt diese herablassende, selbstgefällige, unreflektierte Beurteilung einfach dermaßen an...


    Jemand

    DANN hat man gefälligst Mitgefühl zu haben, man ist ja so arm und tut sich nur selbst weh und das muss nicht unbedingt ein Trennungsgrund sein blabla,


    aber wenn die Probleme "anders" ausgelebt werden, gestörte Sexualität, DANN ist der Spaß vorbei, "das ist doch ganz einfach"

  • SucheFrieden alles passiert aus einem gewissen Grund und würden die Betroffenen es besser machen können, bin ich mir sicher sie würden es tun!


    Newsflash: wenn man jemanden wirklich liebt, dann betreibt man auch kein SSV, dann droht man auch nicht mit Suizid, dann stößt man seinen Partner auch nicht weg wenn er nahe sein möchte.

    Jeder hat seine Vergangenheit und solche Verhaltensmuster entstehen nicht einfach so und es benötigt viel Therapie um sowas wieder wegzubekommen, viel Reflektion und viel Arbeit an sich selbst.


    Und jeder darf hier seine Meinung haben, auch zur gestörten Sexualität. Bedenke auch, dass viele hier Probleme haben mit der Sexualität. Niemand sagt, dass du Mitgefühl haben musst mit jenen, die

    Sieh es einfach als die Meinungen von anderen an und fühle dich davon doch bitte nicht angegriffen.

  • Das kann jeder auslegen und ausleben wie er/sie möchte. Ich sehe das aber wie Medley, nur dass bei mir nur bei der einen der beiden Personen aufrichtige Liebe im Spiel war. Sollte ich mich jetzt nochmal verlieben und mit jemandem zusammen kommen, dann lebe ich treu und erwarte Treue. Wenn jmd von Anfang an weiß, dass eine monogame Beziehung ihn/sie nicht erfüllt, dann ist er/sie auch nicht mein passendes Gegenstück. Ich hoffe sehr, dass ich die Liebe meines Lebens noch treffe und dann würde ich auch niemals Sex mit Jemand anderem wollen. Und wenn doch, dann wüsste ich selbst, dass diese Person niemals die richtige ist. Ich war bisher mit zwei Personen zusammen und beide haben mich betrogen. Beide Male habe ich mich getrennt! Das ist ein Vertrauensbruch, den ich nicht verzeihen kann. Wenn man gerne polygam leben möchte, muss das vorher abgesprochen werden. Und diese Schiene "Das ist ja nur Sex, das bedeutet ja nicht, dass ich dich nicht liebe..." zieht nicht. Für mich gibt es Sex nur gekoppelt mit Liebe. Sex ohne Liebe ist für mich nichts. Da würde ich mich nur benutzt fühlen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Cass () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • wenn man jemanden wirklich liebt, dann betreibt man auch kein SSV, dann droht man auch nicht mit Suizid, dann stößt man seinen Partner auch nicht weg wenn er nahe sein möchte.

    Stimmt, und trotz meinem damalig schlechten Zustand habe ich damit aufhören können, nicht für mich, sondern für denjenigen den ich lieb gewonnen habe.

    So etwas kann ich jemanden den ich liebe und der mich liebt nicht antun! Jedenfalls sollte man all seine Kraft dafür investieren die man aufbringen kann. Vielleicht bin ich nicht "typisch BL", aber ich habe mich lieber von meinem Gegenstück fest drücken lassen, wenn es mir schlecht ging, als mir etwas anzutun.

    Und jede Träne die mein Gegenüber vergossen hat, weil sie Angst und Sorge um mich hatte, hat mich bekräftigt stärker zu werden! - So haben wir uns damals beide gegenseitig aus dem Dreck gezogen. Mit Liebe und Verständnis. Weil keiner von uns beiden wollte, das sich der andere ernsthafte sorgen machen muss um den anderen.


    Ich bin selber (zum Glück) nie betrogen worden, aber die Vorstellung, die alleinige Vorstellung kostet mich so viel Schmerz, das ich so etwas NIE jemanden anderen antun würde, der mich liebt. Und wer meint sich im Vollrausch nicht "unter Kontrolle" zu haben, mit dem muss ich nicht zusammen sein. Für mich ist es eben so, wie Cass es beschreibt, Liebe und Sex können bei mir nicht getrennt werden. Das habe ich noch nie und kann mir es auch nicht vorstellen.

    Und wenn ich das jetzt mal plump ausdrücken darf, ich kann mir auch keinen Grund vorstellen wieso ich fremd gehen soll. Wenn mir in der Partnerschaft etwas fehlt, dann muss man dies ansprechen - tue ich es nicht, sorry, dann bin ich selber schuld. Aber das ist kein Fremd-geh Grund, da man dem anderen nicht einmal die Chance gelassen hat, etwas "zu ändern". - Zudem habe ich immer noch 2 gesunde Hände, es gibt keinen Grund in einer Partnerschaft fremd zu gehen. Da bin ich sehr konservativ (ist das dass richtige Wort dafür?)

    Sex ohne Liebe ist für mich nichts. Da würde ich mich nur benutzt fühlen.

    und ich als Mann würde mich ausnutzend fühlen!

    Für mich ist eine Frau kein Gut das man für so etwas ausnutzt, oder benutzt, egal wie "groß der Druck" ist. Aber die heutige Gesellschaft tickt da oftmals anders, wie ich öfters feststellen muss... :/ 

  • ihr seid eh super 👍😂

    Es ist ein absolut einfacher Grundsatz;


    "Begegne den Menschen mit der gleichen Höflichkeit, mit der du einen teuren Gast empfängst. Behandle sie mit der gleichen Achtung, mit der das große Opfer dargebracht wird. Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an. Dann wird es keinen Zorn gegen dich geben – weder im Staat noch in deiner Familie.“

  • Ich gehöre auch zu der Gruppe, die nicht betrogen werden möchte und für die es selbstverständlich ist, meinen Ehepartner nicht zu betrügen.


    Anders sieht es mit MEINEM Körper aus...

    Wobei ich SVV auch aufgegeben habe, weil ich merkte, dass es den anderen weh tut. Also eigentlich nur für meine Familie.

    Und Suizidgedanken habe ich nur noch bei Psychiater oder Therapeut oder in anonymen Foren geäussert.


    Aber als es mir ganz schlecht ging, konnte ich das nicht, weil ich so besessen vom Selbsthass war, dass ich gar nicht merkte, dass ich den anderen um mich herum damit weh tue. Soll keine Entschuldigung sein und ich schäme mich heute noch für diese Zeit und die Schwäche. :unten gucken::aengstlich_weinen:

  • Betrügen ist einfach nicht hinnehmbar, sofern man sich nicht für eine offene Beziehung entschieden hat. Die Sache ist danach für mich instantan gegessen.