Wie könnte eine funktionierende Politik aussehen, die Euch ansprechen würde?

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    • Wie könnte eine funktionierende Politik aussehen, die Euch ansprechen würde?

      Da ich das Thema sehr interessant finde möchte ich die Diskussion hier weiter führen.


      Wesen345 schrieb:

      Ich persönlich wäre dafür das der Staat sich auf das mindeste Reduziert, sprich Bildung, Infrastruktur und Sicherheit. Alles andere kann von mir aus ersatzlos gestrichen und in private Hände gegeben werden.
      Also Sozialstaat und Gesundheit wären mir auch schon sehr wichtig.
      Wie wäre es noch zusätzlich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nach Schweizer Modell (dazu läuft derzeit eine Volksabstimmung) von sagen wir mal 1.300 € kombiniert mit dem australischen staatlichen Gesundheitssystem?
      Das würde der Ausbeutung im Niedriglohnsektor und die Gewinnorientierung im Gesundheitssystem ad acta legen und jede Menge Geld für Verwaltung einsparen.
      Weiß jetzt nicht, ob noch was wichtiges fehlt...


      Muikana schrieb:

      ....Ich habe nichts zu meckern an der Politik und sollte das doch mal der Fall werden, dann geh ich einfach in die Politik, denn eine Stimme abzugeben gibt mir doch noch lange nicht das Recht mich hier unten hinzustellen und zu sagen "Merkel kann nichts, die MAUT ist Sch***, Politiker sind Schwachköpfe".Stellt euch doch alle mal da oben hin und macht es besser. Es ist nun mal so: Der kleine Bürger hat hier nichts zu melden. Man muss sich allem fügen und wenn es einem nicht passt, geht man wählen?! Komische Logik.
      Und, wäre so was akzeptabel?
      ...
      Interessanter Ansatz, den ich auch teile.
      Es besser zu machen ist sehr viel schwerer, als Stammtischparolen zu grölen oder einfach GEGEN irgendwas zu sein. Um FÜR etwas zu sein braucht es Wissen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl.
      Auch wenn ich mit vielen Dingen in der jetzigen Politik nicht einverstanden bin, so tue ich mich schwer mit tragfähigen Lösungen für die komplexen Probleme zu kommen. Das ist sehr viel schwerer.
      Dazu braucht es Sachkompetenz und Erfahrung. Wenn ich eine Partei gründen (oder mich einer anschließen würde, die meine Ansichten teilt und in eine Führungsposition käme) dann würde ich mir jede Menge Experten und kluge Köpfe ins
      Boot holen: Politikwissenschaftler, Volkswirtschaftler, Betriebswirte, Banker, Verwaltungsfachleute, Juristen, Diplomaten, Polizisten, Militärs z.B.

      In meinen Augen ist der Neoliberalismus nicht tragbar. Der MArkt richtet eben nicht ALLES. Unternehmenschefs denken betriebswirtschaftlich für ihr Unternehmen - das ist ihr Job. Vorausschauend volkswirtschaftlich zu denken und zu planen, wie eben genügend attraktive Lehrstellen und Studienplätze zu schaffen, die Wirtschaft so lenken, dass auch genügend Arbeitsplätze für die ausgelernten Azubis und Studenten da sind und das ganze noch zu finanzieren und ganz nebenbei die Mega-Staatsschulden abbauen - wäre ein Mamutprojekt - aber genau DAS wäre in meinen Augen die Aufgabe der Politik - volkswirtschaftlich zu denken. Wir haben in Deutschland viel zu viel Autohersteller von denen zusammen mit den Zulieferbetrieben und Dienstleistern viel zu viele Arbeitsplätze abhängen. Schon mal nachgedacht, was aus Deutschland wird, wenn die Autoindustrie mal WIRKLICH in eine Krise gerät? Hätten wir Alternativen oder würden unsere Menschen nach Bangladesh auswandern müssen?

      Wie gesagt - schwierig und kompliziert alles ist.

      Auf regionaler Ebene läßt sich mehr bewegen und hier können auch Bürgerlisten von freien Wählern Verantwortung übernehmen...
      --------------- 29. Januar 2016, 20:11 ---------------
      Ziehe es mal in diesen Thread
      @Danio finde Deine Ausführungen sehr durchdacht

      Danio schrieb:


      @Wesen345
      Mehr Privat - weniger Staat. Man könnte Bürger grob in zwei Kategorien einteilen, in jene, in wie weit der Staat Einfluss nehmen sollte. Einige befürworten einen starken Staat der reguliert, vor allem im Finanzsektor, die anderen sind dafür, dass sich der Staat möglichst heraushalten sollte und gemäß einer libertären Ansicht, gleiche Rahmenbedingungen für alle schaffen sollte, wobei damit jeder seines Glückes Schmied wäre.

