Ich bin psychisch krank - Ausrede für alles - Diskussion

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    • Ich bin psychisch krank - Ausrede für alles - Diskussion

      Heyho :)

      Ich hatte neulich schon mal die Idee, dieses Thema zu eröffnen, zumal ich erst vor einigen Monaten wieder in den "Genuss" solcher Dinge kam. Und neulich wurde mir von jemanden hier aus dem Forum am Telefon gesagt, ich solle diese Diskussion wirklich eröffen. Derjenige weiß, dass er gemeint ist. :)

      Bevor ich aber anfange, möchte ich klar sagen - ich meine hier NIEMANDEN persönlich. Wer sich angesprochen oder angegriffen fühlt, sollte sich lieber fragen, warum.

      Meine Frage: Wie seht ihr das? Oder wie sind eure Erfahrungen?

      Mir sind schon so verdammt viele Personen mit psychischen Erkrankungen begegnet, die ihre Erkrankung, Diagnose als Freifahrtsschein für alles genutzt haben oder nutzen. Getreu dem Motto: Ich bin krank, ich darf das, das ist halt die Erkrankung etc. Mich macht sowas immer derbe wütend - zumal es mich auch spiegelt.

      Warum?

      Ich habe es früher genauso gemacht. Als ich die Diagnose Borderline erhielt, dachte ich mir auch "Ok, jetzt weißt du, warum du bist wie du bist". Ich bin durch die Welt gelaufen mit Heiligenschein, bin ständig emotional Amok gelaufen, habe alles eingestampft, was mit Hilfe zu tun hat, weil "Es ist halt so, ich habe Borderline!" Ich bin in dieser verdammten Diagnose so dermaßen aufgegangen und dennoch mehr und mehr untergegangen. Und natürlich habe ich mich über die Abweisungen, schiefen Blicke, bösen Worte etc. gewundert - ging ja gar nicht.
      Heute denke ich mir darüber: Was für eine Zeitverschwendung!
      Denn mich hat das NULL weiter gebracht.

      Und heute?
      Heute sage ich mir "Ok, ich habe zwar Borderline, aber ich bin für mein Handeln selbst verantwortlich". Ich bin absolut kein einfacher Mensch. Und ich habe auch immer noch Total-Ausfälle. Und manchmal brauch auch ich den berühmten Hinterntritt.
      Und ja, verdammt, diese ganze Scheiße ist mit Arbeit verbunden. Viel Arbeit.

      Aber ich merke im Laufe der Zeit mehr und mehr, dass ich eine tiefe Abneigung gegen diese Einstellung "Ich bin psychisch krank - ich darf das!" habe. Nicht zuletzt auch, weil es Klischees am Laufen hält. Mein Ex-Freund z.B. ist so ein Kandidat. Therapeuten haben sowieso alle keine Ahnung - und alle, die "weiter" in Sachen Therapie sind, "stellen sich alles einfach vor". Was ich mit ihm manchmal diskutiert habe, hört mir auf. Meine Kraft reicht gerade so für mich, niemals für uns beide. Aber das hat er nicht begriffen.

      Aber warum machen manche das? Ich behaupte ja nicht mal, dass man das bewusst tut. Und wahrscheinlich würden es auch alle abstreiten. Und wieso sind manche Diagnosen "cool" und manche "nicht so cool"? Ja, ich habe viel gelesen, erlebt in Foren, in Kliniken und ich frage mich, warum?

      Klar, eine psychische Erkrankung sieht man nicht. Und was man nicht sieht, existiert nicht? Für Viele ist das wohl heute noch so. Aber was interessieren denn die anderen? Ist es nicht viel mehr auch eine Frage des eigenen Umgangs damit?

