Ausbildung: Operationstechnische Assistenz oder med. Präparate??

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    • Ausbildung: Operationstechnische Assistenz oder med. Präparate??

      Hallo liebe Gemeinde,

      jetzt melde ich mich hier auch mal zu Wort :)

      Und zwar habeich 2011 meinen M. Sc. gemacht, war dann kurz arbeiten, hab mich dann aber für einen 2. Masterstudiengang entschieden (den ich aber nicht beende), war in dieser Zeit auch graben + bin seit 2013 als Stud. Hilfskraft tätig. Nun läuft Ende August mein Arbeitsvertrag aus, da das Projekt dann offiziell beendet ist.

      Nun überlege ich (eigentlich schon seit Jahren-war deswegen auch schon in verschiedenen Berufsberatungen) was ich denn nun mache, da es in meinem Bereich kaum + daher sehr hart umkämpfte Arbeitsplätze gibt.

      Daher bin ich u.A. auch auf der Suche nach Ausbildungsplätzen. Dienstag ist mir da was Tolles bei der Charité ins Auge gefallen:
      1. Operationstechnische Assitsenz
      2. Sektions- und Präparationsassistenz.

      1.: man bereitet Operationen vor, sterilisiert die Instrumente, sorgt für Hygiene + koordiniert zw. den verschiedenen Beteiligten einer Operation + betreut den Patienten + ist auch mal auf einer Pflegestation + in der Notaufnahme.

      das klingt total spannend + interessant + aufregend.... ich plane gerne Dinge, bereite gerne vor, ordne gerne alles (zumindest auf Arbeit, zuhause eher nicht so), mag medizinische Sachen, kontrolliere gerne alles + denke auch in komplexen Situation voraus (zumindestens im stressigen Baustellen/Ausgraungsalltag...), was das Projekt voranbringt.
      Habe auch schon Erfahrung im Instrumente sterilisieren + desinfizieren, alles checken, Material besorgen, bereit legen + mit Patienten (tolles Praktikum in Zahnarztpraxis...auch wenn das nicht ganz richtig vergleichbar ist); und trage es mit Fassung, wenn ich im Gesicht mal Speichel, Blut + irgendwelche Bröckchen abbekomme (passiert halt mal, wenn man so nah dran ist :D )

      Der Nachteil ist folgender: Man kommt natürlich auch körperlich mit Patienten in Kontakt; muss sie anfassen können, viel mit ihnen reden + vlt auch Blutabnehmen können (?). Und besonders da liegt der Hase im Pfeffer: ich habe riesige Angst davor, andere Leute zu berühren, weil ich immer denke, ich tue ihnen weh. (hab als Kind oft gesagt bekommen "du tust mir weh, geh weg!". Seitdem fasse ich ungern Menschen an + vermeide es regelrecht)
      Und dann Blut abnehmen...Ich kann Blut sehen. Aber Nadeln....
      Spoiler anzeigen
      ...aber aus eigener Erfahrung heraus (Blutabnehmen war früher sehr kompliziert bei mir; im Arm hats nie geklappt + musste daher an deren Stellen dafür herhalten;, kann ich es nciht ertragen, bei anderen Menschen, Nadeln im Arm, in Handrücken oder sonst da wo zu sehen. Oder Einstichstellen in der Armbeuge.Mir tut dann auch aotomatisch die Körperstelle weh, in welcher bei der Person die Andel steckt.
      Mir wird da regelrecht schlecht + schwach auf den Beinen, wenn ich das sehe. Muss auch beim Blutspenden immer nach oben gucken, weil ich das bei den anderen Mitspendern so schlimm finde zu sehen.


      Daher meine ernsthafte Frage an euch:
      Meint ihr die Körperkontaktphobie + die Angst vorm Anblick bei Nadeln/Zugängen lässt sich abbauen und verschwindet in der Zeit so einer Ausbildung; oder sollte man auf Grund solcher Hindernisse sich erst gar nicht bewerben, weil man durch solche Ängste zu verkopft und nervös an die Sache rangeht? Zudem muss man gesundheitlich dazu geeignet sein, bestimmt wird man auch psychologisch begutachtet. Und ob ich dem enormen Stress im Krankenhausalltag standhalte, glaub ich auch nicht so wirklich :/


      ....Oder doch lieber die zahlungspflichtige Ausbildung zur Sektionsassitentin? ...da muss ich keine Angst haben, jemanden weh zu tun; war schon mal eine Woche in der Pathologie + hab da schon einiges gesehen, kann durch die jetzige Arbeit seit 3 Jahren einigermaßen mit einem Skalpell umgehen + hab nen Gefühl dafür (auch wenn es es keine Lebewesen waren) + mag den Geruch von Formaldehyd (oh Gott, das klingt alles irgendwie komisch/gruselig, wenn ich das hier so schreibe).

      Das Problem ist, es kostet rund 650€/ Monat + natürlich meineLebenserhaltungskosten. Und ich habe schon massig Bafög + Bildungskreditschulden, die ich wahrscheinlich eh bis an mein Lebensende abzahlen werde + kann mir daher keinen weiteren Bildungskredit leisten.

      Soll man den Versuch wagen, oder es gleich sein lassen? Bin da echt unschlüssig. (Das sind hier jetzt auch nicht meine einzigen Alternativen, würd auch gern andere Sachen machen + mich dahingehend bewerben.)


      Danke euch fürs Lesen + vielleicht auch für die ein oder andere Antwort :)


      Viele Grüße,
      Panda
      "Drum prüfe wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet."

      ..."Das Lied von der Glocke"; von Friedrich von Schiller
    • Guten Morgen Panda!

      Klingt alles sehr interessant (für mich wäre es nichts, ich kann das alles nur schwer sehen) aber es klingt gut, was du so schreibst. Die Kosten aufzubringen ist wahrscheinlich etwas schwer und bevor du dich noch weiter verschulden musst, hm... solllte man sich das wirklich überlegen.
      Die Ausbildung Nummer 1 klingt für mich sehr interessant, ob man die Phobie Vielleicht während der Ausbildung ablegen kann? Was denkst du, traust du dir zu, dass das klappen würde?

      Ich finde es jedenfalls toll, dass du das im Auge hast und auch rechtzeitig dran denkst, etwas Neues zu suchen!
      Liebe Grüße
      Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück!
    • Hey @MadamePanda

      Erstmal...ich finde es großartig, dass du für dich nicht nur 2, sondern wirklich auch mehrere Optionen (was sind denn die anderen - reines Interesse) für dich hast. Es gibt wirklich total viele interessante Berufe. :)

      Zu deiner Phobie...
      Nun, ein Ziel deshalb gleich gänzlich in denn Wind zu schießen, wäre da vielleicht nicht ganz so toll. Dann hätte sie gewonnen. Und Phobien kann man bearbeiten und auch besiegen. :)

      Meiner Erfahrung nach...entsteht mehr und mehr Sicherheit durch Routine. Auch in Puncto Angst/Phobie. Aber man sollte dann, glaube ich, nicht erst damit anfangen, wenns ans Eingemachte geht.
      Du sagst ja selbst, du gehst Blut spenden...wäre dann ja ein gutes "Übungsfeld".

      Ich hoffe, ich habe dich damit jetzt nicht getriggert oder so...aber das ist das, was mir durch den Kopf geht. Liegt wohl daran, dass ich kein Fan davon bin, Träume/Ziele in den Wind zu schießen, wegen einer psychischen Krankheit.

      Und btw...der Beruf klingt wirklich interessant. :)

      Und deshalb mag ich dir schon sagen...........wage es! Versuche es!!! :)
      Liebe Grüße sendet euch Luna

      :elefant blau: :elefant orange: :elefant blau:
    • Ob du deine Scheu, Menschen zu berühren, überwinden kannst oder mit der Blutabnahme keine Probleme haben wirst, kann man natürlich nicht voraussagen.

      Ersteres scheint mir einfacher. Das mit den Nadeln und stechen und Blut.. Vielleicht kannst du dich schrittweise annähern.. erst anschauen, dann wieder anschauen und dann wieder und wieder und wieder.. bis es dir fast zur Gewohnheit wird?

      Bei der Berufswahl würde ich empfehlen, nicht zu vergessen, dass du den Beruf vielleicht nicht nur die nächsten 5-10 Jahre ausüben wirst, sondern evtl. länger, d.h. sich zu überlegen, ob er dir auch nach 15-20 Jahren noch Freude bereiten könnte..
      Anfänglich kann vieles spannend erscheinen, man ist neugierig - was ist aber nach 15 Jahren?

      Ein Beruf, bei dem man mit lebendigen Menschen zu tun hat, bietet meistens gute Möglichkeiten, sich als Mensch einzubringen, auch sich zu entwickeln, weil er manchmal einen herausfordert.
      Man hat mit Menschen zu tun, man hat mal auch Konflikte, vielleicht auch - persönliche - Grenzsituationen, was die Chance für Wachstum sein kann.
      Mit manchen Menschen wird man sich vielleicht identifizieren oder manches wird vielleicht einem besonders nahe gehen, man wird vielleicht leiden, wenn man Schlimmes miterlebt.

      Das alles sehe ich bei der ersten Variante.
      Bei der zweiten hingegen, so spannend es am Anfang auch sein kann - ein Entwicklungspotenzial sehe ich da kaum.
      Natürlich, die "Fälle" sind alle was Besonderes, haben ihre eigene Geschichte - aber wird man das auch noch nach 10 Jahren noch so spannend finden?

      Natürlich sind das meine Vorstellungen und nicht deine oder die von anderen (sonst gäbe es niemanden, der den Beruf auswählt).

      Freilich würde ich auf jeden Fall die Ängste, die Hindernisse, die du angesprochen hast, mit in die Überlegungen einbeziehen - ob du sie überwinden kannst, kann dir natürlich niemand beantworten.

      Der "Spaßfaktor", d.h. die Freude an der Tätigkeit kann jedenfalls eine sehr zentrale Rolle im Leben spielen.
      Eine Tätigkeit, die man nur ausübt, weil es den und den uńd den Grund gibt, sie auszuüben, die aber einen nicht erfüllt, ist nicht zu empfehlen. Jedenfalls dann nicht, wenn man vor hat, dies lange zu tun.
    • Hallo Panda,

      also ich glaube herausgelesen haben zu können, dass Dich die OTA-Geschichte weit mehr begeistern und interessieren würde. Wie es aussieht, spielen Deine Ängste und Selbstzweifel die allergrößte Rolle bei der Beantwortung der Frage, welchen Weg Du nun gehen solltest.

      Ich bin nicht der Meinung, dass es richtig zu glauben sei, jede Angst und jede Phobie nur mit genug Tapferkeit bekämpfen zu müssen, um mit absoluter Gewissheit als Siegerin daraus hervorzugehen. Sicher gilt es abzuwägen, was man sich da zutrauen kann ... und dazu habe ich mal zwei miteinander zusammenhängende Zitate herausgenommen, die in Deinem Text ziemlich nahe beieinander standen:

      MadamePanda schrieb:

      das klingt total spannend + interessant + aufregend.... ich plane gerne Dinge, bereite gerne vor, ordne gerne alles (zumindest auf Arbeit, zuhause eher nicht so), mag medizinische Sachen, kontrolliere gerne alles + denke auch in komplexen Situation voraus (zumindestens im stressigen Baustellen/Ausgraungsalltag...), was das Projekt voranbringt.

      MadamePanda schrieb:

      Und ob ich dem enormen Stress im Krankenhausalltag standhalte, glaub ich auch nicht so wirklich

      Du hast hier beschrieben, dass Du nicht daran glaubst etwas schaffen zu können, was ein paar Sätze vorher noch etwas war, mit dem Du bislang sogar die Erfahrung gemacht hast, dass es erfolgreich zu bewältigen "spannend, interessant und aufregend" für Dich sein konnte (das Wort "gerne" lese ich in einem Satz vier Mal ...).

      Ich meine daraus mit einiger Wahrscheinlichkeit schließen zu können, dass Du bestimmt zu viel mehr in der Lage bist, als Du Dir im Vorfeld selbst zutraust und ich habe das Gefühl, dass Du Dich in diesem Fall ruhig für den Weg entscheiden solltest, von dem Du meinst, dass er Dir in beruflicher Hinsicht mehr Freude bereiten wird.

      Alles Liebe :victory
      Brüder! Über'm Sternenzelt
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      (F. Schiller)