Arbeiten gehen- eine Belastungsprobe

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    • Arbeiten gehen- eine Belastungsprobe

      Liebes Forum,

      ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreibe. Es ist ein sehr sensibles Thema für mich und eins, was mich ständig beschäftigt- jeden Tag eigentlich.
      Ja ich bin jung, ganze 29 Jahre alt, taff, selbstbewusst (jedenfalls wirke ich meistens so), belastbar *hust*.
      Na ja das ist etwa das, was andere von mir denken....
      In mir drin sieht es oft ganz anders aus und ich weiß, dass diese tägliche Arbeitswelt sehr an meinen Kräften zehrt- manchmal zerstört sie mich regelrecht, dabei gehe ich nicht einmal Vollzeit arbeiten...
      Ich arbeite als Erzieherin in einer Krippe (0-3 Jahre) 30 Stunden die Woche. Alleine die Lautstärke, das Gewusel, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ständig zu erfüllen ist sehr anstrengend. Man hat oft keine Minute für sich, man muss ständig 100% da sein.
      Ich liebe das Arbeiten mit Kindern und es ist auch nicht so, dass sie mir alles nehmen. Nein es gibt mir auch ganz viel. Und doch weiß ich, dass es meine Aufgabe auf Zeit ist, weil ich spüre, dass mich die Bedingungen mit meiner Problematik auf Dauer kaputt machen.
      Ich gehe als motivierter Mensch auf die Arbeit und komme oft einfach total zerstört zurück. Ich habe oft das Gefühl, dass mal wieder alles zuviel war und heule nach der Arbeit oder bin total aggressiv, lass es an meinem Freund aus oder bin einfach platt, erschöpft und mir ist total übel.
      Es nimmt Ausmaße an, die ich als nicht mehr normal empfinde, weil es sich nicht mehr gesund anfühlt.
      Dazu kommen die Bedingungen dort. Wenn einer krank ist oder Urlaub hat muss der andere Überstunden schieben und das macht mir Druck und kann ich auch eigentlich nicht. Diese 30 Wochenstunden sind mehr als genug. Dann gibt es da eine Kollegin, die ein kleines Kind hat und wenn ich sage, ich kann nicht länger bleiben, hab ich sofort ein schlechtes Gewissen, weil sie ja ein Kind hat, das sie zu Hause bräuchte.
      Das schlechte Gewissen ist ein großes Thema verbunden mit der Arbeit. Wenn ich später komme und früher gehe als andere habe ich ein schlechtes Gewissen, fühle mich schuldig und mies. Ich als junger Mensch mach mir nen Lenz, die anderen schuften. Nein ich mach mir nicht wirklich nen Lenz, aber das wissen sie ja nicht.
      Sie denken ich möchte mein Leben genießen, Zeit haben für andere Dinge....wenn die wüssten...
      Na ja und so werde ich dann auch behandelt. Es wird oft auf meinen Stunden herum gestichelt oder gefragt ob ich nicht mehr arbeiten möchte...
      Es tut so weh, wirklich richtig weh!
      Ich habe hohe Ansprüche an mich selber, das weiß ich auch. Ich fühle mich mies genug, dass ich "nur" Teilzeit arbeite, dass ich mehr nicht schaffe. Und dann wird dieses Selbstbild von anderen noch bestätigt. Und dann bin ich nach der Arbeit auch noch damit beschäftigt dieses scheiß Selbstbild irgendwie wieder positiv herzustellen.
      Nein, das ist doch wirklich keine Lebensaufgabe...
      Ach Shit, bemitleide ich mich gerade selber?
      Ich muss handeln. Ich muss irgendwie was tun. Ich muss schauen, ob ich nicht etwas anderes machen kann, was mich nicht so beansprucht. Aber wie?
      Ich habe zwar noch Soziologie im Bachelor studiert nach der Erzieherausbildung, aber immer nur mit Kinder gearbeitet. Wie soll ich da an etwas anderes kommen?
      Zumal ich mit dem Bachelor wohl nicht mehr viel anfangen kann. Und auf 20 Stunden reduzieren? Shit, ne, da stehe ich ja noch schlimmer vor mir da :(

      Es ist ein doofer Kreislauf, wie komme ich da nur raus?

