Sterbehilfe

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    • Sterbehilfe

      Hallo zusammen,

      wie steht ihr zu dem Thema "Sterbehilfe"?

      Findet ihr es legetim, wenn jemand wirklich schwer und aussichtslos krank, z.B. bei Krebs, Hirntumor etc... ist oder findet ihr es nicht gut?

      Und wie steht ihr zur Sterbehilfe bei psychischen Erkrankungen, in der Schweiz gibt es das zum Beispiel.

      Liebe Grüße,
      Zero :wave:

      Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
      ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
      fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
      stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
      stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
      genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen!

      (Autor unbekannt...) :)

    • Bei aussichtslosen Krankheiten wie Krebs im Endstadium oder anderen Krankheiten voll dafür
      bei psychischen Erkrankungen, bin ich sehr unschlüssig .
      Habe das mal aus der Schweiz kopiert siehe unten . Der Wichtigste Satz ist die Urteilsfähigkeit der Betroffenen und ich glaube da wird es sehr schwierig
      Bislang vertrat die Akademie die Ansicht, dass psychisch kranke Patienten kein Mitspracherecht in Sachen aktiver ärztlicher Sterbehilfe haben sollten. Jetzt heißt es, Ärzte, die sich dazu entschlössen, psychisch kranken Patienten beim Sterben zu helfen, sollten "respektiert" werden. /KT Der Landbote Webnews vom 11.11.2004 (ap) Sterbehilfe auch für psychisch Kranke
      Die Sterbehilfeorganisation Exit lehnt nach einem fünfjährigen Unterbruch die Begleitung von psychisch kranken Menschen in den Tod nicht mehr explizit ab. Voraussetzung ist allerdings die Urteilsfähigkeit der Betroffenen. :unknown
      Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten.
    • Also ich bin pro Sterbehilfe. Sei es nun bei aussichtslosen physischen Erkrankungen, oder bei psychischen.

      Denn auch wenn es Aussenstehende vielleicht nicht sehen oder verstehen (können), so kann eine psychische Erkrankung für den einzelnen Betroffenen auch aussichtslos sein....oder das Leben aussichtslos erscheinen; auch wenn es für andere nicht nachvollziehbar ist.
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Ich bin auch für Sterbehilfe.
      Ich finde es ganz schlimm wenn es Menschen gibt die nichts mehr können außer im Bett die Decke anschauen und warten das es endlich vorbei ist, sowas finde ich quälen und ich würde meine Liebsten nicht quälen wollen.
      Für manche evtl ein blödes Beispiel aber ich bringe es trotzdem ;) Tiere die nie wieder gesund werden und sich nur quälen würden darf man einschläfern...die Menschen aber lässt man vegetieren bis zur letzen Minute und selbst das sterben würde man dann noch verhindern...finde ich total absurd.
      Bei Menschen die sehr stark erkrankt sind, die am besten noch was schriftliches dazu haben das sie so nicht mehr wollen...dann macht doch mal die ganzen Kisten aus und lasst den Mensch ziehen.
      Auch wenn es für die Hinterbliebenen nicht einfach ist, jeder muss mal gehen..ich sehe es sehr realistisch und loslassen ist halt nicht einfach. Es wird aber so oder so passieren...für mich lieber ohne das der andere wegen mir sich quält nur weil ich nicht loslassen möchte.... ;)
    • Ich finde Sterbehilfe bei schweren körperlichen Krankheiten wie Hirntumor, Krebs, Aids etc. sinnvoll, wenn es nicht heilbar ist und man sich im Endstadium befindet. Warum sollte man sich so rumquälen, man wird ja eh nur mit Schmerzmitteln dann abgeschossen.
      Da kann man besser bei klarem Verstand in Würde sterben, nochmal was schönes unternehmen und es dann planen. :/

      Naja und bei psychischen Erkrankungen weiß ich nicht, was ich da denken soll. Ich habe mir oft gewünscht, dass es sowas gibt, aber man hat ja immer wieder Phasen, wo es einem besser geht. Es geht immer wieder bergauf. Bei welchen psychischen Erkrankungen würdet ihr es denn als gerechtfertigt sehen? :unknown

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      (Autor unbekannt...) :)

