Selbsthilfegruppen - euer Statement dazu :)

  • Hallo ihr lieben,


    es würde uns mal interessieren wie Ihr zu Selbsthilfegruppen steht.


    Denkt ihr darüber nach einer Selbsthilfegruppe beizutreten ?


    Seit ihr Mitglied in einer Selbsthilfegruppe ?


    Wenn ihr schon in einer Gruppe seit, wie gefällt es euch dort?


    Fühlt ihr euch gut aufgehoben oder gab es auch schon einmal Probleme ?


    Liebe Grüße


    das Team von Borderline-Forum.net


    Ps: Wenn euch das Thema Selbsthilfegruppen gefällt, zusagt oder ihr Fragen habt besucht doch mal unsere Partnerseite. www.bordis-online.de

  • Hab mich für nach der Klinikzeit bei einer angemeldet, die ich mir probeweise angucke. Einfach um nen fixen Termin für die Struktur zu haben und weiterhin in einer (kleinen) Gruppe mit Skill-Erfahrung diese zu besprechen/üben etc. Mir ist aber wichtig, dass die anderen ne abgeschlossene DBT haben, die Gruppenarbeit fest strukturiert ist, sich darauf vorbereitet wird, die dialektischen Regeln eingehalten werden, Anspannungen benannt werden können (und auch abgefragt werden) etc. So "freies Reden" nur halte ich für wenig zielführend, auch wenn es für manche sicherlich eine angenehme, gewohnte Beschäftigung ist...



    Lieber wäre mir aber, aufgrund der professionellen Betreuung, eine ambulante Skillssgruppe. Und wenn ich ne Zusage bekomme gehe ich viel lieber da hin.

  • Hallo Chilli,


    ich finde es gut und wichtig, dass es Selbsthilfegruppen gibt und so gut genutzt werden, das sollte von allen Seiten unterstützt werden.


    Ich habe 2 mal 2 verschiedene Selbsthilfegruppen in Osnabrück besucht, die es aber seit Jahren nicht mehr gibt. Für mich war das nix.
    Kann mir nicht die ganzen Belange der Betroffenen im direkten Kontakt anhören, kann mich da nicht abgrenzen und es belastet mich.
    Deswegen besuche ich keine weitere Gruppe mehr.
    Für mich sind Selbsthilfeforen da die bessere Anlaufstelle. Da kann ich selbst entscheiden, was ich mir reinziehe. :)


    Liebe Grüße,
    Zero :winkwink

  • witzig, ich wollt grad auch ein neues Thema dazu schreiben- also einfach wer is in ner SHG + Erfahrungen...


    ich bin grad in der Nachsorge - da geht es primär um Sucht. Für Borderline bin ich am Gucken, habe aber noch nichts gefunden im Raum Tübingen/ Böblingen. Mit der Gruppe in Böblingen bin ich nicht total zufrieden- obwohl sie von einer Therapeutin geleitet wird schweifen die Leute dort gerne vom Thema ab, was mich nervt. Da übernehm ich dann teilweise die Führung und erinnere ans Wesentliche...sonst ist das für mich unbefriedigend...


    Ansonsten finde ich SHG sehr hilfreich. Es ist aber sehr davon abhängig, wie ich mich dort einbringe- ansonsten bringt es nichts.

  • Ich bin seit etwa 1,5 Jahren in einer Selbsthilfegruppe und bin total dankbar, sie zu haben. :yes Die wöchentlichen, festen Termine geben mir Struktur - und selbst wenn alles auseinanderfällt kann ich immer wieder dorthin. Es gibt feste Gruppenregeln und trotzdem geht es nicht nur um Skills und DBT, sondern jeder kann ansprechen was ihn bewegt und konstruktive Lösungsvorschläge und Meinungen bekommen. Mir tut das wahnsinnig gut, ich fühl mich weniger alleine mit meinen Problemen und habe eine zusätzliche Anlaufstelle. :party

  • Ich habe mir hier bei mir vor Ort mal eine SHG angesehen. Die brauchten da wohl dringend Leute. Es kam mir da alles
    sehr komisch vor. Dann fielen die Treffen oft aus, so dass ich da nicht mehr hingegangen bin. Habe es danach noch
    einmal mit einer SHG für Depressionen probiert. Bin da eine Zeitlang hingegangen, aber die Gruppe ist dann auch
    irgendwie auseinander gefallen.
    Ich denke aber, SHG sind schon sehr sinnvoll, denn man ist dort mir Gleichgesinnten zusammen und kann sich
    gegenseitig unterstützen.