      Unvergessen
      Du bist das Licht in meinem Leben. Wir freuen uns auf dich. :love, love: :schlafen:
    • Du arbeitest nicht ohne Grund NICHT Vollzeit. Das machst du nicht weil du dein Leben genießen willst und dir dann die zu vielen Stunden auf der Arbeit im Wege stehen. Du arbeitest Teilzeit, weil du es nicht anders KANNST! Ist diese Einsicht nicht ein Lob wert??? Selbst erkannt zu haben, dass man nicht mehr schaffst als dieses gewisse Maß, diese gewisse Stundenzahl? Ich finde es echt stark!
      Wenn du das Gefühl hast noch mehr reduzieren zu müssen, dann mach es!! Schei* auf die anderen. Die reden auch über andere/andere Themen. Und da ist man leider FÜR DEN AUGENBLICK ein gefundenes Fressen. Aber das vergeht. Um deine Qualität der Arbeit aufrecht zu halten kommt für dich eine Reduzierung in Frage. Das heisst ja nicht, dass du irgendwann später wieder erhöhst!

      Ich habe jetzt nach 2 Jahren erst wieder vor, zu erhöhen von 80 auf 90%. Wenn es klagt ist es geil, wenn nicht dann hab ich es zumindest versucht. Aber mir hat die Reduzierung damals auf gut Deutsch den Allerwertesten gerettet, sonst wäre ich sicherlich nicht mehr in dem Beruf oder gar berufsunfähig.
      Ich weiß das ich gut bin und
      das lass ich mir durch nichts und
      niemanden kaputt machen.

      Auch ich darf Fehler machen,
      weil Fehler menschlich sind.
      :blume auf:
    • hallo lenara,

      danke für deine antwort.
      ich seh das ja genauso- vom kopf und verstand her.
      und dennoch hinkt das gefühl noch hinterher.
      es ist so verdammt schwer diese scham und dieses schlechte gefühl/gewissen abzuschalten oder diesen gedanken: man ist nicht so wie andere, man schafft nicht das, was andere schaffen. scheiße, man taugt wirklich gar nichts. faule sau.

      ich drück dir die daumen, dass du eine erhöhung deiner stunden gut schaffst! :)

      lg
      unvergessen
      Du bist das Licht in meinem Leben. Wir freuen uns auf dich. :love, love: :schlafen:
    • Danke :)

      Diese Gedanken kenne ich nur zu gut. Sie sind dann sozusagen die Bestätigung für die eigene Niederlage. Andere arbeiten Vollzeit, haben was weiß ich 3 Kinder und machen nebenbei noch eine Weiterbildung (jetzt nur mal so laut gedacht) und die schaffen das. Wtf warum schafft man dann selbst nicht mal wenigstens die Arbeitsstunden?!

      Aber weisste was: jeder hat seine Probleme, auch wenn man sie auf dem ersten oder zweiten Blick nicht sehen mag. Du hast dein Problem erkannt und versuchst entsprechend zu handeln. Das ist super klasse :) . Wer weiß warum andere so viel arbeiten.... .
      Wenn man auf der Arbeit Vollzeit schuftet wird über einen hergezogen und das Gleiche ist wenn man eine 50% Stelle oder noch weniger hat. Auch die, welche immer Überstunden wie doof kloppen, werden von den Lästereien nicht verschont.
      Von daher... . Für mich ist es auch immer unglaublich schwer zu differenzieren, ob man jetzt über mich gelästert hat oder nicht. Doch im Endeffekt zählt nur, dass man selbst klar kommt :) .
      Ich weiß das ich gut bin und
      das lass ich mir durch nichts und
      niemanden kaputt machen.

      Auch ich darf Fehler machen,
      weil Fehler menschlich sind.
      :blume auf:
    • Hallo Unvergessen,

      Ich bin 27 und kenne diese Gefühle sehr gut.
      Ich habe zum Schutz am Arbeitsplatz einen Schwerbehindertenausweis beantragt, für die Gleichstellung hat es am Ende zum Glück gereicht. Ich habe Kündigungsschutz und keine Verpflichtung zu Mehrarbeit. Ich fühle mich seit der Anerkennung sicherer, und habe nicht mehr das Gefühl, dass ich wegen meines Alters ungewöhnlich viel leisten muss. Es ist auf der Arbeit nicht bekannt warum ich diesen Status habe, aber es ist klar, dass es keine Lapalie ist, vielleicht bilde ich mir das ein, aber mit mir wird verständnisvoller umgegangen.
      Es gibt Argumente für oder gegen einen Schwerbehindertenausweis, muss man selbst entscheiden, aber es wäre für dich vielleicht eine Überlegung wert.
      Liebe Grüße, LonelySheep
    • @Lenara
      ja du hast schon recht. es ist nur so verdammt schwer das auch zu fühlen, ohne scham, ohne schuld, ohne doofes gewissen.
      ich muss einfach lernen mich da emotional zu distanzieren.