    • Habe mir mal Gedanken gemacht.
      Nur bei therapieresistenten schwersten Depressionen
      Wenn psychiatrische Fachgutachter in ausführlichen Untersuchungen
      zu dem Ergebnis kommen, dass der Sterbehilfewunsch des Patienten nicht Ausdruck der
      therapierbaren psychischen Erkrankung ist, sondern dass es sich um einen wohlerwogenen,
      dauerhaften, die Gesamtsituation erfassenden Entscheid einer urteilsfähigen Person handelt,
      dürfe auch psychisch Kranken Sterbehilfe geleistet werden."
      Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten.
    • Hallo.....
      Ich habe selber psychische Probleme. .arbeite aber auch mit psychisch kranken.
      Am Dienstag hab ich einen Klienten in seiner Wohnung Tod aufgefunden....xxx
      Seitdem bin ich fix und fertig mit den Nerven. Ich glaube fast jeder psychisch Erkrankte hat schonmal über Suizid nachgedacht.
      Aber ihn so zu finden... ......er hat vorher nie darüber gesprochen.
      Ich weiss jetzt gar nicht mehr. .......ich bekomme das Bild nicht aus dem Kopf.
      Ich hatte auch irgendwie immer gedacht xxx sei evtl ein guter Ausweg wenn gar nichts mehr geht. Aber jetzt. .. er ist nicht schnell gestorben....sondern sehr entwürdigend...
      Furchtbar.....
      Hätte er Hilfe bekommen.....ach. .ich weiss auch nicht

      edit by Zero: Suizidmethode entfernt
    • @xlenix , das tut mir leid, muss bestimmt heftig für dich gewesen sein...
      Was machst du denn beruflich genau?
      Und wie alt war er?

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      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
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      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
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      (Autor unbekannt...) :)

    • Ok unser Beruf ist nicht wirklich leicht , Das hat nichts mit Kälte zu tuen ich habe auch egal was passiert ist nichts an mich Rangelassen man darf sowas nicht mit nach Hause nehmen .
      Das muss man ganz klar trennen sonst geht man selber kaputt daran.
      Während der Arbeit war ich für alle da , nach der Arbeit war ich ich selber, Tür zu und alles da lassen.
      Aber ihr habt bei euch schon Supervision oder?
      Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten.
    • @xlenix Ich drücke Dir die Daumen das die die Bilder bald los wirst.

      Ich habe eine Freundin die hat eine Krankheit, die noch unerforscht ist. Und sie meinte die meisten sterben an dieser Krankheit entweder wegen der Krankheit selber oder weil sie es sich vorher selber nehmen...da würden so große Schmerzen mit schwingen wo man nichts machen kann. Das die Ärzte einem einfach eine große Menge an "Dingen" verschreiben wo man halt gehen könnte...
      Und ich glaube ihr das auch, dass ist kein Scherz. Sterbehilfe ist verboten aber naja... Und da ich die Krankheit kenne kann ich mir das gut vorstellen.
    • Keine einfache Frage,

      zumal für mich die Frage vorbelastet ist durch das 3. Reich. Da ich 55 bin kenne ich Geschichten, aus persönlichen Erzählungen, von angeblich „lebensunwertem Leben“. Vernachlässigung, medizinische Versuche oder Euthanasie waren möglich. Für Angehörige und Betroffene ein Unding. Nett wurde es genannt „Vernichtung unwerten Lebens“ ....

      Sterbehilfe bei aussichtslosen Erkrankungen sollte legal und möglich sein. Leid sollte verkürzt werden können. Bei Tieren ist uns dies möglich. Habe selbst schon bei 2 Katzen die Entscheidung zum Einschläfern treffen müssen. Bei einer bin ich mir sicher wie ich Ihre Blicke und das Sterben werten kann. Es war Dank! Im zweiten Fall war es nur Erlösung. Die Möglichkeiten waren der Medizin ausgegangen, aber es war auch ein schneller Tod. Die jüngere Katze war ein Jahr vorher. Lebenskraft und Freude hatten bei der alten erheblich nachgelassen. Trauer, Depression?

      Ich denke an die Menschen die ich gesehen und gekannt habe die an Krankheiten zu Grunde gegangen sind, weil die Medizin Sie am leben erhalten konnte. Ich denke an alte Menschen die ich kannte die einfach nichts mehr gegessen haben und auch nichts mehr getrunken. Die mir ihren Wusch nach dem Ende des Lebens mitgeteilt haben. Deren Verzweiflung ich erlebt habe das Sie immer noch leben. Es waren noch gottesfürchtige und gläubige Menschen.

      Sehe ich Freunde und Bewohner des Wohnheims, jährlich so 4 Freitode. Sicherung der Habe, Benachrichtigung der Angehörigen, Vertretung des Eigentümers bei der Beisetzung, Zimmerräumung gehörten zum Job. Bei vielen kenne ich die Hintergründe, einige haben sich verabschiedet. Was hätte ich tun sollen? Bei allen mit Gesprächen, gibt’s von mir den Freibrief. Im Freundeskreis sehe ich die Selbsttöter und die Kranken. Diabetiker und an multiple Sklerose erkrankte, die einfach nicht mehr wollten.

      Bin ich bei den psychisch Erkrankten. Bei mir! Über Leere und Langeweile brauch ich wohl nicht viel schreiben. Keine 30 wollte ich alt werden. 25 Jahre drüber! In allen meine Gutachten steht Geistig und Bewusstsein klar. Klar fände ich es schön sterben zu können ohne Risiko, unter Aufsicht und der Garantie auf das Ende des Lebens. Folglich gibt’s verschiede Wege wie ich ins Gras beißen könnte. Alle haben nur den Nachteil, leider keine Gewährleistung!

      Beruflich war 98 Schluss. Bei jeder Nebenkostenabrechnung droht mir die Grundsicherung, zwangsweise. Damit verschlechtert sich meine Rechtsposition erheblich. Kein Anrecht mehr auf ein Fahrzeug (Motorrad), Vermögensbetrag / Ersparnisse. Einen Zwangsumzug kann ich auch nicht ausschließen. An die Liebe glaube ich nicht mehr. Seit Jahren ärger ich mich über den Vermieter gerade bin ich von einer Freundschaft und deren Ende überfordert.

      Ja, bin gerade in Therapie. Der Therapeut ist auch gleichzeitig Psychiater. Natürlich haben wir das auch schon thematisiert.
      Ecken und Kanten, dazu steh ich, mit meiner Meinung.
      Überzeug mich ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Peter ()

    • Ich finde es richtig wenn es Sterbehilfe gibt.
      Es hat ja nichts wirklich mit Mord oder Unmenschlichkeit zu tun,wenn man ein unheilbaren Menschen von seinem Leiden erlöst,viel mehr zeigt so was ja Gnade und Mitgefühl.

      Es ist irgendwie grausam wenn man Menschen,wo man weiß das sie nie wieder gesund werden,vielleicht nicht mal richtig mit der Umwelt kommunizieren können,die vielleicht selbst mal erwähnt haben das sie in so einem Fall lieber sterben wollen,verbissen am Leben hält.

      Ich glaube in Chile gab es vor kurzen ein Fall wo drüber berichtet wurde,da hatte/hat ein Mädchen auch eine unheilbare Krankheit und wird wohl daran ziemlich schlimm zu Grunde gehen und die meinte selbst das sie gerne mit Würde sterben möchte und nicht noch mehr unnötig leiden will und hat darauf sogar eine Präsidentin ?! angeschrieben und um Sterbehilfe gebeten.

      Genauso kann ich es auch verstehen wenn Menschen auf Grund traumatischer Ereignisse psychisch so am Ende sind und sich das Leben nehmen,denn eine Therapie kann ja noch so gut sein und trotzdem keine wirkliche Besserung bringen und manche Menschen sind einfach innerlich so zerstört,wenn man sie gegen ihren klaren Willen zwangsweise am Leben erzählt und ggf. sogar für Jahre in die Geschlossene steckt (was auch kein echtes Leben mehr ist),finde ich das ziemlich rücksichtslos und unmenschlich.

      Was Tod betrifft,sollte es einfach eine ausschließlich persönliche Sache sein und bleiben,wo Aussenstehende zwar Hilfe anbieten dürfen,aber wo man nicht gegen den Willen der Person handeln sollte (Ausnahmen gibt es natürlich wenn beim Thema Selbstmord Fremdgefährdung besteht).Ich finde es einfach unverständlich,warum der Staat den Menschen sogar beim Thema Tod und Sterben vorschreiben will,was sie zu machen haben,was sie dürfen und was nicht.

      Es gibt ja auch häufig Ehepaare wo einer von beiden schwer erkrankt und wahrscheinlich sowieso sterben wird und wo der andere Ehepartner dann dabei hilft das diese geliebte Person sterben kann,weil sie es auch selbst wünscht.So welche Fälle zeigen mir dann wieder was in so einer Sache eigentlich für ein extremes Maß am Liebe bei ist,wenn man eine Person so sehr liebt,das man ihr beim sterben hilft,nur damit sie nicht leiden muss und obwohl man sie eigentlich selbst nicht verlieren will.In manchen Fällen wird der verantwortliche Partner dann ja genau aus dem Grund freigesprochen,weil man eben weiß das es eigentlich kein Mord gewesen ist,sondern eine intensive Form von Liebe und Hilfe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Spitfirex89 ()

    • Ich sehe das problematisch aus praktikschen Gründen, bin aber an für sich für die Sterbehilfe. Ich denke sowieso manchmal, warum muss jeder zum Verrecken überleben, egal wie schlimm sein Leben war oder ist? Doch nur, damit sich die glücklichen Menschen besser fühlen und ihnen die Laune nicht verdorben wird/ ihre Entscheidung für das Leben nicht infrage gestelt wird...

      Allerdings habe ich schon mehrere Angehörige in den Tod begleitet, und im gesunden Zustand haben die alle gesagt, sie wollen dass die Geräte im Zweifelsfall abgeschaltet werden. Als es dann soweit war, wollte keiner von ihnen gehen... jeder hing an seinem Leben, egal wie stark die Schmerzen waren.
      Der Opa von meinem Cousin ist der gegenteilige Fall, er hat keine starken Schmerzen und lebt noch zuhause, hat aber einfach keine Lust mehr. Das sagt er auch, er will auch nichts mehr essen, dabei kann er noch laufen und alles, ist allerdings auch ziemlich verwirrt. Er möchte also, ist aber zu verwirrt als das man ihn ernst nimmt, die anderen hatten starke Schmerzen, waren aber noch bei Verstand... ich finde es schwierig, da eine Entscheidung zu treffen. Teilweise haben sie Erklärungen zur Abschaltung der Geräte etc. unterschrieben, aber als es dann soweit war... deswegen finde ich die tatsächliche Umsetzung nicht so einfach.

      So ist es ja auch mit dem zuhause gepflegt werden. Das finden alle nur so lange toll, bis sie wirklich richtige Schmerzen haben, dann wollen alle ins Krankehaus.. das erzählen auch die Ärzte. Und wer möchte schon gerne derjenige sein, der den Stecker ziehen oder die Spritze geben muss? Es treibt ja auch nicht jeder Gynäkologe selbst ab, das kann ich verstehen.
    • Hmmm,

      ganz schwer da zu antworten. Ich habe den Tod meiner Oma hautnah erlebt...sie bestand nur noch aus Haut und Knochen (so habe ich sie nie gekannt). Sie ist lange vorher schon erkrankt und hatte Alzheimer...wir hatten immer wenn ich mal zu Hause war so ein Ritual, sie hat mir gewunken, ich ihr. Als sie so da gelegen ist, habe ich ihr auch gewunken und sie noch ganz zaghaft zurück...das war das letzte Mal, das sie mich noch erkannt hat. Erkannt habe ich sie da schon lange nicht mehr. Die Frau, die mich mehr oder minder aufgezogen hat. Das tat so weh, das glaubt niemand. Sie so daliegen zu sehen. Sie hatte sich wundgelegen und es wurden ihr immer mehr Sachen weggeschnitten. Erbärmlich...anders kann ich es nicht ausdrücken. Ich wurde dann mitten in der Woche angerufen, das sie im Sterben liegt...ich direkt von Frankfurt ins Sauerland gefahren...den Anblick möchte niemand haben, ein XXX, bis es vorbei war. Wer so etwas mal erlebt hat, ist für die Sterbehilfe...denn der Rest ist nur eine Qual
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

      Mark Twain
    • Ich bin schon von meiner Grundeinstellung her zu liberal und freiheitsliebend, um gegen Sterbehilfe zu sein. Ich finde, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, selbstbestimmt und mit Würde aus dem Leben scheiden zu dürfen - und das unabhängig von Vorerkrankungen.

      Es gibt genügend Gründe, als gesunder Mensch aus dem Leben scheiden zu wollen, die man nicht einfach "wegtherapieren" kann. Was ist z.B. mit Menschen, die grundsätzlich nichts mit unserer Gesellschaft anfangen können und seit Jahrzehnten keinen Platz in ihr finden? Was mit Menschen, die genau wissen, dass sie einfach nicht in einer Welt leben wollen, in der alle nur an sich selbst und ihren Vorteil denken, in der "besorgte Bürger*innen" Flüchtlingsunterkünfte anzünden und in der täglich hunderttausende Tiere, fühlende Wesen wie wir, unter erbärmlichsten Zuständen zur Schlachtreife gemästet werden? Menschen, denen durchaus bewusst ist, dass "nicht alle Menschen so sind" und "dass es doch auch schöne Dinge auf der Welt gibt", die aber trotzdem von der Schlechtheit der Gesellschaft überzeugt sind?
      Warum werden diese Menschen zum Leben gezwungen? Warum will man gegen den Willen dieser Menschen versuchen, sie zu therapieren? Oder anders gefragt: Wie sollte man überhaupt solche "Probleme" effektiv therapieren? Kann man Misanthropie therapieren?
      In meinen Augen macht man es sich zu einfach, wenn man sagt "JEDER Mensch hat einen Überlebenstrieb. Wenn jemand sterben will, dann ist er oder sie bestimmt psychisch krank und man kann das behandeln. Notfalls zwangsweise.".

      Mir hat die Geschichte der 24-jährigen Belgierin, welche dieses Jahr das Ja zur Sterbehilfe erhalten hat, sehr viel Hoffnung gemacht. Ich erwarte, dass langsam ein Umdenken stattfindet.
      Es gibt verschiedene Bereiche, in denen der Staat meiner Meinung nach nichts zu suchen hat. Aus den meisten dieser Bereiche hält er sich auch so weit es geht heraus. Sexualität, Religion, politische Überzeugung, Studienwahl - in all diesen Dingen habe ich Entscheidungsfreiheit. Doch beim wichtigsten und intimsten Punkt, der Frage, ob ich mein Leben lebe oder es beende, mischt sich der Staat ein und will mir vorschreiben, weiterzuleben.
      Klar - Selbsttötung ist nicht (mehr) strafbar - und doch wird er einem so schwer wie möglich gemacht.
    • Ich sehe es so: Jeder Mensch verfügt über sein Leben. Es ist sein "Eigentum".
      Ganz egal wie die Rechtslage ist: Niemand hat mir zu sagen, ob ich im Leben bleiben soll.
      Aber das ist ja nicht der Punkt.
      Es geht darum, ob man mir aktiv helfen darf, zu sterben.

      In der Medizin ist es bei Menschen, die beruflich mit dem Sterben zu tun haben, bekannt, wie sich Meinungen hierüber ändern können.
      Es sind - um nur ein Beispiel zu nennen - Fälle bekannt, bei denen jemand nach schwerster Funktionseinschränkung (kaum eine Bewegung möglich) zunächst über ein Jahr lang die betreuenden Ärzte angefleht hat, beim Sterben zu helfen.
      Dann, für die Außenstehenden aus unerklärlichen Gründen, kam die Kehrtwende: Obwohl weder bei der aktuellen Gesundheitssituation noch an der Prognose sich etwas geändert hatte, wollte dieser Mensch plötzlich doch ganz gerne leben und freute sich fast über jeden Tag!
      Das ist nur ein Beispiel und derer gibt es viele!

      Es ist ein wenig vergleichbar mit der Entscheidung und dem Versuch, sich das Leben zu nehmen - wie viele Menschen sind heute froh, dass sie es damlas nicht "geschafft" haben.

      Das macht das Ganze noch schwieriger.

      Im Grunde bin ich sehr für die Sterbehilfe, aber..
      Ja, das berühmte aber..
      Unter "idealen " Bedingungen.. Diese idealen Bedingungen gibt es aber sehr oft gar nicht.

      Ein Beispiel: Jemand, sagen wir Mitte 70, Krebs, stärkste Schmerzen, zwar palliativmedizinisch versorgt, aber die Palliativmedizin kann vielleicht in gut über 90% (oder über 95?) der Fälle die Schmezen auf ein erträgliches Maß reduzieren, aber eben nicht immer.
      Der Patient vollkommen vereinsamt. Niemand, der ihn besucht. Niemand, der nach ihm fragt.
      Wir Menschen leben auch in eine gewisse Zukunft hinein, wir tragen in uns eine gewisse, vielleicht nur sehr vage, unbestimmte, aber immehin, Hoffnung.
      Ist es nicht verständlich, wenn (FALLS!!) nun dieser Mensch nicht mehr weiter leben will und die Ärzte immer wieder anfleht, ihm zu helfen, sein Leben zu beenden?
      Verständlich ist es und ich denke auch, man sollte, soweit realistisch und machbar, schauen, ob man an seiner sozialen Situation etwas ändern kann.
      Was aber wenn man es ernsthaft versucht hat und es dennoch nicht geht?
      Für mich wäre es an diesem Punkt, nachdem alles realistisch mögliche versucht wurde, ein Akt verweigerter Mitmenschlichkit, wollte man diesen Menschen, der sich offensichtlich selber das Leben würde, mit Zwang am Leben zu erhalten, nur weil er sich das Leben nicht selber nehmen kann.

      Klar, eine gewisse Unsicherheit wird - meistens - bleiben (Meinungsänderung, die auch unerwartet eintreten kann).
      Auch deswegen ist es eine Frage, glaube ich, bei der es immer eine Einzelfallentscheidung bleiben wird und man vielleicht nie zu 100% sicher sein wird, das absolut richtige getan zu haben.
      Auch deswegen darf niemand gezwungen werden, diese Hilfe (mit oder ohne Anführungszeichen) zu leisten.

      Bei dieser ganzen Debatte wird sehr vieles vermengt, was eigentlich nicht zusammen gehört.

      Mich stört es - auch wieder um nur ein Beispiel zu nennen -, dass die, die in den Medien darüber reden (Politiker, die Kirche, Ärzte usw.), oft nicht genug differenzieren (kaum besser als es "der Mann oder die Frau auf der Straße" es tut).
      Das Beispiel: Der Mensch ohne Liebe, ohne Perspektive, ohne Zukunft, ohne soziale Kontakte. Der Mensch, der sich durch das Leben geschleppt hat, irgendwie funktioniert hat, gearbeitet.. ein eher unauffälliger Mensch. Jetzt schwerstkrank, mit kaum auf ein erträgliches Maß zu reduzierenden Schmerzen und anderen Beschwerden und ohne eine auch noch so minimale Aussicht auf Heilung.
      Abgesehen davon, dass das "erträgliche Maß von Schmerzen und anderen Beschwerden" sehr subjektiv ist und das, was man noch als erträglich empfindet, bei totaler Vereinsamung, ohne Bindungen, ohne soziale Kontakte nicht gerade mit dem von Menschen vergleichbar sein dürfte, die noch über gute soziale Kontakte verfügen.

      Es ist schwierig. Sehr, sehr schwierig. Es wäre für mich erfreulich, wenn Menschen, die darüber reden, sich offen zeigen würden für andere Ansichten, sich zumindest gedanklich damit befassen, anstatt für nur scheinbar einfache, vermeintliche "Lösungen" zu plädieren.
    • Bei Psychosen bin ich nicht dafür. Da können die Handlungs- und die Urteilsfähigkeit nur mehr minimal vorhanden sein. Man sollte mit demjenigen reden, der ein Ausscheiden präferiert und ihn nach seiner Motivation fragen. Stellt sich heraus, dass er unheilbar physisch leidet, dann basiert das im Bewusstsein über die Folgen. Hat hingegen jemand BPS und bittet einen anderen um Hilfe beim Ableben, dann kann es durchaus sein, dass sich diese Stimmung bald ändert und die Entscheidung eben nicht rational durchdacht worden ist. Eine neurotische Depression erfüllt zwar nicht alle Kriterien einer Depression aber was ist, wenn ein Betroffener nun auch einen um Unterstützung beim Ableben bittet? Bei endogenen Depression sollten zuerst Medikamente versucht werden. Wenn das nichts nützt, kann der Betroffene bei Vernunft diesen Schritt in Erwägung ziehen. Eine schwere Depression lässt sich mit physischen Schmerzen vergleichen, wie auch soziale Ausgrenzung die gleichen Gehirn-Regionen aktiviert. Schwieriger wird es bei zerstörtem Vertrauen oder bei verletztem Ehr-Empfinden oder wenn eine andere Form der Schuld aufgeladen worden ist. Bei finanziellen Überziehungen kann je nach Höhe und nach dem zur Verfügung stehenden Betrag, eine Rückzahlung nur mit großen Schwierigkeiten und Einschränkungen verbunden oder überhaupt nicht möglich sein.

      Ein Arzt hat einst ein Gerät herausgebracht, mit dem jemand selbst die letale Injektion starten kann. Er braucht nur noch das überdosierte Barbiturat. Einige Ärzte wären vermutlich bereit, es ihm unter Auflagen auszuhändigen. Würde er die tödliche Dosis verabreichen, die Hemmungen wären weitaus größer oder er würde sich als Mörder betrachten.

      Das Thema überschneidet sich mit Suizid. Seit dem Flugzeugabsturz in Frankreich wird der Begriff "Erweiterter Suizid" verwendet oder wenn einer, den anderen zur Notwehr zwingt.