      Privatisierungen sind die Folge demokratischer Stabilität. Käme es zu einem Krieg, müsste der Staat Außenbeziehungen abbrechen, damit einen Markt und einen Ressourcenzugang aufgeben. Private Initiativen und Unternehmertum wären fehl am Platze. Gegner von Privatisierungen kritisieren eine zunehmende Ungleichverteilung von Profit und sprechen schlimmstenfalls von einen Ausverkauf öffentlicher Ressourcen. Was Privatisierungen zugute kommt ist, dass diejenigen, die Ressourcen besitzen, effizienter und sparsamer damit umgehen, als wäre im Vergleich dazu, keiner direkt zuständig. Durch Auslagerung von Vermögen und der Leistungserstellung durch nichtstaatliche Dritte, kann sich die öffentliche Hand von statistischen Schulden entledigen. Wir sind durch die Verfassung oder durch das Grundgesetz vor staatlichen Eingriffen in private Belange weitgehend geschützt. Nachdem Despoten und Monarchen in der Vergangenheit dieses Recht so massiv verletzt hatten, wollte man, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt und hat einem entsprechenden Gesetz einen Verfassungsrang eingeräumt, neben dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.
      Dem bedingungslosen Grundeinkommen liegt ein anderer Ansatz zu Grund. Derjenige, dem ein zusätzliches Grundeinkommen mehr nützt, den größeren Grenznutzen darststellt, der soll x Euro zusätzlich bekommen. Daran wird sich so schnell aber nichts ändern, weil es Personen gibt, die vom bisherigen Status profitieren. Nur Wenige geben das auf, vor allem dann nicht, wenn man sich im Vergleich zu seinen Nachbarn relativ definiert. Einer liberale Ansicht liegt zugrunde, dass keiner wissen kann, wie es künftig um ihn bestellt ist. Deshalb sollte eine Gesellschaft allen die gleiche Möglichkeiten bieten, im Sinne einer finanziellen, materiellen oder ideellen Unterstützung.
      Zu "jeder seines Glückes Schmidt":
      - Kranke und sozial schwache würden gnadenlos untergehen -> Kriminaltät und politische Radikalität würde massiv steigen
      - Kunst und Kultur wären dann voll kommerzialisiert und vollkommen gewinnorientiert -> viele künstlerische Meisterwerke könnten nicht geschaffen werden
      - das Gesundheitswesen wäre voll gewinnorientiert
      - Menschen aus bildungsfernen Schichten hätten kaum Aufstiegschancen, außer durch Skrupellosigkeit und Verlust der Menschlichkeit

      Etliche Staaten gehen diesen Weg. Hab einige Zeit in Kenia und Thailand zugebracht und bin, ehrlich gesagt, heilfroh in Deutschland zu leben...

      Zu "Privatisierungen sind die Folge demokratischer Stabilität":
      eher politische Stabilität, ob wirklich demokratisch ist nicht gesagt.
      Privatisierungen geben wichtige Dinge, die meiner Meinung nach, unter staatlicher Kontrolle sein sollten, in private Hände. Das mag kurzfristig für die Kommunen und Staaten günstiger sein, geht aber eher in Richtung Neoliberalismus mit allen Konsequenzen - der Markt sollte m.E. nicht alles richten.
      --------------- 29. Januar 2016, 20:23 ---------------
      Zum Thema Neoliberalismus:

      Man muss sich nur an die Immobilienkrise erinnern um zu sehen wozu der entfesslte Finanzkapitalismus ohne wirkungsvolle Kontrollmechanismen in der Lage ist.