      @LonelySheep
      danke für deine antwort. ich hab schon öfters über einen solchen ausweis nachgedacht. ich wusste gar nicht, dass damit auch gewährleistet ist, dass man keine überstunden machen muss, das find ich ja gut.
      das problem ist, dass ich die letzten jahre nur streckenweise thera hatte und mir kein arzt nun etwas schreiben könnte aktuell, weil ich keinen habe. die letzte therapie hatte ich abgebrochen- und wir sind nicht schön auseinander gegangen.
      ich glaube da müsste man irgendwie nachweise der letzten zwei jahre bringen oder?
      war es schwer das zu beantragen?
      ich hab sorge, dass es nicht durch geht und ich mich dann noch schlechter fühle, also erst recht nicht gesehen und akzeptiert..
      ich finds gut, dass du den hast und für dich vorteile daraus ziehen kannst. es ist ne überlegung wert. danke :)
      Du bist das Licht in meinem Leben. Wir freuen uns auf dich. :love, love: :schlafen:
    • Hallo Unvergessen,

      ich kann auch nachvollziehen, wie du dich wahrscheinlich fühlst...und ich kann mich Lenara da nur anschließen (ich weiß, es klingt so leicht von außen): egal, was deine KollegInnen sagen!!
      ..klar, ich vergleich mich auch mal mit anderen + frage mich, was sie sonst noch alles so im Alltag machen, wa sie so stemmen müssen, was sie für Probleme haben, warum sie wie viel arbeiten. Doch ich behalt meine Gedanken für mich; denn jeder hat doch andere Voraussetzungen + ich merke dann, dass ich mir deshalb kein Urteil erlauben kann oder sollte (machmal passiert es mir dennoch).

      Von daher: Kollegen die so tuscheln, oder vor dir solche Spitzen über deine Arbeitszeit fallen lassen; fragen sich vermutlich nur so Sachen wie: "wie macht sie das nur? Wie kann sie bewusst die Entscheidung treffen, Teilzeit zu arbeiten?" Bestimmt/vielleicht spielt da auch Neid eine Rolle, weil du dich dazu entschlossen hast, etwas weniger zu arbeiten, nicht im Wettbewerb wer-hat-die-meisten-Überstunden-und ist-daher-die-"Tollste"? mitmachst; mehr Zeit für dich möchtest...mehr Zeit zum Leben möchtest. So eine Entscheidung erfordert oft auch Mut, da er ja auch mit finanziellein Einbußen verbunden ist, die viele nicht haben möchten/oder können.

      Wie viel jemand arbeitet, ist Privatsache. Und wenn du wegen der Dauer überbelastet bist, ist das menschlich...vielleicht wäre der ein oder andere Kollege bei einer Sache voll überfordert, in der du total aufgehen würdest? Jeder ist anders. Außerdem...wenn du, oder jeder (um es Allgemein zu halten) auf arbeit nicht mehr kannst, dann nützt das doch niemanden: weder einem selber, dem Arbeitsklima oder der Erfüllung der Arbeit...in dem Falle die schwierige Aufgabe der Kinderbetreuung.
      Und ehrlich: Bei dieser Aufgabe wär ich total überfordert! Allein der Gedanke, auf ein oder zwei Kinder für nur ein paar Stunden aufzupassen, versetzt mich-je nach Alter und Wesen des Kindes- in Angst :D (auch wenn die verbrachte Zeit meinstens dann doch ganz nett ist + ich merke, dass mich das Kind doch nicht ganz so doof findet :) )
      Von daher habe ich einen riesen Respekt vor Erzieherinnen + Erziehern + generell Menschen, die gut mit Kindern umgehen können.

