Abi nachmachen? - Ich will es versuchen!

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    • Abi nachmachen? - Ich will es versuchen!

      Hallo ihr Lieben,

      Gerade habe ich mit meinem Freund gesprochen.
      Beruflich läuft es bei mir ja echt super, obwohl ich ohne Abitur als Quereinsteigerin in die Nachhilfe (freie Mitarbeit) hinein gekommen bin.

      Mittlerweile kann ich schon recht gut von der Arbeit leben.
      Mein Traum ist es aber weiterhin, zu studieren und professionell zu unterrichten, also richtig als Lehrerin.

      Jetzt wollte ich fragen, ob jemand von euch schon mal Abi nachgemacht hat? Welche Kosten ubd welcher Zeitaufwand kommt auf mich zu?
      Was wäre besser, eine Vollzeitschule vormittags (gibt es in Hannover) oder Abi per Fernstudium?


      Liebe Grüße
      Die Eiskönigin
    • ich habe auch schon sehr oft mit dem Gedanken gespielt scheitere jedoch immer an meinen Mathekenntnissen .

      Willst du dann Pädagogik studieren, oder nur bestimmte Fäscher?
      Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber soweit ich weiß kannst du pädagogik nur mit richtigen abi studieren und das kann man soweit ich weiß nicht mit einer Fernschule machen, da geht glaub ich nur das Fachabi. Wenn du die Möglichkeit und Zeit hast , würde ich an deiner stelle in eine Schule gehen.
      Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.

      Leonardo da Vinci
    • Hey,

      Ich müsste auf jeden Fall das Abitur haben, für meine Wunsch-Studiengänge (Pädagogik, Sonderpädagogik oder Soziale Arbeit).
      Deshalb wäre wohl die Vollzeitschule am besten.
      Ein Fernlehrgang wäre abef auch möglich, da nimmt man an einer sog. Externenprüfung zum Abitur teil.

      Es kommt nun also vor allem auf die Finanzierung an, und da wäre es gut, wenn ich nebenbei weiter arbeiten kann.

      Liebe Grüße
      Die Eiskönigin
    • Hi,

      Ich habe mir da demletzt mal Infomaterial von der SGD angefordert.
      Das ist eine Fernschule, ich weiß dass das Fachabitur im Monat 134€ kostet. Das normale Abitur liegt preislich glaube ich ähnlich.
      Aber die Infomaterialien sind kostenfrei, kannst du dir also ganz einfach mal per Post zukommen lassen.

      Ich hab auch überlegt, schaffe es aber finanziell nicht. Weshalb ich es nun sein lasse.
      Aber ich habe beruflich auch keine Probleme ^^

      Abendschulen o.ä. halte ich für Vollzeitberufstätige etwas schwierig.
      Aber das muss man natürlich ganz individuell entscheiden. Und soweit ich weiß, ist es an einer normalen Schule nicht kostenpflichtig. Das übernimmt dann der Staat, aber die Unterichtsstunden sind eben wie in einer Schule, Vormittags. Was ein nebenbei Arbeiten schier unmöglich macht.

      Wünsche dir Viel Erfolg
    • Du meinst mit der Vollzeitschule ein Kolleg, oder? Ich bin selbst an einem Kolleg (allerdings nicht in Hannover) und habe zuerst vor derselben Entscheidung gestanden.

      Kollegs sind wie gewöhnliche Gymnasien kostenlos. Bist du unter 30, kannst du sogar elternunabhängiges Bafög beantragen (aktueller Vollsatz beträgt 645 Euro, aber dem nächsten Schuljahr steigt er). Du musst allerdings Büchergeld und evtl. Kopiergeld bezahlen. Manchmal gibts auch Kursfahrten, die ebenfalls bezahlt werden müssen. Außerdem brauchst du noch anderen Kram, der teuer sein kann, zB ein grafikfähiger Taschenrechner. Da gibts aber auch meist Sammelbestellungen, weil alle denselben Rechner haben sollen.