      Die organiserten Bankster kamen auf die Idee, Kredite für Immobilien, die den Kreditbetrag vom Wert her nicht deckten an Menschen zu vergeben, von denen die Bankster wußten, dass sie zu wenig verdienen, um die Kredite zurückzuzahlen. Trotzdem haben sie mit diesem nicht tragfähigen Geschäftsmodell einen Riesenreibach gemacht:
      Da das Geld objektiv gesehen in die Mülltonne geworfen wurde haben sie sich Kreditausfallverscicherungen gekauft um in jedem Fall ihr Geld zurück zu bekommen. Die organisierten Bankster von den Versicherungsgesellschaften wußten natürlich ganz genau, dass ein Ausfallrisiko von 100% bestand und haben sich ihrerseits rückversichert bis hinterher der schwarze Peter z.B. an die Oma im Altersheim durch die ganzen Fonds, Derivate und verschleiernden Konstrukte gegeben wurde. Der Oma wurde das vom Finanzberater der Sparkasse als "sichere Altersvorsorge" verkauft.
      Die organisierten Kriminellen haben ihren Reibach gemacht, andere mußten die Zeche bezahlen - war ja nicht ihr Problem.
      Ebenso wie die Oma traf es aber auch Banken, die die Schrottpapiere gekauft haben, Wirtschaftsunternehmen, Staaten...

      Soviel zum Thema: "der Markt wird's schon richten und Banken brauchen keine Kontrolle"...
    • Aus der volkswirtschaftlichen Perspektive könnte ich ein wenig erläutern:

      Gegen Ausbeutung und für Mindestlohn ist gut und sehr zu empfehlen aber wenn Mitarbeiter mehr Entgelt bekommen, dann verteuert das die Produkte und Dienstleistungen. Bei der globalen Konkurrenzsituation könnten einige Betriebe nicht mehr mithalten. Infolge dessen müssten Arbeitsplätze gestrichen werden. Um erfolgreich zu sein, braucht man einen relativen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, entweder durch unschlagbar günstige Preise oder durch eine exorbitante Qualität, um Beispiele zu nennen. Ein Teil der Preise deckt das Einkommen der Mitarbeiter ab und sollte ein finanzielles Kissen für Investitionen bilden. Relativer Vorteil bedeutet, dass man sich darauf spezialisieren sollte, worin man am besten ist. In Deutschland beispielsweise die Automobilherstellung. Man soll laufend besser werden, die Kosten senken und mehr Waren innerhalb einer bestimmten Zeit produzieren. Den höheren Output kann man gegen die Produkte eines anderen Herstellers tauschen, der ebenfalls dieses Modell fährt. Es geht nicht darum, weltweit der Allerbeste zu sein. Wenn die Preise niedrig sind, profitieren zumindest die Konsumenten. Niedrige Preise bedeuten aber auch, dass Mitarbeiter, selbst Konsumenten, über wenig Kaufkraft verfügen. Schlimmstenfalls kann das zu einem Sinken der Preise führen, wobei Produkte gegenüber Geld einen höheren Stellenwert einnehmen. Von Deflation ist dann die Rede.

      Der neoklassische Ansatz geht davon aus, dass solange Mitarbeiter-Entgelten gesenkt werden sollten, bis alle eine Anstellung fänden. Ob jemand eingestellt wird oder nicht, ist abhängig von der Nachfrage, dem Wert seines Outputs, Unternehmenskosten und der Stückanzahl in einer Zeiteinheit. Keynes hat hingegen die Auffassung vertreten, dass immer welche übrig bleiben werden, deren Dienstleistung keinen Anklang fände. Einen Lohn der über dem Output liegt, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll.

      Zum bedingungslosen Grundeinkommen fallen mir die Argumente von Götz Werner, dem Gründer der DM-Kette ein und Ralf Boes:
      Ideal für eine Demokratie und Freiheit und vor allem weniger soziale Spannung und weniger Kriminalität aufgrund von Kapital
      Verwirklichung eigener Lebensziele, wieder mit Betonung auf Unabhängigkeit
      Einsparungen in der Verwaltung
      Jetzt schon würden 4-6 von 10 Personen durch die Hand Anderer leben
      Ankurbelung der Wirtschaft durch zusätzliche Kaufkraft
      Entgegenwirken des Gini-Indexes bezüglich der ungleichen Vermögensverteilung
      Gerecht, wenn jeder den gleichen Anteil kriegen würde

      Wie sieht eine gute Politik für mich aus?
      Mir wäre lieber, wenn Politiker möglichst viele Blickwinkel betrachten würden und über ihren Tellerrand hinaus sehen könnten. Sie sollten auf die Bürger eingehen, gute Vorschläge annehmen und zur Einbringen auffordern, ein offenes Ohr haben. Sie sollten dafür stehen, was sie sagen oder was sie vertreten und ehrlich gegenüber dem Wähler sein. Menschlich sollten sie ebenfalls sein. Die Politik könnte sich bemühen auch Wünsche ihrer Bürger zu erfüllen, die persönlich nicht erreichbar sind leicht oder durch die Politik erledigt werden könnten.
      --------------- 29. Januar 2016, 20:35 ---------------
      Es müsste lauten:
      Schlimmstenfalls kann das zu einem Sinken der Preise führen, wobei Geld dann einen höheren Stellenwert gegenüber den Produkten einnimmt. Von Deflation ist dann die Rede.

      Mein Fehler
    • Wesen345 schrieb:

      Ich denke das wenn es der Staat den Menschen nicht abnimmt sozial zu sein, die Freiwilligkeit zu helfen deutlich steigt. Die kranken und schwachen werden in vielen teilen der Welt von der Gemeinde und oder der Familie mit getragen, ganz ohne Staatlichen Zwang.
      Dann sind wir wieder bei den klassischen Großfamilien, die in den Entwicklungsländern, wo die Großfamilie die einzigste soziale Absicherung darstellt, nach dem Schneeballprinzip für eine Geburtenexplosion sorgen.

      Wenn ich dran denke, wie gut sich gerade Borderliner oftmals mit ihrer Familie verstehen... (Achtung Ironie!)
      Es ist doch gerade eine Erungenschaft unserer modernen Gesellschaft, das wir uns von unseren Familien und deren Werten lösen und unsere eigenen werte und Vorstellungen leben können - angefangen damit, dass wir selber entscheiden können, wen wir selber heiraten wollen (und dürfen). In den Entwicklungsländern ist Ehe nach wie vor ein Geschäft und hat nur in seltenenen (glücklichen) Fällen was mit Liebe zu tun. Was nützt es, wenn zwei Menschen sich lieben, aber kein Geld habe, Kinder großzuziehen?
    • Was tun Häuselbauer, die Kredite aufnehmen - Sie investieren in ihr Haus und bei der Immobilienlage, vermutlich hält sie noch länger an, können Kreditinstitute und Häuselbauer nur profitieren. Das glaubte man bis 200x. Gehaftet wird mit dem Einkommen, nicht zwangsläufig mit der Hypothek. Mit den Investitionen sollte auch das Haus mehr wert werden, wobei ein höherer Kredit dann auch möglich wäre. Der Haken der Sache war der, dass es zu einer Verschiebung der Nachfrage kommen kann, wenn Bürger ihre Jobs verlieren, mehr Häuser als Nachfrager vorhanden sind oder kein Interesse mehr am Eigenheimen besteht.

      Kreditinstitute verkaufen ihre Forderungen weiter und erhalten dabei Provision. Die Bonität ist zweitrangig, solange man Kreditforderungen bündeln und mit schlechten bei gleichzeitig beste Bonität strecken kann.

      Kreditausfallversicherungen haben das Risiko beflügelt, man glaube ja ausreichend versichert zu sein. Die Papiere sind selbst gehandelt worden.

      Wenn ein Wertpapier das beste Rating erhält, wie sollen das Abnehmer aus Übersee wissen, die Millionen von Beträgen mündelsicher anlegen zu haben?
      --------------- 29. Januar 2016, 20:53 ---------------
      Die Folge des Wohlstands ist Unabhängigkeit, die sich auf vielen Ebenen wiederspiegelt:
      Partnerwahl, Heirats- und Scheidungszahlen, Sterberate, Migration, Geburtenrate, Lebenserwartung, Medizinische Versorgung, Einkommen

      In archaischen Gesellschaften ist es so, dass eine Mitgift übergeben wird. Die Frau benötigt Ressourcen, der Mann muss großteils für sie sorgen und Frauen sind weitgehend vom Erwerb ausgeschlossen ... bis zum demographischen Übergang. In Klangesellschaften wirken Mitglieder oft ersetzbar und die Mitglieder sollten nach Möglichkeit über alle notwendigen Fähigkeiten verfügen, die sie benötigt.
    • Oh, mir ist grad was dazu eingefallen. Mein damaliger Sowi Lehrer hat immer so einen tollen Satz gesagt, der bestimmt nicht unbekannt ist, aber ich will ihn mal schnell loswerden.

      Die Geschichte hat gezeigt, dass die politischen Systeme alle zum scheitern verurteilt sind. Ebenso die Demokratie auf Dauer. Doch von all den schlechten Systemen, funktioniert sie doch noch am Besten,

      Ich habe nicht viel Ahnung von Politik und ich glaube auch nicht alles, was mir in den Nachrichten darüber erzählt wird.
      Aber ich sehe das sehr ähnlich. Diese angebliche Demokratie, die wir hier haben, ist doof, aber funktioniert besser, als alle anderen politischen Systeme. Und ich würde wahrscheinlich nicht tauschen wollen. Ohne ein System würde die Gesellschaft nicht funktionieren. Man kann aber von mir aus auch viel, was in staatlichen Händen ist, in private geben. Was mich ein bisschen nervt ist der Lobbyismus.

      ... So, ich kann leider nicht in den Tiefen des Themas mitreden, nur von meiner Meinung ausgehend, aber das wollte ich loswerden, schoss mir grade in den Kopf ;)
      Meine drei D's:
      Drache, Dämon, Dionysos
    • Danio schrieb:

      Was tun Häuselbauer, die Kredite aufnehmen - Sie investieren in ihr Haus und bei der Immobilienlage, vermutlich hält sie noch länger an, können Kreditinstitute und Häuselbauer nur profitieren. Das glaubte man bis 200x. Gehaftet wird mit dem Einkommen, nicht zwangsläufig mit der Hypothek. Mit den Investitionen sollte auch das Haus mehr wert werden, wobei ein höherer Kredit dann auch möglich wäre. Der Haken der Sache war der, dass es zu einer Verschiebung der Nachfrage kommen kann, wenn Bürger ihre Jobs verlieren, mehr Häuser als Nachfrager vorhanden sind oder kein Interesse mehr am Eigenheimen besteht.

      Kreditinstitute verkaufen ihre Forderungen weiter und erhalten dabei Provision. Die Bonität ist zweitrangig, solange man Kreditforderungen bündeln und mit schlechten bei gleichzeitig beste Bonität strecken kann.

      Kreditausfallversicherungen haben das Risiko beflügelt, man glaube ja ausreichend versichert zu sein. Die Papiere sind selbst gehandelt worden.

      Wenn ein Wertpapier das beste Rating erhält, wie sollen das Abnehmer aus Übersee wissen, die Millionen von Beträgen mündelsicher anlegen zu haben?
      --------------- 29. Januar 2016, 20:53 ---------------
      Die Folge des Wohlstands ist Unabhängigkeit, die sich auf vielen Ebenen wiederspiegelt:
      Partnerwahl, Heirats- und Scheidungszahlen, Sterberate, Migration, Geburtenrate, Lebenserwartung, Medizinische Versorgung, Einkommen

      In archaischen Gesellschaften ist es so, dass eine Mitgift übergeben wird. Die Frau benötigt Ressourcen, der Mann muss großteils für sie sorgen und Frauen sind weitgehend vom Erwerb ausgeschlossen ... bis zum demographischen Übergang. In Klangesellschaften wirken Mitglieder oft ersetzbar und die Mitglieder sollten nach Möglichkeit über alle notwendigen Fähigkeiten verfügen, die sie benötigt.

      Ob nun wirklich alle aus bester Absicht gehandelt haben oder doch
      nicht das eine oder andere schwarze Schaf dabei war (laufen etliche
      Schadenersatzklagen) sei jetzt mal dahin gesellt.
      Jedenfalls ist da einiges aus dem Ruder gelaufen...

      Du kennst Dich aber richtig gut aus! :thumbup: :thumbsup: :daumen
    • Das Grundwissen entstammt aus der Schule. Ich habe im Internet über die Finanzkrise gelesen, Videos angesehen und ein paar volkswirtschaftliche Werke gelesen, wie Grundzüge der Volkswirtschaftslehre von Markiw und Taylor, Volkswirtschaftslehre von Altmann, Die größten Ökonomen und Volkswirtschaftslehre von Samuelson. Die Werke wiederholen sich, die Fallbeispiele sind teilweise unterschiedlich.
    • Finde ich total spannend.
      Man kann von Unternehmern nicht erwarten , dass sie volkswirtschaftlich planen.
      Das ist nicht ihr Job.
      Ein CEO z.B. von Apple, Microsoft oder Amazon der nicht legale Steuermöglichkeiten im Ausland nutzt um die deutschen Steuern zu umgehen kann sogar von seinen Aktionären auf Schadensersatz verklagt werden.

      Für die volks- bzw. im Zuge der Globalisierung evtl. sogar weltwirtschaftliche Planung und Lenkung braucht es übergeordnete Instanzen.

      Wenn der Neoliberalismus alles lösen könnte bräuchte es keine Volkswirtschaftler mehr. Aber irgendwie glaube ich nicht an die Allmacht des Marktes und schon gar nicht, dass die Märkte die Politik bestimmen sollten - eher andersrum.
      Solange die Wirtschaft brummt und die Unternehmen Gewinne machen ist ja alles gut.