      Und wenn es dir doch zu bunt werden sollte...vlt kannst du sagen, dass du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst/bist chronisch krank?..Weiter muss + brauch man das nicht ausführen + ist ebenfalls Privatsache. Da hat dann auch keiner was nachzuhaken + Punkt, Basta. :)
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Hallo Unvergessen,

      ich kenne das auch sehr gut. Bin auch in Teilzeit beschäftigt und immer wenn meine Chefin anruft, ob ich einspringen kann, gehts in mir drunter und drüber.
      ABER
      Es geht um DICH. Nicht um die anderen. Was die zuhause stemmen müssen, ist deren Problem und nicht Deins. Und gerade Kinder zähle ich ganz kategorisch zu den selbstgewählten "Problemen" und habe da wenig Mitleid.
      Du hast mit Deinen Dingen genug zu tun und genau DAS ist der springende Punkt: kümmere Dich um DICH. Sei froh, dass Du Deine Grenzen spürst, dass Du mitbekommst, wenn Du nicht mehr kannst oder eben weißt, wieviel Du Dir zumuten kannst.
      Eine gute Übung für mich war einmal, das kleine Wörtchen "muß" durch "möchten" zu ersetzen. Das ist eine beizeiten sehr witzige Angelegenheit. Sicherlich gibt es viele Dinge, die einer Notwendigkeit bedürfen wie Geld verdienen und aufs Klo zu gehen. Aber rein "theoretisch" mußt Du auch das nicht ;-). Die Konsequenzen machen den Unterschied.
      Eine andere Übung ist, die Dinge "bis zu Ende zu denken". Also was passiert schlimmstenfalls? Das hat mir hin und wieder auch Ängste nehmen können.

      Für "gesunde" Menschen mag so eine Vorgehensweise gerne als egoistisch durchgehen. Aber Menschen wie wir wissen ganz genau, wie schwer es fällt, überhaupt für sich selbst zu sorgen. Bleib bei Dir!

      Ich wünsche Dir viel Glück!

      Torch
      Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung
    • @panda
      danke für deine antwort. es ist so schön, wenn sich menschen zeit nehmen um einem zurück zu schreiben :) da bin ich ganz gerührt.
      ja, es ist eine bewusste entscheidung, ich habe dann oft als argument gesagt: ich arbeite teilzeit weil zeit wichtiger ist als geld.
      nur doof, dass das dann so rüber kommt als würde ich einfach rumchillen wollen, mein leben genießen wollen. dabei geht es nicht anders, weil ich noch irgendwie anders "arbeite", innerlich. und das jeden tag, du kennst es ja sicher selber...
      dass ich wegen der psyche nicht mehr schaffe wissen sie nicht, darum werde ich dann auch oft gefragt, ob ich einspringe, weil ich ja quasi ausstrahle, dass ich nur zum spaß teilzeit arbeite. echt schwierig...aber es ist so viel scham einfach da. ich kann mich super gut verstellen und funktioniere auch super auf der arbeit. nur mein freund und ich wissen, wie es danach ist und was die folgen sind und selbst er sagt, dass ich auf keinen fall erhöhen kann, eher noch weniger std. nehmen sollte.
      ich bin so dankbar, dass zumindest er das sieht.


      @torch. vielen dank auch für deine antwort und deine zeit.
      du hast so recht mit dem, was du schreibst. streckenweise schaffe ich es auch so zu denken, aber oft kippt es dann und ich fühle mich wieder mega schlecht. ich bin mir sicher, dass ich nicht mehr schaffen würde. ich könnte mich dazu zwingen, aber es hätte arge folgen auf mein stimmungs hin- u her, auf die beziehung, auf die anspannung und wut, die ich so oft habe etc.
      über konsequenzen mache ich mir schon gedanken, bzw. um das geld/rente etc. mir reicht mein jetziges gehalt vollkommen, weil wir auch zusammen wohnen und uns alles teilen. doch später dann weiß ich auch nicht wie das wird, aber da denke ich mir auch, was nützten die gedanken, wenn es nicht anders geht. ich lebe ja im hier und jetzt, vorsorgen geht sowieso nie richtig. ich lege so viel zurück, wie es geht. vllt muss es auch kein dauerzustand bleiben und ich kann irgendwann vollzeit arbeiten...
      Du bist das Licht in meinem Leben. Wir freuen uns auf dich. :love, love: :schlafen:
    • Ja die Geschichte mit der Rente....was soll ich sagen? Ich hege manchmal den Gedanken, ob wir überhaupt noch Rente bekommen werden. Und ich versuche auch, im Hier und Jetzt zu leben. Immer 24h. Denn wenn Dir morgen ein Klavier auf den Kopf fällt, wars das.