      Und wer mir jetzt an den Kopf wirft, ich bin überheblich und arrogant- sei es drum. Es ist lediglich ein Fragment meiner eigens gemachten Erfahrung. Und inzwischen kriege ich oft gesagt "Wie, du hast Borderline? Merkt man gar nicht". Kommt ja auch nicht von einfach so. Und ich bin auch immer bereit, Dinge zu erklären. Mein Kollege z.B., der fragt viel. Und er lernt daraus "Aha, es geht auch anders". Und mir ist Austausch auf Augenhöhe sehr wichtig. Aber ich gebe es auch zu, ich flippe gern mal aus, wenn ich merke, jemand versteckt sich hinter seiner Erkrankung. Und dann ziehe ich mich zurück.

      Mich interessiert hier einfach, wie ihr das seht. Und wie ihr das (an euch selbst) erlebt. Ich weiß auch, dass sowas nicht nur auf psychische Erkrankungen bezogen sein kann. Aber es passt hier zum Thema. Ich kenne beispielsweise auch blinde Menschen, die von der Gesellschaft VERLANGEN, dass ihnen der Allerwerteste gepudert wird. Die einen erwarten eine geschnittene Pizza im Restaurant - weil sie sind ja blind. Andere Blinde fliegen allein in den Urlaub. Ich kenne beide Varianten. Und auch da - von der Erstgenannten halte ich mich fern. :)

      Und zum Schluss erwähne ich nochmal - ich spreche hier NIEMANDEN persönlich damit an. Es ist eine Grundsatz-Diskussion.

      So, und nun ihr. :)
      Liebe Grüße sendet euch Luna

      :elefant blau: :elefant orange: :elefant blau:
    • Menschen sind ja unterschiedlich, einige haben nur gelernt, nachzugeben und für die kommt dann die Krankheit wie gerufen.

      Wenn ich mir überlege, ich bin z. B ohne Schulabschluss, ohne Berufsausbildung un dder Zeit ist definitiv abgelaufen, dann hätte ich mich auch unter Krankheit versteckt, um nicht im Verzweifelung zu ertrinken.

      Man kämpft, wenn man einen Sinn hat, eine Ziel.

      Habe mich ab un dzu auch unter Krankheit versteckt, als ich z. B bei arge landete: kam mit Arbeitsvermittlerin nicht so gut klar, stellte mich ein bißchen kränker als ich bin und bekam eine Fallmanagerin. Hatte auch keine harte Auflagen ( 20 Bewerbungen pro Monat), könnte mich in Ruhe bewerben und fand schlisslich einen Job. Mit dem Druck und Auflagen hätte es wahrschelnlich nicht geklappt.
      Überhaupt während meiner Arbeitslösigkeit verstecke ich mich oft hinter meiner Krankheit, einfach weil ich mich für meine Arbeitslösigkeit schäme, fei nach dem Motto - Lieber krank als arbeitslos.
    • Ich finde das ein sehr interessantes aber auch heikles Thema. Wie in meiner Vorstellung erwähnt, lebe ich noch nicht lange mit der Diagnose. Dafür schon sehr lange mit dem Chaos im Kopf und in meinen Emotionen. Die Borderlinediagnose zu nutzen, um mein Verhalten zu entschuldigen, würde mir nicht in den Sinn kommen. Wichtig war für mich endlich zu begreifen, warum ich so bin wie ich bin. Für mich eine Antwort auf die ewige Frage und das Empfinden anders zu sein als meine Mitmenschen. Mein Verhalten auf Grund der Diagnose etwas besser verstehen und an mir arbeiten zu können, wenn ich auch noch nicht so ganz genau weiß, wie ich das anstellen soll. Ich hatte leider Jahrzehnte Zeit mein Verhalten, meine Überlebenstrategien krankhaft zu perfektionieren. Ganz klar aber werde ich meine Erkrankung nicht nutzen, um mein Verhalten zu rechtfertigen. So nach dem Motto "Ich darf das!"
      Auch halte ich mich von Menschen fern, die ihre Diagnose(n) dafür "missbrauchen". Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es wegen Menschen, die so handeln, so ein negatives Bild unserer Diagnose gibt. Es ist zu Haare raufen, was man im www so alles lesen kann wie wir Borderliner so sind. Wir manipulieren unser gesamtes Umfeld, wir lügen... usw. Es gibt ja sogar Psychiater, Psychotherapeuten die einen mit der Diagnose erst gar nicht behandeln, aufnehmen.
    • Also "ich darf das, ich habe xyz" finde ich schon krass.
      Habe mich ja erst vor kurzem untersuchen lassen und vorher versucht ohne irgendwelche Diagnosen durchs Leben zu kommen was nicht wirklich funktioniert hat.

      Als Ausrede benutzen sollte man es nicht. Aber damit kann man wenigstens ein paar Sachen erklären, wenn sie doch schon mal versehentlich passiert sind.
      "War gestern ganz komisch drauf. Tut mir unendlich leid, was ich gestern gesagt habe. Hoffe, dass ich dich nicht zu sehr verletzt habe..."
      Oder neulich bei der Telekom angerufen "Habe großen Mist gebaut und einen Vertrag unterschrieben, den ich gar nicht bezahlen kann. Ist mir furchtbar peinlich aber können wir nicht eine Lösung finden?"

      Oftmals geht dann was. Es von vornherein so zu planen ist natürlich megamies, besser ist es es nicht zu machen aber manchmal passiert es eben...

      "Sorry habe AD(H)S und leider nur die Hälfte mitbekommen. Kannst du bitte noch mal langsam die wichtigsten Sachen wiederholen?" - kann ungeheuer helfen.

      Auch auf dem Jobcenter hilft es. Ohne den Druck Bewerbungen schreiben zu müssen geht viel mehr.

      Wie gesagt-schwierige Gratwanderung. Habe meine Diagnose erst seit kurzem (vorher wollte ich sie partout nicht) und lerne, dass es durchaus Dinge im Leben erleichtern kann, wenn man offen damit umgeht. Versuchung ist natürlich da, es zu missbrauchen...
    • Mir fällt gerade was ein:

      eigentlich versuchen alle schwache Menschen, sich mit irgendwas zu entschuldigen, z. B

      "Bin Italienerin (Türkin, Araberin), habe einen südländischen Temperament, deswegen werde ich schnell laut und aufbrausend"
      (eine Entschuldigung von Choleriker mit Migrationshintergrund, die nicht gewillt sind, ihre Verhalten zu ändern. Komischeweise wenn arbeitsrechtliche Konsequenzen anstehen, ist südländische Temeperament auch weg)

      "Bin kurzsichtig, sehe den Staub einfach nicht, deswegen sieht es in meiner Wohnung so aus" (Komischrweise verschmiert sich die Dame beim Schminken nicht, sie hat einfach kein Bock auf Putzen)

      u.s.w

      Bei psychisch Kranken ist es eben die Krankheit, mit die man sich entschuldigt.

      Ich habe jahrelang mein Studienabbruch und meine danachfolgende Langzeitarbeitslösigkeit mit Krankheit entschuldigt, bis ich mir eingestanden habe, dass ich einfach a) in eine falsche Person verknallt war b) tierische Bock auf Drogen und abfeiern hatte und c) einfach kein Lust hatte, irgendwas produktives zu machen, eben "Null Bock - Haltung"
      Ich habe mir es erst eingestanden, als ich aufgehört habe, dieser Zeit zu idealisieren


      Aber
      die tollste Entschuldigung habe ich von Christiane F in so einer
      Talkshow gehört, sie sagte, sie wurde rückfällig, weil damals in die
      80-er der Gefahr der Atomkriegs so hoch war und sie deswegen keinen Sinn
      sah, was anständiges aus ihr Leben zu machen, weil es sowieso bald zu
      Ende wird durch den Atomkrieg. Ich saß nur da und dachte: Will die Frau
      uns verarschen?
    • Es ist ein schmaler Grat zwischen dem um Rücksicht bitten durch seine besonderen Bedürfnisse und dem seine Krankheit als Entschuldigung für schlechtes Verhalten zu nutzen. Ich denke das bestimmte Personen ihre Krankheit durchaus als Entschuldigung nutzen. Wenn z.B. diese Person ihre Hobbies voll auslebt, aber angeblich nicht die Kraft hat den einfachsten Alltagspflichten nach zu kommen.
      Vox populi, vox Rindvieh

      -Elard von Oldenburg-Januschau 1855-1937
    • Kurz und knapp: Aus genau diesem Grund habe ich meine "Tiefen" oder "Schatten" noch nie irgendwo großartig thematisiert, denn ich mag diese spezielle Ausrede: "Bin krank, ich darf das" auch nicht. (Habe da beim Arbeiten auf der Alkohol-Entzugs-Station einen Hass entwickelt. Mit denen konnte man zu 90% nichts!! anfangen, weil sie ja Alkoholiker sind... Spazieren gehen? Nein, bin Alkoholiker. Reden? Nein, bin Alkoholiker. Irgendwas? Nein, bin Alkoholiker)
      Bin generell Großmeisterin im Ausreden erfinden und so eine Diagnose würde da gefühlt zu viel "Feuer" rein geben.
      Was heist eigentlich "stark" sein? Niemals aufgeben oder es schaffen, dass keiner merkt, wie kaputt man eigentlich ist ? Licht & Liebe <3
    • Hm, das ist ein sehr schwieriges Thema, in dem man nicht pauschalisieren kann.
      Sicher stimme ich der Annahme zu, dass man seine Krankheit nicht als Ausrede benutzten sollte. Dennoch sollte man selbst + das Umfeld akzeptieren wenn man zb. etwas -zumindest jetzt, im derzeitigen Zustand-nicht kann.

      ich zb kriege es nicht auf die Reihe,mit Leuten Kontakt aufzunehmen, deren Arbeit mich interessiert + mich bei diesen Menschen über ihre Arbeit kundig machen möchte (will mich ja umorientieren). Allein bei dem Gedanken daran bekomme ich aus verschiedenen Gründen Panik.

      Oder Autofahren. Meine Großeltern lachen mich schon aus, weil ich mich gegen das Autofahren wehre und denken, ich komme ohne Fahrpraxis und Auto nie auf einen grünen Zweig. Doch weil die Art, wie mir Autofahren von seitens meienr Familie näher gebracht wurde (um es mal so zu sagen), der Vergleichsdruck unter Freunden wie toll man doch fahren kann und cholerische Beifahrer und ungedulige Autofahrer hinter mir an der Ampel haben mir die Lust am Autofahren verdorben.
      Wenn mir heute einer sagt, ich muss nächste Woche fahren, kann ich bis dahin nicht schlafen, kriege Schweißausbrüche, zittrige Knie + Füße, was dazu führt, dass dann im Auto nichts mehr geht + ich heulend hinterm Steuer sitze.


      Und gerade in den social media liest man oft, dass Menschen es nicht verstehen können, wenn Mütter ihren Kindern wehtun/ sieumbringen (nicht falsch verstehen, ich heisse das nicht gut!!). Aber das Problem der Postnatalen Depressiondann immer schön klein reden und Alltagsfloskeln fallen lassen., a lá "früher brauchten wir auch keinen psychiater" "Die Frauen von heute vertragen nichts mehr" "Da muss man sich einfach zusammenreißen" "Früher hatten wir mehr Stress" usw.

      Also ich finde auch, es ist ein sehr schmaler Grad zwischen Ausrede und "ich kann einfach nicht mehr"
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Hey super gutes Thema Luna, vielen Dank auch für dein Gegenüber am Telefon!


      Ich "nutz" mein Borderline nur in den wenigsten Fällen als Grund und nicht als Ausrede. So wissen zB manche Dozenten von meiner Uni bescheid, nicht unbedingt meine Diagnose, aber dass es mir immer mal wieder nicht gut geht und ich deshalb nicht immer anwesend sein kann. Das kommt sehr sehr gut rüber, vor allem, weil die Dozentin mich eigt immer als sehr leistungsstarke und aufmerksame und beitragende Studentin erleben und mein Nicht-Kommen eben nicht mit "null Bock" abstempeln (was mir persönlich sehr wichtig ist, dass die Dozenten wissen, dass ich echt nicht kann, und mir nicht einfach n schönen Tag mache). Ich bekomme da eigt durchgehend nur positives Feedback und echt sehr gute Rückmeldungen gegenüber meine Person.

      Ich habe schon n paar mal meine Diagnose dazu genutzt, dass ich mich krank schreiben hab lassen im Fitness center oder in der Kletterhalle. Aber, da wars auch einfach so, dass ich ein Tief hatte und nicht hin bin.

      Ich hätte die Möglichkeit auf einen Nachteilsausgleich in der Uni mit mehreren Fehlzeiten, mehr Zeit, Fristverlängerung etc, ich bin immer wieder kurz davor, ihn der Behörde zu übergeben (Unterschrift und Vorgespräch hatte ich schon). Nur weiß ich, dass es dann auch einfach einen Freifahrtsschein gibt. Im sinne: "ich bin krank, ich darf liegen bleiben und muss mich nicht zusammenreißen" und genau das ist der Punkt, weshalb ichs noch nicht getan hab.



      Was ich noch sagen wollte in Bezug auf psychisch- kranke Menschen. Ich glaube man kann das auch besser mit "Menschen die ihre Verantwortung auf andere schieben" umbennen, denn da gibt es auch genug ohne nen Stempel einer Diagnose. Und da muss ich sagen, dass ich da garnicht klar komme. Meine beste Freundin hat ne Essstörung, aber sie ist genau wie ich immer am kämpfen und klar gibts Rückschläge und doofe Tage, aber wir geben nicht auf, sondern machen immer weiter und bauen uns manchmal eben gegenseitig auf, wenns alleine nicht geht. Aber wir beide wissen, dass im Grunde nur wir das tragen und ändern können. und es bei uns selbst beginnt.

      Folgende Geschichte zeigt dagegen einen Menschentyp, den ich echt garnicht haben kann: (ist erst am Wochenende passiert, daher passts echt ganz gut, damit ochs auch mal wegbekomme ), es gibt leider viele Leute, die oftmals in der Klinik sind, die genau diese"es sind immer die anderen, ich bin Opfer" - Mentalität besitzen, und weshalb ich Klinikbekanntschaften oder Freundschaften eigt echt immer sehr ungut entgegen stehe, weils einfach bisher eher selten gut war. ( sind ja nicht ohne Grund in einer Klinik gewesen, da fehlt oft bei beiden Seiten gutes Zwischenmenschliches Können)

      Einfach Überspringen falls ihrs nicht lesen wollt :D


      -> Anfang <-
      Ich hab mich mit einer aus der Klinik angefreundet gehabt, viel Kontakt gehabt die letzen Wochen, ihr gings nicht gut und die Wohnsituation war immer ein Thema( war mindestens 7 Monate in der Klinik, da ständig auf suche und das war dann quasi ihre Wohnmlglichkeit mit. . Ich weiß, dass ich mich noch gewundert hab, als ich sie dann mal nach 2 Monaten Pause wieder gesehen hab und sie mir gesagt hat, dass sie in ihrer alten Wg(ziemlich furchtbar) wohnt. Am Donnerstag ist ne andere Freundin leider wieder in dieselbe Klinik gekommen und sie hat mir dann erzählt, dass Freundin 1 in der Klinik ist, und dass diese (1) ihr (2) verboten hat, es mir weiter zu erzählen aus Sorge, ich könnte mich zu sehr sorgen. Freundin 2 hat auch gesagt, ich soll 1 nicht sagen, dass ich es von ihr weiß.

      Da haben wir eine blöde 3er Konstellation. Ich hab Freundin 1 dann angeschrieben und gefragt,ob das stimmt, was ich da gehört hab und dass ich gerne die Wahrheit hören würde, weil ich einfach gerne wissen würde, wie ichs verbuchen soll. falls es nicht stimmt, möchte ich mit der Person reden, die das erzählt. Falls es stimmen sollte, würde ich gerne wissen, weshalb sie mir nicht traut, die Wahrheit zu sagen. Aber dass ich n Mensch bin, der sehr viel Verständnis hat und ich gerne einfach wissen würde, wie ochs einschätzen soll.