  • Ich bin seit etwa 1,5 Jahren in einer Selbsthilfegruppe und bin total dankbar, sie zu haben. :yes Die wöchentlichen, festen Termine geben mir Struktur - und selbst wenn alles auseinanderfällt kann ich immer wieder dorthin. Es gibt feste Gruppenregeln und trotzdem geht es nicht nur um Skills und DBT, sondern jeder kann ansprechen was ihn bewegt und konstruktive Lösungsvorschläge und Meinungen bekommen. Mir tut das wahnsinnig gut, ich fühl mich weniger alleine mit meinen Problemen und habe eine zusätzliche Anlaufstelle. :party

    Das was Josephine geschrieben hat, könnte auch aus meiner Feder stammen.
    Genauso geht es mir auch.
    Ich bin seit 1 Jahr in einer Shg und es war das Beste, was ich in dem Bereich tun konnte.

  • war letzten dienstag wieder in der nachsorgegruppe- obwohl ich gar nicht hingehn wollte, da ich das gefühl hatte, die gruppe passt nicht so recht und dass die leute mich auch nicht verstehen. Ich fühlte mich so reingezwängt in die Gruppe, weil es eben für das Nachsorgeprogramm nur diese eine Gruppe gibt. Aber allein nur der Akt, hinzugehn hat mir schon gut getan. Ich hab mich reingesetzt, nicht viel erzählt, aufmerksam zugehört und das half auch.


    Die Selbsthilfegruppe tut mir gut- einfach als ein weiteres Zeichen für mich, dass ich was für mein Wohlbefinden tue. Eine gute Erfahrung.


  • Die Selbsthilfegruppe tut mir gut- einfach als ein weiteres Zeichen für mich, dass ich was für mein Wohlbefinden tue. Eine gute Erfahrung.


    Ja, aus diesem Grund würde ich auch sehr gern eine SHG besuchen. Leider gibt es hier keine. Die nächsten bestehenden Gruppen gibt es in Nachbarstädten, aber eine so weite Anfahrt geht einfach nicht.
    Ich finde das sehr schade.

  • Hallo zusammen :)


    Was ein Zufall, dass genau das Thema jetzt hervor geholt wurde. Denn ich habe vor ein paar Tagen - ich glaube vorgestern - auch Selbsthilfegruppen heraus gesucht. :D


    In meinem Leben möchte ich irgendwann keine Therapie mehr haben und jede Therapie geht ja auch mal vorbei. Bei mir dauert das (hoffentlich) noch ein bisschen. Doch ich finde es gar nicht so verkehrt, mich mit Betroffenen oder Angehörigen in einer Selbsthilfegruppe rund um das Thema Borderline auszutauschen.


    Ich werde das mal bei meinem Therapeuten ansprechen, denn es würde mich auf jeden Fall interessieren und man hätte dann, erst mal neben der Therapie (wenn das so möglich ist) noch eine weitere Anlaufstelle. Dabei bin ich ja echt gut aufgestellt, doch ich bin echt neugierig und es ist ja nicht schlimm es mal auszuprobieren. Mehr als merken, dass es nichts für einen ist, kann dann ja nicht passieren. :)

  • @NoName
    bevor ich in die Reha ging war ich auch regelmäßig in einer Gruppe bezüglich der Alkoholabhängigkeit, was mir eine gute Stütze war.
    Viel Erfolg Dir beim Finden der für Dich passenden Gruppe.


    inzwischen gehe ich nicht mehr zur Nachsorge- es war dann doch klar, dass es einfach nicht passte.
    Die plumpem Ratschläge in den Einzelgesprächen

    wollte ich mir nicht länger geben.
    Manchmal passt es halt nicht.


    Aber dank meiner wunderbaren Therapeutin, die ich einmal pro Woche sehe, bin ich aktuell auch so sehr gut aufgestellt.
    Mal sehen, wie es weitergeht, wenn die Therapie zu Ende ist, aber das dauert ja noch eine ganz Weile.


    Außerdem: für mich hat der Austausch hier im Forum sehr oft auch schon den Rang einer Selbsthilfegruppe.
    So oft fühlte ich mich einfach verstanden und nicht mehr allein mit meinem Problem hier auf dieser Welt- das unterstützt.
    Und das ist ja wohl der Sinn einer solchen Gruppe.

  • Vor der Diagnose BPS war ich in 4 SH-Gruppen, bin aus 4 verschiedenen Gründen raus geflogen. Im Nachhinein macht es jetzt Sinn, das es kaum gut gehen konnte, ich unter Depressiven^^ Aber während der Zeit die ich aktiv in der jeweiligen Gruppe war, tat es mir echt gut. Hat mich stabilisiert. War ein fester Termin pro Woche und ab und an auch noch zusätzliche private Treffen mit einzelnen Gruppenmitgliedern. Bin fest davon überzeugt, das eine BPS-SH-Gruppe einen Therapeuten o.ä. als Gruppenleitung braucht. Ohne ist früher oder später Mord- und Totschlag angesagt;)

    Gibt viele weitere Faktoren die so eine Gruppe beeinflussen. Es hat das Potential eine echte Bereicherung zu werden, kann aber auch mächtig runter reissen. Eine gewisse Stabilität sollte schon vorhanden sein, bevor man den Schritt in eine Gruppe wagt. Würde es durchaus empfehlen, aber nach meinen persönlichen Erfahrungen ist das Thema Selbsthilfe für mich auf absehbare Zeit gestorben.

  • Hallo Jan,

    ich verstehe, wie du zu deiner Sichtweise gekommen bist, aus 4 Gruppen rausgeworfen zu werden (auch, wenn es die falschen waren), macht was mit einem. Doch ich würde dir gerne berichten, dass wir seit gut 6 Jahren eine Gruppe für Betroffene leiten und es bisher NIE Mord und Totschlag gegeben hat. Sicher sind schonmal Konflikte da, doch wenn eine klare Gruppenstruktur mit Regeln besteht, dann sind Abweichungen sehr selten.

    Mittlerweile arbeiten wir nicht nur in der Gruppe mit Betroffenen, sondern auch außerhalb per Mail und am Telefon, aber auch persönlich. Das Netzwerk ist so groß geworden und man nimmt durch all die Begegnungen so viel mit, das stärkt einen. Außerdem gibt es auch kostenlose Supervision und Reflektionsgespräche im Team.
    Wir bekommen unsere Anerkennung als Selbsthilfe & Beratungsstelle und darüber freue ich mich sehr! :) Es schenkt Vertrauen und zeigt, dass die Arbeit weitergehen muss.

    Ich wünsche dir, dass du irgendwann nochmal den Schritt in die Richtung wagen kannst und dabei ganz viel positive Erfahrungen!

    Alles Liebe,
    Deep_Inside

  • Ich war noch nie in einer SHG und ohne Therapeuten oder wenigstens einen Fachkundigen dabei kann ich mir das auch gar nicht richtig vorstellen, ehrlich gesagt...

    So eine Art Gruppentherapie hatten wir auch in der TK, da saßen zwei Therapeuten mit drin und 8 unterschiedliche psychische Krankheitsbilder...oft war mindestens die hälfte der Zeit eisernes schweigen, weil keiner den Mut hatte anzufangen. Das einzige was mir daran gefallen hat, war das uU im Einzelgespräch dann Resonanz kam, wie ich da auf meine Therapeutin gewirkt habe...also das ich gesehen wurde, hat mir gut getan...das kanns ja eigentlich nicht sein

    aber wahrscheinlich bin ich nur zu ängstlich und suche ausreden....