      Wie gesagt: bleib bei Dir, bleib im Jetzt. Wenn es das ist, was Du kannst und womit Du Dich gut arrangieren kannst, dann ist es gut so. Und das allein ist schon so viel wert und noch lange nicht für jeden selbstverständlich. Es darf auch einfach mal gut sein. Du darfst SEIN. So wie Du bist. Und das ist was ganz wertvolles. Finde ich zumindest.

      Grüßli, Torch
      Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung
    • hallo unvergessen,

      Hab versucht zu antworten, aber ich war etwas zu konfus um es verständlich zu schreiben, deswegen erst jetzt.

      Um vorweg das wichtigste zu sagen:

      Eine Ablehnung oder geringe Anerkennungist nicht in Stein gemeißelt, also immer die Widerspruchsrechte nutzen.

      Hilfe nutzen: Schwerbehindertenbeauftragte im Betrieb (wenn vorhanden), Gewerkschaften, Beratung bei Diakonie, Caritas, etc.

      Wie schwer oder leicht es wird hängt u.a. auch vom Wohnort und der finanziellen Lage der Kommune/Gemeinde ab.


      Bei mir hat es insgesamt 1,5 Jahre gedauert, ich habe es auch als sehr anstrengend empfunden. Ich war die 2 Jahre vor dem Antrag nur bei meinem Hausarzt und direkt vor dem Antrag in stationärer Therapie. Hilfe habe ich mir bei einer Schwerbehindertenbeauftragten gesucht. Erst bekam ich einen GdB (Grad der Behinderung) von 20 Punkten, dann folgte Widerspruch und Anfechtung des KH-Briefes (ein Textabschnitt war von einer anderen Patientin). Daraufhin folgte ein Gutachtertermin (und der war wirklich gut, netter & kompetenter Arzt, ging 1,5 Stunden) und die Anerkennung von GdB 40 Punkte. Danach folgte ein Gleichstellungsantrag bei der Agentur für Arbeit, die lehnten natürlich erstmal ab, dann folgte ein ausführlicher Widerspruch und schlußendlich musste der Betriebsrat Stellung nehmen und die Gleichstellung war anerkannt, danach war es durch :)
      Ich musste keine Befreiung von Mehrarbeit beantragen, ging irgendwie automatisch, aber grundsätzlich ist es Pflicht, man muss es aber nicht begründen.

      Du siehst, einfach ist es nicht. Ich glaube ohne diese Frau, die mich anlächelte und geduldig, aber zielstrebig mein Anliegen begleitete und mich immer wieder ermutigte, hätte ich aufgegeben.

      Bevor du jedoch einen Antrag stellst solltest du dich am besten informieren welche Vor- und Nachteile das für dich mit sich bringt. z.B. ist eine anerkannte Schwerbehinderung für manche ein Hindernis bei wechselnden Arbeitsverhältnissen. Muss man natürlich nicht so sehen.


      LG, LonelySheep
    • Auch wenn es niemanden angeht wieso ich keine Vollzeit arbeite anworte ich: Ich arbeite nicht Vollzeit weil ich nicht will sondern weil ich nich kann.
      Da sind dann die Kollegen erst mal ruhig und idR kommt dann auch keine weitere Frage nach dem Warum. Sie wissen ganz genau, dass sie das nichts angeht und das es vielzählige Gründe gibt für das "nicht kann".

      Somit haben sie eine Antwort und ich meine Ruhe. Wenn sie sich jetzt noch über dieses "nicht kann" den Kopf zerbrichen sind sie selbst Schuld. Ihre Frage habe ich schließlich beantwortet ohne zu lügen oder auszuweichen :) .
      Ich weiß das ich gut bin und
      das lass ich mir durch nichts und
      niemanden kaputt machen.

      Auch ich darf Fehler machen,
      weil Fehler menschlich sind.
      :blume auf: