Schule + arbeiten zu anstrengend weiß nicht was ich machen soll

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    • Schule + arbeiten zu anstrengend weiß nicht was ich machen soll

      Hallo ihr Lieben!

      Ich bin ziemlich ratlos und weiß nicht wie es weitergehen soll :( Ich beziehe seit einem Jahr Arbeitslosengeld 2 (arbeitsunfähig), war Anfang des Jahres in der Tagesklinik und soll im September eigentlich nochmal rein (DBT Programm). Jetzt stehe ich aber auch auf der Warteliste für die VHS (um nochmal den Realschulabschluss zu machen, meiner ist 10 Jahre her) und die Lehrerin meint, dass das auch noch klappen wird, weil immer wieder welche abspringen :) Denn ich würde gern nochmal zur Schule, damit ich was aktuelles in der Hand habe, um mich dann nächstes Jahr im August um einen Ausbildungsplatz zu bewerben (ich bin 26 und hab noch keine Ausbildung, hab immer alles abgebrochen). Und ab September habe ich auch einen ambulanten Therapieplatz sicher, bei jemanden der sich mit Borderline sehr gut auskennt und auch das DBT macht.

      Jetzt ist meine Frage, würdet ihr lieber nochmal in die Tagesklinik oder zur Schule (denn beides fängt gleichzeitig an) und ambulant die Therapie machen erstmal? Ich sag mal die Schule könnte ich zur Not jederzeit abbrechen und jederzeit in die Klinik, andersrum geht's nicht... Und ich wüsste auch nicht, was ich nach den 9 Wochen Tagesklinik dann machen soll. Denn das Amt würde mich in Arbeit bringen wollen und das kann ich nicht :( Und das ist jetzt auch meine nächste Frage.. Ich würde dann kein Hartz 4 mehr bekommen, sondern BAföG. Das reicht aber nicht für Miete und zum leben. Also müsste ich neben der Schule noch arbeiten gehen, was ich aber auch nicht schaffen würde.. Ich merke jetzt schon dass mich das alles total fertig macht wieder (das ganze hin und her etc.) , also ich bin nicht großartig belastbar.. Und 5 Std Schule + 3,4 Std arbeiten täglich.. ne, das haut nicht hin :(

      Gibt es da noch andere Möglichkeiten? Ich hab mal was von Grundversorgung gehört? Also müsste das Amt nicht so oder so weiter die Miete bezahlen? Auch wenn ich "nur" zur Schule gehe? Vielleicht kennt sich da ja jemand aus... ?( Hoffe ihr denkt jetzt nicht, dass ich zu faul bin oder so :( Damit hat das wirklich nichts zu tun..
    • Hallo Eisblume,

      keine Sorge, ich glaube dir und ich denke viele wissen, wie schwer es, ist in seinem Leben alles unter einen Hut zu bringen :)

      Dieser Prozess steht nun auch dir bevor und man kann schon herauslesen, dass dir das Sorgen bereitet.

      Ich hatte damals eine ähnliche Situation, was das mit der Finanzierung betrifft. Ich habe damals eine Ausbildung zum Kinderpfleger gemacht und ohne Bafög wäre das schonmal nicht gegangen. Ich kam damals grenzwertig über die Runden, musste aber montalich auch noch Schulgeld bezahlen und hatte daher auch einen Nebenjob. Wie du das selbst schon geschildert hast, kann es mit einer Ausbildung tagsüber und danach noch zu arbeiten echt schwer werden. Es ist nicht unmöglich, aber für manche dennoch sehr anstrengend. Ich bin damals Mo-Fr. 08-16 Uhr zur Schule gegangen und jeden Samstag dann 12 Stunden arbeiten. Ich hatte also nur noch diesen einen Sonntag in der Woche um abzuschalten. Eindeutig zu wenig, wie ich später zu spüren bekam. Wenn du jetzt schon so erklärst, dass du das Gefühl hast nicht so belastbar zu sein Eisblume, dann wäre es schon wichtig, gut in diesem Punkt auf dich zu achten!

      Wenn ich das aber richtig verstanden habe, würdest du dich erst zum Jahr 2017 für eine Ausbildung bewerben? Es wäre also noch ein ganzes Jahr Zeit quasi?

      Hm, was soll ich dir nun also für diesen September raten??
      Höre auf deine Stimme.. Wenn du dich soweit stabil fühlst und es für sinnvoll empfindest nochmal die Schulbank zu drücken, dann mach das doch :) Wenn du dich aber eher noch mehr stabilisieren magst um auch noch ein paar Fertigkeiten aus der DBT-Gruppe zu erlernen, damit du dann fit fürs nächste Jahr bist, dann würde ich die Tagesklinik wählen. Wenn ich richtig verstanden habe, hast du bereits einen Schulabschluss? Ich kann dir leider nicht sagen was wichtiger ist, aber wenn du so deine Sorgen und Pläne beschreibst, klingt das Programm mit der Tagesklinik recht vernünftig.

      Ich weiß nicht wie es bei euch gehandhabt wird, aber ich bin damals von Arbeitslosengeld 2 direkt in Bafög übergegangen. Nun war bei mir damals aber das Problem, dass das A.Amt schon einen Monat vorher die Zahlungen eingestellt hatte, mit der Begründung ich würde ja eine Ausbildung beginnen und die wären nicht mehr für mich zuständig. Prima, dachte ich mir. Hatte somit einen Monat kein Geld und war mit meiner Miete im Dauerverzug. Hatte leider nicht alles so Reibungslos geklappt mit dem Umstieg. Ich weiß nur, dass mein Bafög damals gerade so für alles gereicht hatte, aber ganz scharf an der Grenze. Würde es bei dir nicht reichen oder?

      Die Sache mit dem Amt ist oft sehr schwer, aus meiner bisherigen Erfahrung weiß ich, dass die das größte Interesse haben dich in einen Beruf zu vermitteln. Ob du eine Ausbildung machst oder zur Schule gehst ist denen egal. Davon wollen die nichts wissen. Die wollen entweder eine Krankschreibung oder dich vermitteln, nichts anderes ist deren Priorität. Anders wäre es, wenn du an einer Art Maßnahme teilnehmen würdest. Diese wäre dann zwar vom A.Amt finanziert, aber du würdest die Möglichkeit haben Praktikas zu machen und diverse Kurse zu besuchen. Es ist alles nicht einfach zu durchschauen und ein Fachmann bin ich auf keinen Fall. Ich erzähle dir nur von meinen bisherigen Erfahrungen.
      Anders aber bei einer Umschulung über das Arbeitsamt, hierbei werden alle Kosten vom Amt getragen, (Miete, Ausbildung und evtl. Fahrtkosten etc.) da müsstest du aber speziell beim Amt nachfragen und dich für eine Umschulung erkundigen. Das geht auch, wenn du bisher noch keine Ausbildung abgeschlossen hast, so wie auch in meinem Fall.

      Hast du denn jemanden mit dem du darüber sprechen kannst? Einen freundlichen Berufsberater oder jemanden aus dem Sozialwesen der etwas Unterstützung leisten kann?

      Vil. kannst du erst mal einen Schritt nach dem andren gehn und dich gedanklich einmal grob vorsortieren?

      - Was soll "dieses" Jahr geschen und was "nächstes" Jahr
      - Wann muss was finanziert werden und wer wäre der Kostenträger
      - Welche Alternativen gibt es, wenn deine Kosten nicht komplett gedeckt werden..(Nebenjob, Familie etc.)

      Ich wünsche dir einen guten Durchblick und starke Nerven! :)
      ~Durch dich bekommt mein Leben Farbe und ich bin bereit diese anzunehmen~

    • Hey Snopy!

      Wow, danke für deine ausführliche Antwort :)

      Ne, ein Jahr hab ich nicht mehr Zeit... Die Schule würde ja jetzt in zwei Wochen losgehen. Dann steht mir Arbeitslosengeld nicht mehr zu und ich habe ja, mal ganz davon abgesehen, noch gar keinen Nebenjob. Weißt du denn an wen man sich da wenden kann (Beratungsstellen)? Denn meine Berufsberaterin meint ich soll erstmal abwarten und dann wieder kommen und evtl. zum Amtsarzt?! Was auch immer der dann machen will...

      Ich wollte nochmal den Abschluss machen, da meiner von 2006 ist und ich danach nur zig Sachen angefangen und wieder abgebrochen habe .. Hab einen ganz doofen Lebenslauf :( Und ich denk mal, wenn der Arbeitgeber dann (nächstes Jahr) sieht, dass ich jetzt ein Jahr was durchgezogen habe und gute Noten habe, dass dann darauf nicht mehr so geguckt wird.. Denn ich wollte auch was im Labor machen und da müsste ich bessere Noten in Biologie haben.. Oder meinst du das macht gar kein Sinn, den Schulabschluss nochmal zu machen? :D Und eine Umschulung kann ich nicht machen, da meinte meine Berufsberaterin das würde nur gehen, wenn man eine Ausbildung hat.

      BAföG würde nicht ausreichen, ich müsste ca. 200 Euro noch dazu verdienen. Also 450 bräuchte ich nicht.. ich weiß ja nicht, ob das geht.. einen Minijob und dann nur bis 200 Euro monatlich arbeiten. Musstest du dich auch selbst krankenversichern? Das kommt ja auch noch hinzu.. Ist auch viel Geld :/
    • Hallo Eisblume,

      soweit hab ich das verstanden, dass du diesen September nochmal zur Schule möchtest. Aber für die Sache mit der Ausbildung ist ja noch ein ganzes Stück Zeit. Ich wollte das so formulieren, um dir da gedanklich vil. etwas den Druck rausnehmen zu können.

      Also zunächst, wie sicher ist es denn, dass du kein Arbeitslosengeld mehr bekommst? Läuft dein Bewilligungs-Antrag aus, oder wurde dir das gesagt weil du nicht mehr Krankgeschrieben bist, oder wie ist denn das?
      Wazu meint deine Berufsberaterin denn, dass du abwarten sollst? Auf was sollst du warten?

      Die Sache mit dem Amtsarzt ist die, um von einem Gutachter einen speziellen Bericht über deinen Gesundheitszustand einzuholen. Also, der/die würde dann nach einer körperlichen Untersuchung und nach einem Gespräch und nach Sichtung diverser Unterlagen aus der Klinik oder der Therapie (falls vorhanden), ein Gutachten über deine aktuelle Leistungfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt erstellen. Z.B. Ob teilweise Einschränkungen vorliegen, oder ob du gar nicht arbeitsfähig bist etc. Das ist im Grunde einfach nochmal etwas Handfestes für die Unterlagen beim Arbeitsamt. Es besteht auch Schweigepflicht wie bei jedem anderen Arzt auch. Deine Berufsberaterin könnte nach diesem Gutachten nur deine Leistungsfähigkeit einsehen, also wie viele Stunden du belastbar wärest und ob du manche Tätigkeiten im sitzen ausführen solltest etc...

      Ich habe so ein ärztliches Gutachten bereits vor einem Jahr bekommen und muss ende diesen Monats erneut zu einem Arzt, es werden die aktuellen Umstände abgelichen, neue Unterlagen aus der Klinik eingelesen usw. Es ist aber keine schlimme Sache ;)

      Ich selbst hab auch einen ganz wirren Lebenslauf Eisblume. Hab 5 Ausbildungen angefangen und nicht zuende gemacht. Kanns also verstehn, wenn du dir da auch so deine Gedanken machst. Es könnte durchaus sein, dass ein "aktueller" Schulabschluss gut in deinem Lebenslauf ankommt, das ist richtig. Ich denke jeder Arbeitgeber liest einen Lebenslauf anders. Manche interessiert jedes Detail, anderen wiederum ist das vollkommen egal. Manche interessieren die Noten, andere Zeugnisse und Arbeitsbeurteilungen die es über dich gibt. Aber mach dich damit nicht verrückt. Es kommt ja auch darauf an, welche Art von Arbeit oder Ausbildung du nächstes Jahr beginnen möchtest. :)
      Ob das Sinn mit einem nochmaligen Schulabschluss macht, kann ich dir nicht sagen. Das müssten i.wie Fachleute beurteilen. Aber wenn du deine mittlere Reife schon hast, dann hast du sie schon. Ich finde das is super und wüsste nicht, warum du sie deshalb nochmal abschließen solltest. Ich weiß es halt nicht..

      Deine Berufsberaterin ist ja eine ganz freche :D
      Hm, seltsam, also meine hatte mir vor ca. 3 Monaten versichert, ich würde eine Umschulung bekommen, auch wenn ich bisher noch keine Ausbildung abgeschlossen habe. Vil. nennen die das in den Kreisen beim A.Amt dann auch anders bzw. wollen versuchen so weit wie es geht keine Ausbildung auf kosten des Staats zu genehmigen. Vil. wollte man dich vorerst vertrösten, damit du dir eine Ausbildung suchst, in welcher du ja dann von deinem Arbeitgeber bezahlt wirst.

      Was machen wir denn jetzt mit dir?? ...
      Hm, aber klar ist, du brauchst für deine Vorhaben einen Fachmann, zumindest jemanden der dir alles einmal klar auf den Tisch packen kann. All deine Möglichkeiten aufzeigt usw.
      Mir fällt da jetzt niemand ein, tut mir leid. Ich hatte gehofft, deine Berufsberaterin würde dich da ein wenig mehr mit Informationen füttern.

      Bezüglich des Minnijob kommt es immer darauf an, was im Arbeitsvertrag festgelegt ist. Es gibt Verträge mit der Vereinbahrung dass du mind. auf deine 400 € im Monat kommst und es gibt Verträge, da wird alles etwas lockerer gehandhabt. Da wäre es dann egal ob du für 40,-€ oder 120,-€ arbeitest. Also so etwas gibt es schon auch, bzw. bei manchen 400€ -jobs kommt man gar nicht auf die 400€ (Zeitungen austeilen, Babysitten, Tierpflege bei Bekannten etc.)

      Und die Sache mit der Krankenversicherung ist auch abzuklären, das stimmt. Aktuell müsste diese ja über das Arbeitsamt laufen.
      In meinem Falle damals, war ich noch über die Familie versichert, obwohl ich in der Ausbildugn war, ging das damals noch bis zum 24. Lebensjahr. Aber für solche Fälle solltest du einmal direkt die Krankenkasse anrufen und diverse Szenarien mit denen durchsprechen.
      ~Durch dich bekommt mein Leben Farbe und ich bin bereit diese anzunehmen~

    • Hallo Eisblume
      Dir steht auf alle Fälle eine Umschulung zu. Auch wenn Du noch keine Ausbildung hast.
      Die Sache mit dem Amtsarzt hat Snopy schon sehr gut geschildert. Da bekommt Deine Berufsberaterin nur gesagt, in wieweit du arbeitsfähig bist.
      Ich weiß nicht wie viel Bafög Du bekommst und obg Du es überhaupt noch bekommst, weil du über 25 Jahre alt bist. Bafög ist nämlich vom Einkommen deiner Eltern abhängig. Aber die brauchen nur bis 24 Jahre zu bezahlen.
      Klar die vom Jobcenter wollen dich in irgendeinen Beruf stecken, damit sie nicht weiter bezahlen müssen. Aber solange Du krank geschrieben bist, können die gar nichts machen außer zahlen.
      Deinen Realschulabschluß nochmal zu machen, ersehe ich nicht als sinnvoll. Da hat das Arbeitsamt bessere Möglichkeiten Dich auf das Berufsleben vorzubereiten.
      Die andere Sache, die Du meinst ist Grundsicherung. Das ist das gleiche wie ALG 2 nur für Leute, die auf Dauer nicht in der Lage sind arbeiten zu gehen. Wenn der Amtsarzt Dir bescheinigt, dass Du keine 3 Stunden am Tag arbeiten gehen kannst bekommst Du Grundsicherung.
      Du könntest Dich aber auch mal mit Deiner Rentenversicherung in Verbindung setzten oder mit der IHK. Dort kannst Du überbertiebliche Ausbildungen machen. das heißt: Du machst eine Ausbildung aber in einem "geschützten" Rahmen. Die Ausbildung wird auch anerkannt. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, dann frag mich. Ich gebe Dir gerne Auskunft.

      Ich wünsche Dir alles Gute Mimo
      Gott hat seinen Engeln befohlen,
      Dich zu beschützen, wohin Du auch gehst.
      Sie werden Dich auf Händen tragen,
      damit Du nicht über Steine stolperst.
      (Psalm 91 11-12) :saint: