Ist Suizid egoistisch?

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    • Ist Suizid egoistisch?

      Wie denkt ihr darüber?
      Ist es egoistisch sich umbringen zu wollen?

      Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
      ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
      fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
      stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
      stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
      genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen!

      (Autor unbekannt...) :)

    • Ich finde es egoistisch, weil man überhaupt nicht an die Menschen denkt, die man zurücklässt. Die leiden ihr ganzes weiteres Leben wegen unserem Suizid. Partner, Freunde, Familie etc... Andererseits ist es ja meine Sache was ich da tue. Es ist ja mein Leben, ich kann damit machen was ich will, aber naja, die Angehörigen bleiben und trauern.

      Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
      ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
      fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
      stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
      stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
      genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen!

      (Autor unbekannt...) :)

    • Ja, aber sie würden doch auch trauern, wenn man irgendwann auf natürliche Weise stirbt.
      Denn wie ihr schon sagtet: das ist mein Leben + damit kann ich machen, was ich möchte. Mich hat ja auch keiner gefragt, ob ich leben möchte, könnte es von daher als Egoismus meiner Eltern bezeichnen.

      ...Entschuldigung, wenn das grad etwas hart oder barsch klingt.
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Klar wurden wir nicht gefragt, aber naja, das geht ja auch schlecht, hehe.

      Wenn man normal stirbt, können Hinterbliebene da besser mit umgehen als mit einem Suizid.

      Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
      ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
      fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
      stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
      stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
      genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen!

      (Autor unbekannt...) :)

    • Auch wenn sich in mir gerade alles dagegen sträubt: ja, Suizid ist egoistisch.
      Man lässt diejenigen mit dem Schicksal alleine, dass sie in dieser einen Sekunde nicht für einem da waren. Man lässt sie damit alleine, dass man in dem Moment so verzweifelt war und keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat.

      Auf der anderen Seite ist Suizid etwas sehr persönliches, was man nur für sich selbst entscheidet. Es ist etwas, dessen Folgen man nicht rückgängig machen kann.

      Von daher gesehen betrifft der Suizid von jemanden alle und es allen recht machen kann man es u.a. auch in diesem Bezug niemanden.
      Ich weiß das ich gut bin und
      das lass ich mir durch nichts und
      niemanden kaputt machen.

      Auch ich darf Fehler machen,
      weil Fehler menschlich sind.
      :blume auf:
    • Anders wäre es, wenn man eine Familie ernähren müsste, sie in Trauer gestürzt wäre und finanzielle Ressourcen für die Beerdigung aufbringen müsste, mitunter hin zur Verschuldung.

      Jeder sollte über seinen Körper und sein Leben frei verfügen können. Wenn jemand darüber entscheiden muss, dann der Betroffene selbst. Bis in die 60er Jahre war Selbstmord strafbar.

      Man hört auch immer wieder von Personen, die schwere Schuld auf sich geladen haben oder glauben, dass eine entsprechende Schuld auf sie beruhe. Ich finde es aber dennoch hart, wenn Betroffene dem Wallstreet-Spekulanten ihres Vertrauens, aus Rache und Sühne zum Suizid raten, weil er ihr Kapital und das weiterer Gläubiger in Millionenhöhe verspielt hat.

      Nicht Wenige denken, dass Suizid der leichtere Weg wäre aber das Gegenteil ist der Fall. Die Begehung kostet viel Überwindung. Es ist von der Natur eingerichtet, dass der Träger des Erbgutes nicht vorzeitig ausscheidet. Sieht man das aus der evolutionären Perspektive, dann haben die Egoisten erfolgreicher ihre Gene weitergegeben, während die Altruisten frühzeitig ausgeschieden sind.

      Im Werk Evolutionäre Psychologie vom Pearson-Verlag habe ich die Theorie gelesen, dass Depression, die Folge eines mangelnden Fortpflanzungserfolges sein soll.
    • Es sind ja nicht nur Menschen mit Depressionen, die den Suizid wählen; die vor ihren eigenen Problem davonlaufen.
      Sondern auch Menschen, die einfach keinen Ausweg mehr sehen. Oder die Probleme und den Hass in der Welt nicht mehr ertragen. Oder auch zB Menschen, die ihre Stimmen im Kopf nicht mehr aushalten, von ihnen in ...den Wahnsinn getireben werden, um es mal so zu sagen.
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • hallo,

      Also hier meine persoenliches Meinung zum Thema ob suizid egoistisch ist.

      erstmal bin ich der Meinung dass ja verschiedene gruende gibt suizid zu begehen
      . Ob jemand psychisch erkrankt ist, oder ob jemanden koerperlich z.b. grosse schmerzen hat oder Unheilbar krank ist, oder wenn jemand alt und vom leben muede und einsam ist.

      Es gibt einen Spruch der sagt dass man erst ueber jemand urteilen darf wenn man dessen Lebensweg gegangen ist.
      darum hat niemand dass recht jemand als egoistisch zu bezeichnen der suizid begeht.

      Wuerdert ihr jemand als egoistisch bezeichnen der Krebs hat und stirbt??? Bestimmt nicht. Er ist ja der Krankheit machtlos ausgeliefert. Meiner Meinung nach sind die psychischen schmerzen fuer jemand der psychisch krank ist nicht mehr auszuhalten und kann mit suizid enden.

      Jemand als egoistisch zu bezeichnen der suizid begeht finde ich als sehr gemein. Weil keiner bringt sich um weil er egoistisch ist und ihm das grad einfaellt.

      Ich kann nur meine Meinung dazu sagen wie suizid bei borderline oder psychischen Erkrankungen sehe aus trauriger Erfahrung.

      Euere niro
    • Schwieriges Thema...

      Grundsätzlich finde ich Suizid egoistisch, weil man in dem Moment nicht an die Angehörigen denkt, die das oft nie verarbeiten können.

      Ich sehe aber auch einen Bezug zu den Methoden.
      Egoistisch ist ein Suizid, wenn viele Unbeteiligten mit einbezogen werden oder ein Suizid mit vorheriger Ankündigung (wer versucht hat, die Person zu retten und zu spät kam, wird seines Lebens nicht mehr froh).

      Aber ich kann es auch nachvollziehen, wenn jemand Suizid begeht. Manchmal gibt es Situationen, die einfach aussichtslos scheinen und oft sind die Gedanken lange vor dem Suizid da, nur spricht man kaum darüber.

      Gruß
      Eis
    • Hallo,

      Wenn man an die angehoerig en denken wuerd und sich Gedanken um die Methode des suizid machen wuerd, waere man in dem Moment Herr seiner Sinne und wuerde mit hoher Wahrscheinlichkeit diesen nicht vollziehen.
      meinen Sohn verlor ich dir suizid. Ich kam zu spaet. 12 Stunden vorher sagte er zu mir: mama was kann ich tun dass nicht die Gedanken an suizid kommen. Ist wie ein Schalter und dann will ich nur noch sterben. Es war sein 5. Suizidversuch. Sprach 2 Stunden vorher mit ihm und frsgte ihn ob er Gedanken hat sich umzubringen. Er sagte nein er will allein sein. Ich ging dann wieder.
      er wollte eine Therapie machen. Waren paar Stunden vorher in borderline klinik und er war voller Freude dass er Hilfe annehmen will. Die letzte sms war an seine Freundin ob sie ihm treu ist wenn er in klinik ist. Sie schrieb sie weiss es nicht.

      Die Frau ist nicht schuld. Aber in dem Moment war sie der ausloeser.

      Ich wuensch niemand dass mitzumachen. Ich selbst bin auch borderliner.

      gruesse euere niro
    • Hallo

      ich glaube ist eine schwierige Frage, für den Betroffenen ist es der "letzte Ausweg" und macht sich sicher keine Gedanken obs nun egoistisch ist oder nicht.
      Für den Hinterbliebenen der mit dem Verlust klar kommen muss, ist es sicher als egoistisch aufzufassen.
      Generell würde ich aber sagen, man darf es nicht Kategorisieren.
    • In Kalifornien hat eine medial berühmt gewordene Frau gelebt, die den Freitod aufgrund eines Hirntumors gewählt hat. Neben Patienten mit starken Schmerzen gibt es auch welche, die keine Schmerzen haben aber beispielsweise Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium. Betroffene mit Alzheimer im Endstadium liegen nur mehr regungslos da, bis der Atmungsgenerator im Hirnstamm die Funktion einstellt. Dann gibt es auch welche, die vollen Bewusstseins wegen einer bitteren Enttäuschung den Selbstmord wählen, wie historisch Seneca, der Erzieher Neros.

      Andere begehen keinen Suizid an sich, sondern eine Art "Suizid auf Raten", nehmen eine zu hohe Medikamenten-Dosis ein, risikieren ihr Leben beim Fahren oder schaden sich auf eine andere Weise. Mehr oder weniger wird das Resultat in Kauf genommen.