      Neben der Zeit, die du dann in der Schule verbringst (5 Mal die Woche von ca. 7:45 bis 13:15, manchmal mehr oder weniger) solltest du 3 Stunden pro Tag für Lernen, Hausaufgaben, Nacharbeiten, etc. aufbringen. Das will zumindest die niedersächsische Schulbehörde so. Manchmal ist das übertrieben unrealistisch, manchmal ist aber auch deutlich mehr Zeit nötig. Klausuren tauchen in der Regel geballt auf (8 Klausuren in 4 Wochen sind normal). In einigen Fächern schreibst du bis zu 2 Klausuren pro Semester. Die Klausurenphasen sind anstrengend, in Leistungskursen schreibt man auch mal 4- oder 6-stündige Klausuren. Also nebenbei arbeiten ist möglich, aber nicht grade ohne. Mehr als 400 Euro pro Monat solltest du mit Bafög eh nicht verdienen, sonst wird dir etwas abgezogen.

      Im Durchschnitt kommt man locker mit einer 40 Stunden Woche hin, ca. 32 Stunden sitzt du im Unterricht. Leute, die einen bestimmten Schnitt anstreben, zB für ein Medizinstudium, sind pro Woche auch mal 60 Stunden mit der Schule beschäftigt. Wenn du aber sehr aufnahmefähig bist, generell nicht viel lernen musst und dein Studienfach keinen NC verlangt, könnte es auch sein, dass du die Nachmittage und Wochenenden fast immer komplett für dich hast, also die lockere 32-Stunden-Woche. Ist also Typsache, wieviel Zeit du aufwenden musst.

      Das Fernstudium ist viel teurer! Bafög gibt es nur in den letzten Monaten. Neben den eindeutigen Kosten für das Fernstudium musst du auch weitere Kosten einplanen, an die selten gedacht wird, die aber enorm hoch sein können (Sekundärliteratur, Schulutensilien, eventuell Nachhilfe(!), Fahrtgeld und Hotel für Treffen mit Betreuern, sowie zur Teilnahme an den Abschlussprüfungen -> Externenprüfungen werden i.d.R. in 8 Fächern abgelegt und ich glaube mich zu erinnern, dass der Prüfungsort vorgegeben wird. Wenn du also 8 Mal in eine fremde Stadt fahren und dort im Hotel schlafen musst, kann es sehr teuer werden).

      Im Internet findest du viel schlechte Kritik, weil die Vorbereitung im Abifernstudium schwierig ist. Viele müssen daher zusätzliche Nachhilfe in Kauf nehmen, denn nicht jeder kommt ohne weiteres mit dem autodidaktischen Arbeiten zurecht. Die Externenprüfungen fallen in Niedersachsen meisten sehr schlecht aus, die Durchfallquoten sind hoch. Sehr ärgerlich, wenn man vorher soviel Geld investiert hat!

      Für das Kolleg spricht auch, dass du da viele Gleichgesinnte findest und immer Leute um dich hast, die grade am gleichen Problem knabbern. Die Kollegzeit kann absolut schön sein und eine wertvolle Lebenserfahrung! Fernstudium wirkt auf mich sehr anonym. Mit dem Kolleg fährt man meiner Meinung nach also besser, auch wenn beide Abschlüsse absolut gleichwertig sind. Du hast nur den Nachteil, dass du nebenbei nicht viel arbeiten kannst und deshalb eventuell finanziell sehr knapp bist. Aber das kann man schaffen. In Deutschland gibts übrigens auch verschiedenste Stipendien für Leute, die das Abi nachholen. Die werden weniger nach Noten, sondern mehr nach sozialem, politischem oder gesellschaftlichen Engagement vergeben.

      Übrigens, beim gewöhnlichen Abi musst du derzeit nur 5 Abschlussprüfungen ablegen, statt 8 beim Fernabi. Dafür sammelst du in den 4 Semestern vorher 2/3 deiner Endnote. Aber: Die Lehrer, die deine Prüfungen korrigieren und dir die Noten geben, hast du die ganze Zeit im Unterricht gehabt! Das ist gegenüber den Externen ein wesentlicher Vorteil, weil du weißt worauf die Lehrer Wert legen, ein Externer hingegen kann nur Vermutungen anstellen. Und wenn du als Externer zu den Prüfungen gehst, kann es unter Umständen passieren, dass die Prüfer dir nicht allzu wohlgesonnen sind. Weil einige Lehrer das direkt als Zeitverschwendung ansehen. Wie gesagt, die Durchfallquoten sind enorm hoch.
    • @Funkenfloh Danke dir für deine Schilderungen! :)
      Das klingt sehr gut, aber ein Vormittagskolleg kommt für mich nicht infrage, wenn ich nicht mehr nebenher arbeiten kann. Die Nachhilfe ist genau das, was ich machen wollte, dann ist das auch noch Selbstständigkeit (du hast also keinen Chef und kannst dir abgesehen von den festen Terminen mit den Schülern, die Arbeit frei einteilen) - das möchte ich unbedingt weiter machen! :)

      Nachhilfe benötige ich nicht, und als Hochbegabte lerne ich am besten als Autodidakt (so lief mein ganzrs Leben ab bis zu meiner Traumatisierung im Jahr 2008), also bleibt nun die Wahl zwischen Abendschule und Fernstudium.

      Ich wollte mir für die Entscheidung noch etwas Zeit nehmen, und im Februar nächsten Jahres muss es konkret sein. Denn im Sommer nächsten Jahres würde ich gerne mit dem Abi beginnen - dann wäre ich gut ein Jahr im Arbeitsleben und kann auch abschätzen, ob ich diese zusätzliche Belastung schaffen kann ;)

      Liebe Grüße
      Die Eiskönigin
    • Also neben dem Kolleg ist eine Vollzeitarbeit wirklich nicht möglich. Viele arbeiten z.B. nur am Samstag. Ich hab zum Glück auch einen Job mit freier Zeiteinteilung.

      Eine Abendschule ist bei meiner Schule auch integriert. Da geht es sehr viel lockerer zu und einige sind da auch nebenbei Vollzeit beschäftigt. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass man da zum Ende hin auch Bafög beantragen kann. Weil viele dann die letzten Monate mehr Zeit für die Schule aufbringen wollen.

      Schulen für Erwachsene, z.B. Abendschulen, haben meistens auch einen Tag der offenen Tür, wo man sich das genauer erklären lassen kann. Vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung.

      Ich wünsche dir viel Glück! :)
    • Das ist heutzutage an Gymnasien aber ganz "normal".

      Ich schreib dieses Jahr z.B. noch eine 6-stündige Klausur in einem meiner Leistungskurse, am Anfang des neuen Jahres dann auch in den anderen beiden LKs (wird Vorabiklausur genannt). Wobei das natürlich Schulstunden + Pausen umfasst (in den Pausen schreibt man weiter). 6-stündig umfasst dann also 330 Minuten, 4-stündig 210 Minuten.

      In allen 3 Fächern habe ich im Frühjahr bereits 4-stündige Klausuren geschrieben. Das Abi ist dann jeweils auch 6-stündig, außer das 4. schriftliche Prüfungsfach im Grundkursniveau, das 4-stündig ist. Das mündliche dauert weniger als 1 Stunde mit Vorschlag sichten und auswählen.

      Das findet eigentlich jeder übertrieben und es ist auch super anstrengend. Danach ist der Tag dann auch gelaufen.

      Ich hab mich noch nicht informiert, aber bisher gehe ich davon aus, dass es an der Uni auch nicht anders sein wird.
    • Ich kenne deine Ausgangslage nicht? Realschüler und Ausbildung? Dann bräuchtest Du noch ein Jahr für die FH-Reife. Das ist neben der Arbeit gut zu schaffen. Anschließend machst Du einen Bachelor im entsprechenden Fach an einer FH als Fernstudium. 3-3,5 Jahre. Und anschließend den Master 1,5-2 Jahre je nach dem was für einen Bachelor Du hast. Pädagogik ist hier z.B. ein Masterstudiengang.
      Ich überlege auch gerade einen Seiteneinstieg ins Lehramt, in eines der sog. Mangelfächer (Mathe, Physik, Chemie, Ernährung). Bei mir ist es so das der Master als erstes Staatsexamen anerkannt wird.
      Ich könnte bei vollen Bezügen schon Teilweise unterrichten, während ich das zweite Examen nachhole.
      Informiere Dich mal zum Seiteneinstieg und Mangelfächer in deinem Bundesland. Bei Mangelfächern sind die sehr großzügig was den Seiteneinstieg angeht.
      An die FH kommst Du manchmal auch so, also ohne FH Reife. Allerdings mit Auflagen. Bei mir hatte ich einen Fleischer, der Arbeitsunfähig geworden ist, der musste nur das Vordiplom (war noch zu Diplomzeiten) in Regelstudienzeit schaffen.
      Oft geht es nur darum irgendeinen Abschluss zu haben. Ich bin Lebensmitteltechnologe (FH), Master in Bioanalytik (nur gemacht weil ich irgendeinen Master brauchte) und promoviert habe ich letztendlich in Gesundheitswissenschaften, hat sich halt so ergeben und ich brauchte den Titel für meine Arbeit. Da passt das eine auch nicht zum anderen.
    • Ich werde vermutlich auch mein Abi nachmachen.
      Werde ab nächstes Schulhalbjahr ersteinmal einen Vorkurs am Overberg Berufskolleg in Münster machen. Der Vorkurs ist eigentlich für Leute gedacht, die den Realschulabschluss ohne Quali haben. Mit dem Kurs kann man sich dann qualifizieren.
      Ich brauche das nicht, aber ich habe so extreme Schulängste aufgrund von den miesesten Mobbingerfahrungen, sodass ich erstmal ausprobieren möchte, wie ich mit der Schulsituation klarkomme...
      Wenn das gut klappt, werde ich dann zum Sommer mein Abi anfangen...
    • @Annche ich finde es super, dass du es probierst. Und ich denke auch, dass der Vorkurs eine richtige Wahl für dich sein kann. Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass viele Kollegiaten früher Mobbingerfahrungen gemacht haben. Du bist nicht allein. In der 1. Schulzeit sind sie nur so grade eben durchgekommen und zählen dann am Kolleg zu den talentiertesten.

      Es ist auch kein Vergleich zu dem, was unter Jugendlichen oder Kindern passieren kann, weil alle eben reifer und erwachsener sind. Die Schulen stehen in der Regel auch hinter dem einzelnen Menschen und tolerieren Mobbing überhaupt nicht. Ich wünsche dir alles Gute, du schaffst das!
    • @BurningSnow Meine Ausgangslage ist etwas kompliziert. Einen Quereinstieg finde ich zwar prima, aber ich habe lediglich den erweiterten Realschulabschluss, der jetzt 10 Jahre alt ist.
      Eine Ausbildung habe ich nicht geschafft... Nicht wegen des Schulischen, sondern weil ich damals so massive soziale Ängste hatte, dass ich Probleme hatte, Absprachen zu treffen oder mich krank zu melden. Habe mich ein Jahr lang mit der Büro Ausbildung durchgeschlagen, doch dann kam die Kündigung, weil ich psychisch nicht belastbar genug war.

      Das ist zwar schon 4 Jahre her, aber danach war ich erst in der medizinischen Reha und sollte dann eine berufliche Reha in einem Internat machen.
      Dort wurde ich erneut traumatisiert - und dann hatte ich mich für ca 1,5 Jahre komplett aufgegeben.

      Spoiler anzeigen
      Ich flüchtete aus dem Internat und musste stundenlang mit Behörden telefonieren, weil mir niemand glauben wollte, was passiert ist.
      Danach war ich mehr am Dissoziieren als anwesend. Aber ich wollte nicht in die Klinik, ich wollte nicht mehr leben. Also dümpelte ich vor mich hin, ließ mich zwar zum Neurologen und ins Schlaflabor schleifen, setzte Zuhause aber die Medikamente ab und trank jede Menge Alkohol.
      Zeitweise war ich mehr in der Trinkerszene auf der Straße unterwegs als Zuhause, obwohl ich eine Wohnung hatte.
      Erst Mitte 2014 bekam ich wieder die Kurve, nachdem ich ein Delirium erlitten hatte und drei Monate später meinen letzten Suizidversuch unternommen hatte.


      Ich hatte zwar versucht, einen Vorkurs zum Abitur an der Abendschule zu besuchen, aber das ging nicht lange gut. Ich dissoziierte öfter mal im Unterricht, und ich konnte es nicht mehr ertragen, dass die Lehrer und Mitschüler sich Sorgen gemacht haben.

      Deswegen wäre es für mich der einfachere Weg, das Abitur direkt nachzumachen und dann ins Studium zu gehen. Mittlerweile habe ich meine Dissoziationen tagsüber im Griff. Was nachts passiert, ist ja für die Schule und das Studium egal.

      Zu meiner Persönlichkeit ist zu sagen, dass ich Probleme habe mit zu festen Arbeitsbedingungen. Wenn ich einen Chef habe, der mir ständig über die Schulter schaut und hohe Anforderungen stellt, bin ich schnell überfordert.
      Am besten kann ich arbeiten, wenn ich mir die Arbeit selbst einteilen kann und recht frei in Gestaltung und Organisation bin. ;)

      Liebe Grüße
      Die Eiskönigin
    • 6-stündige Klausuren hatte ich vor 10 Jahren an der Gesamtschule in der Oberstufe auch. Das Abitur ist je nach Bundesland recht unterschiedlich, deswegen würde ich mich da auch noch mal informieren. Hätte ich Mathe als Abifach haben müssen, hätte ich jetzt auch keinen Uniabschluss...

      Mein Bruder hat sein Abi an der Abendschule nachgemacht. Er hatte auch Anspruch auf Bafög (kriegt man das nicht bis 33? Zumindest ist das beim Studium so). Was ich so mitbekommen habe, ist der Lehrplan im Vergleich zu dem Abi was ich gemacht habe gestutzt, viel lernen nebenher musste mein Bruder nur für die Abiturprüfungen, aber das ist ja bei jedem anders. Und in den Abendschulen ist ja schon klar, dass man tagsüber was anderes tut. Trotzdem soll ja dieser Bildungsweg ermöglicht werden, also würde ich es versuchen! Vielleicht kannst du einfach mal zu einem Beratungsgespräch einer Abendschule gehen und fragen wie man das zeitlich für sich einteilen kann

      :trost (1).gif: Ich finde es toll, dass ihr euch neuen Herausforderungen stellen und es versuchen wollt, lasst uns aus uns rausholen was geht :)

      [definition=32,0]PS[/definition]: Annche, ich bin auch aus Münster, sag Bescheid wenn du Hilfe brauchst ;)
    • Hallo Eiskönigin,

      ich habe das Abitur, die Matura, auch nachgemacht. Das Nachholen der Mittleren Reife ist zu empfehlen. Neben erworbenen Fertigkeiten sollte auch die Persönlichkeit an Reife erlangen. In Österreich gibt es neben privaten Anbietern wie das Wirtschaftsförderungsinstitut und das Berufsförderungsinstitut, auch öffentliche Schulen, an denen man im Schnelldurchlauf das Abitur machen kann. Günstiger und zu einer vollen Mittleren Reife kommt man, wenn man beispielsweise einen Aufbaulehrgang oder eine Abendschule besucht. Vom Schultyp Handelsakademie gibt es einen solchen Lehrgang. Er setzt allerdings eine bereits zuvor abgeschlossene höhere Schule voraus. Die Schwerpunkte sind Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Buchhaltung, Politische Bildung, Mathematik, Deutsch, Englisch, Italienisch, Physik, Chemie, Biologie, Wirtschaftsgeografie, Wirtschaftsinformatik und Marketing. Meine Schwester hat an dieser Schule bereits das Abitur nachgeholt. Ihr Freund hat sie damals auf die Idee gebracht und das Abitur an einer wirtschaftlich ausgelegten Abendschule erworben.

      Ich habe danach mit einem Lehramt-Studium begonnen, Lehramt für Allgemein Höhere Schulen. Ich habe mir gedacht, dass es mir läge, Schüler zu unterrichten, vor allem, weil ich selbst positive Erfahrungen gesammelt und Wertschätzung erhalten habe. Vielleicht ist es wirklich so, dass Borderline gerne soziale Berufe wählen. Ich bin mit der Zeit zum Entschluss gekommen, dass ich doch einen fachspezifischeren Bachelor machen möchte. Ein paar Klausuren habe ich mir anrechnen lassen können. Wenn du Lehramt studieren solltest, dann benötigst du zwei noch Studienrichtungen, zum Teil gibt es eigene Vorlesungen abseits der Lesungen im Rahmen des Bachelors. Hinzu kommt noch eine schulisch-pädagogische Ausbildung.
      Was mir an einem Lehramt-Studium nicht gefallen hat, ist der Wechsel der Fakultäten, das teilweise Auswendiglernen und die Unvollständigkeit der Materie, Lehramt auf Diplom hat inhaltliche Lücken. Es hat Parallelveranstaltungen gegeben und ein Studienzweig mit Verzögerung kann das ganze Studium aufhalten. Ich könnte mir nicht vorstellen, Jahr für Jahr das Gleiche zu erzählen. Dann solltest du noch eine dicke Haut mitbringen, das mit den Schülern wird nicht einfach. Solltest du in eine Meinungsverschiedenheit mit Kommilitonen geraten, so erhält du einen Vorgeschmack auf das was kommt. Man kann um eine Studienbeihilfe ansuchen und alles was über zwei Toleranzsemster hinausgeht, kostet zirka 370 Euro pro Halbjahr. Für viele Studien sind Selektionsprüfungen abgeschafft worden und es gibt in Österreich keinen Numerus clausus. Viele Deutsche kommen an österreichische Universitäten.

      Würdest du lieber an einer unteren Schulstufe unterrichten?
    • @Danio: Ja, am liebsten würde ich an einee Grundschule oder einer Förderschule unterrichten. Maximal bis Klassenstufe 10, Oberstufenunterricht traue ich mir nicht zu, das gebe ich zu. In der Nachhilfe geht es, aber da habe ich auch nur fünf Schüler und unterrichte ausschließlich Englisch.

      Danke für deine Info. Die Mittlere Reife habe ich und auch die Berechtigung, eine Oberstufe zu besuchen.
      Anfangen würde ich gerne im Simmer nächsten Jahres, weil ich dann finanziell mehr Luft habe.

      Liebe Grüße
      Eiskönigin
      --------------- 18. Dezember 2015, 13:26 ---------------
      Hallo ihr Lieben,

      Ich habe mal wieder gute Neuigkeiten : Meine Betreuerin hat mein Potenzial erkannt, ebenso wie die Sachbearbeiterin vom Jobcenter. Was für mich sehr gut ist.
      Mir wurde nun endlich das persönliche Coaching offiziell bewilligt, mit dem Ziel einer Therapieplatzsuche und auch mit dem Ziel, die Abstinenz zu sichern.

      Meine Betreuerin unterstützt mich sehr. Im neuen Jahr wollen wir an einigen Schulen vorsprechen wegen einer möglichen Anmeldung, am beste auf einer Vormittagsschule, damit ich nebenher weiter arbeiten kann. :)

      Ich habe jetzt verschiedene Schulen herausgesucht, wo wir unser Glück probieren wollen.
      - Fachgymnasium Gesundheit und Soziales, Schwerpunkt Sozialpädagogik (in der Zeit dort würde ich gleichzeitig den Beruf der Sozialassistentin anerkannt bekommen, da der Abschluss gleichwertig ist)
      - ein Vollzeitkolleg für Erwachsene

      Mal sehen, wie es wird. Im Januar sind die Infoabende, wo man vorsprechen kann. Ich bin echt gespannt.

      Liebe Grüße
      Eis
    • Yes Yes Yes! :happy:

      Morgen ist nun der Infoabend Nummer Eins, am Fachgymnasium Soziales! Mein Freund begleitet mich dorthin, weil ich alleine viel zu nervös wäre und das Risiko, zu dissoziieren recht hoch ist.

      Aber ich überlege einen Plan B. Da ich nicht mehr schulpflichtig bin, hat mein Chef mir geraten, micb mindestens an zwei Schulen anzumelden, damit ich auf jeden Fall einen Platz bekomme.

      Habe meinen aktuellen Plan auch mit meiner Coacherin besprochen. Sie wird diesen meiner Sachbearbeiterin vom Jobcenter erklären. Und bis zum Sommer wird sie mit mir an Techniken arbeiten, damit ich stabil genug für die Schule bin.

      Ich finde es sehr gut, dass ich nun die Unterstützung bekomme, die ich dafür brauche und hoffe, dass ich aufgenommen werde.

      Bitte drückt mir die Daumen!

      Eis
    • :winkwink

      Ich habe nach meiner ersten Ausbildung auch überlegt, mein Abitur nachzuholen und mich zuerst bei einer Abendschule erkundigt. Aus Zufall habe ich dann von einem Kolleg erfahren und mich dazu entschlossen, wieder zu normalen Zeiten in die Schule zu gehen. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich! Der Stress war aufgrund dessen, dass man viele Unterrichtsfächer frei wählen durfte, zu überwältigen. Als Leistungskurs konnte ich gar Psychologie belegen. Und auch mit dem elternunabhängigen BAföG bin ich gut ausgekommen.

      Soviel zu meinen Erfahrungen. Ich drücke dir fest die Daumen, dass es bei dir bald so losgeht, wie du es dir wünschst!