      Ihre Antwort: ausweichend, wer das gesagt hat und sie hat keine lust, blöde Leute die reden, sie geht ins Bett.

      Am nächsten Morgen hat sie mir geschrieben, dass dies doof findet, dass ich ihr sagen soll, wer ihr das gesagt hat.

      Ich geantwortet: Hey weich mir doch bitte nicht aus, ich will nur ne kurze Antwort und dann setzen wir uns zusammen und reden drüber. aber ich würde die Antwort gerne hören.

      Keine Chance, nur ausgeweicht (was mir dann eigt schon bestätigt hat, dass es wahr ist und sie in der Klinik ist..). Währenddessen kam dann ne SMS von der 2. Freundin, die mega sauer auf mich war, dass ich das weitererzählt hab und das ganze noch ausgeschmückt hätte.

      (für mich erstmal eine ziemlich überfordernde Sache.. da angst vor Freundschaftsabbruch etc). Letztendlich hat sich dann rausgestellt, dass 1 mit ganz eigenartigen Sachen auf einmal zu 2 gekommen ist, 2 hätte über alle möglichen Leute hergezogen und gelästert etc, und dass sie das wiederum von mir hätte. also ganz kompliziertes zeug plötzlich.

      Mit 2 hab ich dann nochmal in ruhe gesprochen, mit eins habe ich es versucht, aber im kurzen Gespräch hat sie mir kein einziges Mal zu gehört, wie ich mich da eigt gefühlt hab und wie das alles für mich rüber kam, und wollte auch irgendwie nicht wirklich das zwischen uns klären sondern hat immer wieder von person 2 angefangen, und dass die ja so viel Mist erzählt und ich das alles ja eh gleich weiter erzähle?
      <- Ende ->

      so das war jetzt viel ^^


      auf jeden fall, versteh ich nicht, wieso man da nicht einfach kurz schreiben kann "Ja du, das stimmt, und mir tuts leid, dass dus so erfahren musstest, aber es hat gründe und die würde ich dir gerne in ruhe erklären" - zack ich hätte Verständnis (und das sollte sie wissen, da ich auch immer sehr sehr ehrlich im Kontakt bin, was ängste oder sonst was angeht, die ich von mir preisgebe und was ich auch von meinem gegenüber auch möchte, dass er nicht aus den Kontakt tritt wegen ner angst, sondern platz im miteinander dafür findet! )

      aber nein, es gibt keine oder kaum fehlereinsicht nur ein -> wegen dir (person 2) hab ich jetzt stress und du bist der Schuldige!


      und das finde ich halt echt einfach sch.. ich hab ihr nochmal geschrieben, dass ich sie gerne nochmal sehen würde um darüber zu sprechen, aber sie hat mich anscheinend blockiert, wo ich mir echt denke, muss es das sein?


      was denkt ihr darüber? vielleicht habt ihr ja ne ganz andere Meinung. Aber ich finde, dass sie genau da, ihre Verantwortung abtritt und jemand anderen diese überträgt..
    • Hey :)

      Erstmal - lieben Dank für eure Worte. Und danke dafür, dass ihr mich leben lasst. :D So hitzige Themen sind ja manchmal etwas...naja, ihr sagt es selbst, schwierig. Und ja, das Thema ist es wirklich.

      Und klar, der Grat ist in der Tat sehr schmal.

      Es ist keine Schande, wenn man etwas jetzt nicht kann. Solange man aber weiß, dass man damit unglücklich ist und man zu gegebener Zeit dran arbeiten will/kann und das auch weiterhin fokussiert, ist es ja auch kein Thema und nicht gleich zu setzen mit einer möglichen Ausrede.

      Das Leben mit einer (psychischen) Erkrankung ist oft scheiße. Wissen wir alle. Braucht man auch nicht schön reden - denn da gibts nichts schön zu reden.
      Liebe Grüße sendet euch Luna

      :elefant blau: :elefant orange: :elefant blau:
    • Warum andere zur Anpassung aufgefordert werden erkläre ich mir so: Eigenes Arbeiten an sich, sofern zu einem großen Teil veränderbar, bedeutet Anstrengung und Druck, was ein Symptom noch verstärken kann. Ein anderer Vorteil für die Aufrechterhaltung der Überzeugung, kann auch auf der Einstellung Besonders zu sein basieren.
      Der Logik nach: Andere müssten sich ändern, damit alle klarkämen.

      Böse Blicke ernten, da sprichst du mir aus der Seele. Mit der Zeit wird man nicht mehr ernstgenommen, wenn noch andere Stimmungsschwankungen hinzukommen. Immerhin besser als die Kategorie "Böse". Viele schließen von sich auf andere und bei ihnen kann es sein, dass keine BPS vorkommt. Für die Mitmenschen, die uns über den Weg laufen, ist das Stecken in Schubladen zur Orientierung wichtig. Wenn alle jedes Vorkommen mit Argumentationsketten analysieren müssten, kämen sie schwer durchs Leben.

      Warum Personen mit Einschränkungen in ihrem Alltag unterstützt werden:
      Ein Grund sind unsere humanistischen Werte: Jede Person ist gleich an Würde und Rechten, ein anderer prosoziales Verhalten und Anerkennung des Helfers bei Unterstützung

      Personen ohne Handicap = Personen mit Handicap + Unterstützung zum Ausgleich
    • Genau Luna, das finde ich auch.

      Und das ist meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Ausrede und Grund.

      Ausrede bedeutet, man schiebt die Krankheit vor, um sich den Sachen nicht stellen zu müssen.

      Grund ist, die Krankheit stellt sich vor Sachen, so dass man sie nicht oder eben gerade nicht angehen kann.


      @MadamePanda

      Hört sich bei mir nach Neid und Versagensängsten an mit deinen Freunden bzgl Arbeit. Nicht falsch verstehen, denn ich reihe mich da gerne mit ein. Ich bin oft so neidisch auf meinen großen Bruder, dass ich dann, wenn wir beide zuhause sind, erst gleich garnicht Klavier spiele (obwohl ich das liebe), weil ich ja eh nie so gut bin wie mein Bruder. nur dumm, dass man nur durch Übung besser wird. Als mein Bruder vor ein paar Wochen sein Stipendium in der Uni bekommen hat, wollte ich mein Studium schmeißen und ne Ausbildung anfangen, weil ich ja eh nie so gut sein werde und mit der Ausbildung ich mich nicht mehr so direkt vergleichen kann. (sondern nur noch mehr in meinen Augen abwerten hehe.. -.- (übrigens auch nicht falsch verstehen, mir ist es echt egal ob jemand n Studium oder ne Ausbildung gemacht hat, nur eben bei mir nicht, weil ich ja irgendjemanden(in mir drin??) noch davon überzeugen muss, dass ich genauso gut sein kann und bin wie mein Bruder)

      Mittlerweile sag ich meinem Bruder dann ehrlich wie ich mich fühle. Fällt nicht leicht aber seine Antworten sind immer sehr schön. Ich hab ihn dann mal geschrieben (geht leider als es via skype zu sagen, er is in Österreich): Ich würde dir gerne sagen, dass ich mich total freue, dass du das Stipendium bekommen hast. nur ist es so, dass ich mich zwar freue, aber auf der anderen seite total neidisch bin und das kaum aushalte. Er hat mir dann geantwortet, dass ich das garnicht sein brauche, weil ich selber ein sehr toller mensch bin und er aber auch manchmal neidisch auf mich ist und sich denkt, bei dem und dem, tut sie sich viel leichter und kann sie viel besser als ich.

      manchmal hilfts einfach, die "schwäche" zu zeigen und es auszusprechen was einen hindert. An weihnachten, war derselbe Gedanke mit dem Klavier als wir dann alle mal wieder zusammen waren. Und was war? Ich hab mal anders reagiert. Ich hab gewechselt auf Gitarre (wo ich viel schlechter bin als er und was ich grad lerne) und hab ihn gefragt, ob er nicht laut hätte gemeinsam am Heiligabend zu spielen und dass ich ihn begleite. und dann haben wir zusammen geprobt und gespielt und gejammt und das war mal echt cool! kein verstecken und runtermachen von mir :))



      und haha auch cool! das mit dem Autofahren! geht übrigens meiner besten Freundin genauso! Ich liebe zum Beispiel Autofahren, ich mach das total gerne. außer 1. mir gehts psychisch wieder kacke,dann trau ich mich garnicht und fahr auch viel schlechter oder eben lieber erstmal garnicht. oder 2. ich hab Leute im wagen, bei denen ich mich eh selber immer abwerte.. dann hab ich auch mega schiss und kann kaum einschlafen, wenn ich weiß ich fahr am nächsten tag. obwohl ich ganz gut und sicher fahren kann. aber da krieg ich irgendwie total angst. und das kenne ganz ganz viele!!
    • Ich kann nicht verstehen, wenn welche ihre Erkrankung als Ausrede vorschieben.
      Ich stelle es mir so vor, dass bestimmte Sachen damit erklärt werden können, so wie bei körperlichen Erkrankungen, aber als Ausrede würde ich sie nie benutzen.
      Hab schon mal aus Spaß gesagt, ich hab Borderline, kann da nix für, habe das aber nie ernst gemeint.
      Im Endeffekt muss jeder selbst wissen, wie er damit umgeht und was als Ausrede nimmt, aber gut heißen muss man das noch lange nicht.

      Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben,
      ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
      durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
      fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

      Durchlaufe die Jahre, die ich ging,
      stolpere über jeden Stein, über den ich gestolpert bin,
      stehe immer wieder auf und gehe genau die selbe Strecke weiter,
      genau wie ich es tat. - Und erst dann kannst Du urteilen!

      (Autor unbekannt...) :)

    • Ich finde man sollte differenzieren.
      Solche Aussagen wie "wenn man nicht arbeiten kann, aber seinen Hobbys nachgehen" etc. sind sachlich völliger Unsinn. Es kommt auf die Erkrankung an. Hobbys und Arbeit haben unterschiedliche Anforderungen und es macht einen Unterschied ob man ab und zu mal einem Hobby nachgeht oder 40 Stunden die Woche arbeitet- Äpfel in Birnen.
      Je nach Erkrankung wird sogar genau das aus therapeutischen Gründen empfohlen.

      Man muss hier zwischen Ausrede und korrekten Aussagen differenzieren.
      Manche Symptome sind nicht behandelbar und nicht therapierbar:
      Beispiel: Hyperaktivität und unkontrollierter Redefluss (im Volksmund verbaler Sprechdurchfall) oder Aufmerksamkeitsdefizit beim AD(H)S (bei gleichzeitigem Hyperfokus bei Aktivitäten die Spaß machen.
      Da kann man bedingt was mit Medis machen, aber das war es dann aber auch.
      Es gibt bis jetzt keine Therapieansätze was man dagegen machen kann (außer mittels Verhaltenstherapie sein Leben so zu gestalten dass man trotzdem irgendwie klar kommt). Zu behaupten, es wäre eine Ausrede ist schlichtweg eine Diskriminierung wegen der Behinderung.
      Gibt es in verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden, bei manchen ist es weniger bei anderen richtig heftig. Ist vergleichbar mit dem Tourette-Syndrom, nicht schön aber kann man nichts machen.

      Bei Sachen die man ändern kann sollte man es nicht als Ausrede benutzen sondern ändern.
      Aber wenn man gerade in einer psychotischen Phase ist, Zwangsgedanken oder Zwänge, eine Depression oder Suizidgedanken (im Prinzip auch Zwangsgedanken denn gesund ist das nicht) hat, dann hat man die eben und das andere in der Lage sind anders zu denken oder zu fühlen nützt einem nichts.

      Ist ein schmaler Grat in beide Richtungen- daher kompliziert und heißes Pflaster.
      Mebschen wollen natürlich auf komplizierte Fragen gerne einfache Antworten aber so ist die Welt nicht.