      Stirbt jemand, der einem nahe liegt, dann wird das für die Angehörigen sehr schmerzhaft und kann sie sogar aus der Bahn werfen. Bei einem Selbstmord ist es oft so, dass sich die Verbliebenen fragen, welchen Anteil sie daran hätten und wie sie ihn hätten verhindern können. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass ein Suizid ansteckend ist aber andere könnten danach auch daran denken, diesen Weg selbst zu beschreiten.

      Ist anschießend das Begräbnis zu bezahlen, muss gegebenenfalls ein Kredit aufgenommen werden, bis der Notar die Freigabe der Vermögenswerte erteilt. Haben die Familienangehörigen im selben Haus gewohnt, dann kann es sein, dass sie es trotz dem sie es geerbt haben, aufgrund der anfallenden steuerlichen Belastung, verkaufen müssen. Das kann die Familie weiter trennen.

      Ego steht für "ich". Somit ist eine Selbsttötung, die nicht aufgrund einer Psychose begangen wird, "egoistisch".
    • Danio schrieb:

      Ist anschießend das Begräbnis zu bezahlen, muss gegebenenfalls ein Kredit aufgenommen werden, bis der Notar die Freigabe der Vermögenswerte erteilt. Haben die Familienangehörigen im selben Haus gewohnt, dann kann es sein, dass sie es trotz dem sie es geerbt haben, aufgrund der anfallenden steuerlichen Belastung, verkaufen müssen. Das kann die Familie weiter trennen.
      Ja, aber das ist doch auch oft so, wenn jemand stirbt.
      Ich seh das ja in meiner Famile und im Bekanntenkreis. Am Ende gehts immer ums Geld/ wer was bezahlt/was bekommt. Und dann gibts Streit und Funkstille. Das war schon recht oft so.
      ..oder wer im Pflegefall eben diese übernimmt.
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Ja, aber das ist doch auch oft so, wenn jemand stirbt.
      Ich seh das ja in meiner Famile und im Bekanntenkreis. Am Ende gehts immer ums Geld/ wer was bezahlt/was bekommt. Und dann gibts Streit und Funkstille. Das war schon recht oft so.
      ..oder wer im Pflegefall eben diese übernimmt.
      Nur kommt ein Suizid oft unerwarteter, obwohl du durchaus recht hast. Mehr sterben unvorbereitet an einem Herzinfarkt, als 1 oder 1,3 von 10 000 Bürgern an Suizid. Das Auseinandersetzen mit dem Sterben wird immer so weit wie möglich aufgeschoben und verdrängt. Nur Suizid, die Tötung, die durch die eigene Hand begangen wird, unterscheidet sich davon. Das wirft bei den Angehörigen und Bekannten doch Fragen auf. Das macht die Stimmung nicht besser.

      Was mich überrascht hat: Nach einem Todesfall in meiner Familie, ist es kaum um Geld gegangen. Mein Vater hat die Kosten der Beerdigung freiwillig übernommen. Die verbliebenen Kontoguthaben sind durch drei geteilt worden. Mein Vater wollte nach dem Begräbnis mit null abschließen, ohne Gewinn oder Verlust. Meine Schwester hat kein Interesse gehabt, mehr herauszuschlagen. Sie hat ein Haus und auf eine genaue Schätzung des geerbten Familien-Hauses ist es ihr nicht angekommen.
    • Hallo,

      Ich hab einen - um Haaresbreite erfolgreichen - Suizidversuch hinter mir und kann nur sagen, dass es vielleicht objektiv egoistisch sein mag, in dem Moment ist es aber die einzig mögliche Lösung. Man verneint ja nicht zu leben, man verneint so zu leben wie bisher - weil man so einfach nicht mehr weiter machen kann. Das ist nicht egoistisch, das ist Hilflosigkeit, weil man nicht weiß wie es weiter gehen soll und man kein Licht am Ende des Tunnels sieht.
    • Ich habe bis heute keine klare Meinung, ob ich Suizid als egoistisch erachte oder nicht.
      Für die Hinterbliebenen ist es das vielleicht. Vielleicht ist es aber auch eine reine Schutzbehauptung, weil sie glauben, dass es leichter für sie wird, Egoismus ist leichter zu ertragen als mögliche Schuldgefühle.
      Liebe Grüße sendet euch Luna

      :elefant blau: :elefant orange: :elefant blau: