Tango

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    • Wir haben einen Workshop gemacht: "Trust your tango skills - see yourself in a video" (Vertraue deinen Tango-Fähigkeiten - sieh dich selbst auf Video)
      Hier ist das Ergebnis:

      Im Vergleich zu vorher deutlich reduziert, nur einfachste Schritte, keinen Schnickschnack - nichtmal eine einzige Sacada (Bein der Frau mit Schwung hochwerfen) oder Volcada (Frau aus der Achse bringen und auf sich legen) - dafür aber mehr Verbundenheit und Harmonie im Paar - weniger ist deutlich mehr (ohne Medis könnte ich allerdings niemals so weit runterfahren - habe ja auch noch AD(H)S mit Hyperaktivität wo das einfach nicht geht)...

      Gestern hat ein Lehrer bei der Abschlußparty gesagt (sinngemäß ins Deutsche übersetzt):
      Wenn man die Frauen fragt: "Wer ist der ist der beste Tänzer? Der der Dich durch die wilden Sacadas jagt?" antworten die meisten: "Der mit der zärtlichsten Umarmung!" - sofort Zustimmung vom weiblichen Publikum!
      Fragt man die Männer - "Klar! Der Typ mit den wilden Sacadas!" - aber die müssten ja auch nicht mit ihm tanzen und wissen daher nicht wie es sich für eine Frau anfühlt - "Also Jungs! Denkt mal nach! Wollt Ihr die Mädels oder die Jungs beeindrucken?" :victory

      Bin nach einer Woche im Tango Camp noch voll am Nachspüren all der vielen Eindrücke...

      P.S.: meine Partnerin im Video ist selbst Partnerin eines Borderliners (die Welt ist echt klein ;) )
    • Was die Klamotten angeht:
      Ich ziehe es vor, mit Können statt durch Kleidung anzugeben. Im Video tanze ich sogar in Socken mit einer übergewichtigen Frau mit Absätzen, spiele hoch riskant mit ihren Füssen und schaue ihr dabei lächelnd in die Augen. DAS ist auch eine Art von Angeben - habe diese Dame auch schon in Hebefiguren gehoben - alleine die Gesichter rundum zu sehen - einfach unbezahlbar.....

      Ich bevorzuge alternative Musik und tanze auch alternativ, was ich auch bewusst durch die Wahl der Kleidung ausdrücke. Mal laufe ich im Che Guevarra T-Shirt mit Rebellen-Barett auf und tanze auch so, pfeife auf alle Regeln und Konventionen - lange schnelle Schritte, Sprünge, Hebefiguren, eng umschlungen und voll theatralisch auch mit älteren Damen, TS-TänzerInnen und auch Männern - bin schließlich Tantralehrer und bringe so die Tantra-Philosopie in den Alltag...

      Und ein andermal überrasche ich im professionellen Tango-Outfit: die obligatorischen schwarzweißen Schuhe, Nadelstreifen-Hose, Designer-Hemd und Hut und tanze total diszipliniert und traditionell...

      Es tobt seit Jahren ein heftiger Kampf zwischen Traditionalisten, die nur traditionelle Stücke aus den 30er und 40er tanzen, wo eine Frau sich entweder marionettenhaft wie ein Einkaufswagen führen lassen muss oder alternativ Damendressuren mit auswendig gelernten Choreografien abgespult werden. Die Leute vom "Tango-Hochadel" tanzen dabei wie auf ihrer eigenen Beerdigung wenn sie das Hochamt des Tango zelebrieren.
      Ein versöhnlich und ironisch gemeinter Artikel einer alternativen Tänzerin über die "Tango-Taliban" hat einen regelrechten Krieg entfacht - alternative Tänzer wurden mit Hausverbot belegt oder boykottiert.
      Im Augenblick haben die Taliban heftig an Boden gewonnen - immer mehr alternative Lokale mussten schließen, gute DJs gaben ihren Job auf und man muss hunderte Kilometer fahren wenn man alternativ tanzen will.

      Ich liebe es daher, auch auf traditionellen Milongas den Widerstand zu organisieren, die Frauen dazu zu bringen, sinnbildlich die Burka auszuziehen und einfach zu tanzen wie es ursprünglich gedacht war...

      Tango war ursprünglich ein Tanz der Unterschicht, geboren in den Slums von Montevideo oder Buenes Aires...
      Ganz einfache Menschen ohne Tanzschulen haben einfach angefangen zu tanzen um den Sorgen ums Überleben zu entfliehen...
      Es geht nicht um Schritte (das unwichtigste im Tango überhaupt) oder Technik - es ist einfach eine Art, zu leben...

      Das Camp ging eine ganze Woche. Morgens Bodywork (Yoga, Pilates, Feldenkreis, Meditation) dann bis zu 3 Workshops (Technik, Musikalität, Improvisation...), Gathering mit Spielen, Café-Milonga, Abend-Milonga und "The official illegal afterparty)...
      Das ganze mit 190 Super-TänzerInnen aus der ganzen Welt (u.a. Australien, Hawai, Korea)-tonnenweise T-Shirts verschwitzt (deshalb T-Shirt - saugt besser und ist schneller zu wechseln, denn es ist SPORT)....

      Bin jetzt erstmal völlig geflasht und muss nach den vielen Begegnungen, Umarmungen, Küssen.... erstmal wieder gaaaaaanz langsam im Alltag ankommen - habe deshalb gestern erstmal die Metal-Party ausgelassen (wär dann doch zu krass) und gehe heute auf eine traditionelle Milonga um den Spirit des Taboe Tango Camps langsam in das normale Tangoleben zu integrieren.
      Ist schon mein viertes Camp gewesen und weiß daher aus Erfahrung wie krass der Unterschied sein kann...
      Also ganz langsam, Schritt für Schritt...
    • Tanzen ist nicht nur Leben, sondern auch Therapie pur...
      War 5 Jahre mit einer Tanztherapeutin zusammen...
      Man kann super das Spiel mit den Polen Nähe/Distanz, Sensibilität/Temperament und vieles mehr üben...
      Es bringt einen mehr in Kontakt mit sich selbst und zu anderen...

      Eine Tanzpartnerin hat mir nach unserer Show kommentarlos die CD für das DBT-Skilltraining in die Hand gedrückt ;) - erwischt!